Auszählen der Stimmzettel in Wiesbaden

Entscheidung vertagt: Bei der Oberbürgermeisterwahl in Wiesbaden gehen die Kandidaten von SPD und CDU in die Stichwahl. Die Kandidatin der Grünen musste sich knapp geschlagen geben.

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SPD-Kandidat Mende und CDU-Kandidat Seidensticker im Gespräch mit hr-Reporter Aydogan Makasci
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Bei der Oberbürgermeisterwahl in Wiesbaden dauert es dieses Mal etwas länger: Da am Sonntag zuerst die Stimmen der parallel stattfindenden Europawahl ausgezählt wurden, verzögerten sich die Ergebnisse aus der Landeshauptstadt.

Erst kurz nach 23 Uhr waren alle 260 Wahlbezirke ausgezählt.Danach sicherte sich Gert-Uwe Mende (SPD) mit 27,1 Prozent der Stimmen Platz eins, verfehlte aber die erforderliche absolute Mehrheit deutlich. Eberhard Seidensticker (CDU) und Christiane Hinninger (Grüne) lieferten sich einen spannenden Kampf um Platz zwei. Seidensticker lag zum Schluss rund 1.000 Stimmen vor Hinninger und kam auf 24,5 Prozent der Stimmen. Hinninger erhielt 23,4 Prozent.

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Das Ergebnis sei bei der bundespolitischen Stimmung seiner Partei nicht unbedingt zu erwarten gewesen, sagte Mende. "Dass wir hier in Wiesbaden so einen Lichtblick setzen, das ist etwas, was uns sehr anrührt", sagte der SPD-Politiker zu hessenschau.de. "Das war spannend", sagte CDU-Kandidat Seidensticker. Die Grünen-Kandidatin zeigte sich enttäuscht. "Es war ein Wahlkrimi und hätte auch anders ausgehen können", sagte sie. Trotzdem sei sie stolz über das Ergebnis der Grünen, auch über das bei der Europawahl.

In die Stichwahl am 16. Juni gehen nun Mende und Seidensticker. Mende will bei der Wahl in drei Wochen mit den Themen bezahlbarer Wohnraum, Mobilität und sozialer Zusammenhalt punkten. Auch Seidensticker setzt auf das Thema bezahlbarer Wohnraum und will zudem Gewerbetreibende mehr unterstützen.

Sicherte sich Platz 1 bei der OB-Wahl: Gert-Uwe Mende (SPD)

Insgesamt waren bei der OB-Wahl sieben Kandidaten angetreten. Die Ergebnisse der weiteren Kandidaten: Eckhard Müller (AfD) erhielt 6,2 Prozent, Sebastian Rutten (FDP) 10,5 Prozent, Ingo von Seemen (Die Linke) 4,8 Prozent, Christian Bachmann (Freie Wähler) 3,5 Prozent. Rund 200.000 Menschen in der hessischen Landeshauptstadt waren wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag im ersten Wahlgang bei 53,5 Prozent.

Eberhard Seidensticker (CDU) war chancenlos.

Affären, Ungereimtheiten, Interessenkonflikte

Die OB-Wahl in Wiesbaden war überschattet von Vorwürfen gegen die CDU und den noch amtierenden OB Sven Gerich von der SPD. Es ging um Korruptionsvorwürfe, fragwürdige Postenvergaben, mögliche illegale Parteifinanzierung.

Mende war erst vor wenigen Monaten von der SPD in Rennen geschickt worden, nachdem OB Gerich angekündigt hatte, nicht mehr zu kandidieren. Gegen Gerich ermittelt unter anderem die Staatsanwaltschaft München wegen des Verdachts der Vorteilsannahme.

Aber auch die CDU hatte mit einer Affäre um mögliche Interessenkonflikte zu kämpfen, in deren Folge Fraktionschef Bernhard Lorenz seinen Rücktritt erklärte. Außerdem stand bei der CDU der Vorwurf der illegalen Parteifinanzierung im Raume.

Mende und Seidensticker versuchten sich im Wahlkampf von den Querelen in ihren Parteien zu distanzieren. Der SPD-Kandidat ging damit hausieren, dass er nicht in der Stadtverordnentenversammlung ist, und auch der CDU-Kandidat nahm für sich in Anspruch, nicht in den Wiesbadener Filz verstrickt zu sein.

Von A wie Alsfeld bis W wie Weiterstadt: Insgesamt fanden am Sontag 30 Bürgermeisterwahlen statt. In Mörlenbach stimmten Wähler bei einem Bürgerentscheid ab.