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Verwirrung um 3G-Regel in Bussen und Bahnen

Frau mit Maske steigt in Bahn.

Die seit dem Wochenende geltende hessische Corona-Verordnung sorgt mal wieder für Verwirrung: Anders als auf einem Flugblatt der Landesregierung dargestellt, entfällt ab sofort die 3G-Regelung im Nah- und Fernverkehr. Selbst die Verkehrsverbünde sind überrascht.

Die von der Landesregierung herausgegebene Kurzübersicht zu den in Hessen geltenden Corona-Maßnahmen lässt eigentlich keine Zweifel. Unter dem Punkt ÖPNV heißt es dort unmissverständlich: 3G-Pflicht. Stand der Verordnung ist der 20. März.

"Keine 3G-Anforderung mehr"

Mit der kurzfristigen Verlängerung der geltenden Corona-Regelungen bis zum 2. April hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zuletzt auch ein Festhalten an den bestehenden Zugangsregeln nach dem 2G-, 2G-Plus- oder 3G-Prinzip bekräftigt. Doch anders als etwa in Restaurants, Diskotheken oder bei Großveranstaltungen greift diese Verordnung nun doch nicht in Bus und Bahn.

"Im gesamten Öffentlichen Personennah- und –fernverkehr besteht keine 3G-Anforderung mehr", heißt es am Montag auf hr-Nachfrage aus dem Sozialministerium. Das zugrundeliegende Bundesrecht sei aufgehoben worden. Somit haben fortan auch Ungeimpfte wieder freien Zugang zu Bussen, Straßen-, U- oder S-Bahnen. Die Deutsche Bahn hatte die Regelung für ihre Fern- und Regionalzüge bereits am Wochenende offiziell auslaufen lassen.

NVV überrascht, RMV klärt auf

Bei den hessischen Verkehrsverbünden zeigt man sich überrascht. "Da müssen wir uns jetzt selbst schlau machen", sagte eine Sprecherin des nordhessischen NVV. Erst am Montagvormittag habe man die bestehenden Maßnahmen auf seiner Homepage aktualisiert. Die 3G-Regel gelte demnach bis zum 2. April, schrieb der NVV unter Berufung auf die hessische Landesverordnung. Erst auf den hr-Hinweis hin wurde der Eintrag später abgeändert.

Auch ein RMV-Mitarbeiter erklärte zunächst am Sonntag: "Bei uns gilt 3G in Bussen und Bahnen bis zum 2. April." Am Montag hieß es dann auf Anfrage: "Die 3G-Regel gilt nicht mehr." Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF stimmte in die allgemeine Überraschung ein. Auch hier wusste man zunächst nichts von der geänderten Lage. In den Bahnen liefen weiterhin die 3G-Durchsagen, meinte eine Sprecherin.

Wiederholte Verwirrung

Es ist nicht das erste Mal, dass die Landesregierung mit ihren Verordnungen für Verwirrung in der Kommunikation und Umsetzung ihrer Beschlüsse sorgt. Bereits bei der jüngsten Lockerungswelle Anfang März erfuhren die Branchenverbände erst auf kurzfristige Nachfrage vom Wegfall der Abstandsregel in der Gastronomie. "Das war keine kommunikative Glanzleistung der hessischen Landesregierung", kritisierte damals Dehoga-Hauptgeschäftsführer Julius Wagner.

Ebenso ist es nun offenbar beim ÖPNV gelaufen. Zumindest die Maskenpflicht, da sind sich alle Beteiligten einig, bleibt auch weiterhin bestehen. Die Landesregierung empfiehlt hierbei das Tragen einer FFP2-Maske, lässt aber auch medizinische Masken zu. Diese Regelung soll auch ab dem 3. April, wenn auch in Hessen die allermeisten Corona-Beschränkungen fallen, weiterhin Bestand haben.

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