Der Termin für eine Abwahl des umstrittenen NPD-Ortsvorstehers in Altenstadt-Waldsiedlung, Stefan Jagsch, steht. Er soll am 1. Oktober abgewählt werden. Eine Nachfolgerin steht bereit.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Sondersitzung in Ferien soll Abwahl ermöglichen

Nicht das erste Mal in den Medien: Stefan Jagsch von der rechtsextremen NPD
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Die Wahl des NPD-Politikers Stefan Jagsch zum Ortsvorsteher des Altenstädter Ortsteils Waldsiedlung (Wetterau) hatte deutschlandweit Unverständnis und Empörung hervorgerufen. Besonders, dass sich Politiker von CDU, SPD und FDP daran beteiligten, konnte kaum jemand außerhalb der Gemeinde nachvollziehen. Auch international sorgte der Eklat für Schlagzeilen.

22-Jährige als Nachfolgerin nominiert

Nach dem öffentlichen Druck wurde im Ortsbeirat Jagschs Abwahl beschlossen. Mit der 22 Jahre alten CDU-Politikerin Tatjana Cyrulnikov fand man schließlich eine Ersatzkandidatin für den rechtsextremen Politiker.

Am 1. Oktober soll durch Jagschs Abwahl der Weg dafür bereitet werden, dass die 22-Jährige an seiner Stelle zur Ortsvorsteherin der Waldsiedlung mit ihren knapp 3.000 Einwohnern gewählt werden kann.

Das sei der bisherige Planungsstand, sagte Bürgermeister Norbert Syguda (SPD) am Donnerstag. Die Einladungen an die Mitglieder des Ortsbeirats würden vorbereitet und sollen von der Gemeinde zugestellt werden. Der Termin liegt zwar in den Herbstferien, andere Termine wären aber erst wieder in einigen Wochen möglich gewesen, teilte Syguda mit.

Kein Problem mit "kollegialem" Rechtsextremen

Jagsch war Anfang September einstimmig von den Mitgliedern des Ortsbeirats zum Vorstand gewählt worden. Die hatten mit dem NPD-Mann, den sie als "kollegial und ruhig" beschrieben, offenbar kein Problem. Was Jagsch "in seiner Partei oder privat" mache, sei nicht "sein Ding", sagte etwa Ortsbeiratsmitglied Norbert Szielasko (CDU).

Dabei war Jagsch in den vergangenen Jahren immer wieder durch rechtsextremes Gedankengut aufgefallen. Er marschierte bei Neonazi-Demos mit, unterhielt enge Kontakte zur gewaltbereiten Kameradschaftsszene und forderte getrennte Schulklassen für deutsche und ausländische Kinder. Auch im hessischen Verfassungsschutzbericht tauchte sein Name auf.

Mit seiner geplanten Abwahl will sich der NPD-Politiker nicht abfinden. Er hatte bereits angekündigt, juristisch dagegen vorgehen zu wollen.

Sendung: hr-iNFO, 19.09.2019, 15.00 Uhr