Rumänen in Offenbach

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rumänischer Botschafter entschuldigt sich für Europawahl-Chaos

Bei der Europawahl war es vor einem rumänischen Wahllokal in Offenbach zu tumultartigen Szenen gekommen. Tausende Wahlberechtigte mussten stundenlang anstehen. Dafür hat sich der rumänische Botschafter nun entschuldigt.

Deutschlandweit war es am Sonntag bei der Europawahl zu langen Schlangen und wie in Offenbach zu tumultartigen Szenen in Wahllokalen für rumänische Bürger gekommen - nun entschuldigt sich der rumänische Botschafter bei seinen Landsleuten und den betroffenen Städten.

Es sei eine Lektion gewesen, dass man das Wahlgesetz in Rumänien und für das Ausland anpassen müsse, schrieb Emil Hurezeanu in einem Brief an die Deutsche Presse-Agentur. Tausende wartende Rumänen hatten am vergangenen Sonntag unter anderem in Offenbach, München und Nürnberg für Polizeieinsätze gesorgt.

Sechs Wahlkabinen, sechs Stempel

In Offenbach hatte der Wahlleiter selbst die Polizei alarmiert, weil die Lage zu eskalieren drohte. Bis zu 4.000 Menschen mussten in langen Schlangen in der Hitze ausharren, manche bekamen Kreislaufprobleme, die Stimmung war zum Teil aufgebracht. Die Polizei musste wegen der Schlange eine Straße sperren. Jonus Blenz von der rumänisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Offenbach berichtete dem hr von Kapazitätsproblemen: Aus Bukarest habe man nur sechs Wahlkabinen und sechs Stempel erhalten.

Videobeitrag
hs

Video

zum Video Viel Andrang bei Europawahl in Hessen

Ende des Videobeitrags

Laut rumänischem Botschafter gibt es "mehrere Erklärungen" für das Chaos: Demnach kenne man nicht die genaue Anzahl an Rumänen, die sich in Deutschland aufhalten. Vorsorglich habe man die Zahl der Wahllokale bereits von 15 im Jahr 2016 auf 25 erhöht. Das habe sich dennoch als "unzureichend" herausgestellt. Eine Verlängerung der Abstimmung bis 23 Uhr oder 24 Uhr sei von den rumänischen Behörden nicht akzeptiert worden. Laut Feuerwehr wurde in Offenbach die Öffnungszeit am Wahlsonntag von 18 Uhr auf 22 Uhr verlängert.

Botschafter bedauert Unannehmlichkeiten

Zudem gebe es noch kein elektronisches Wahlsystem und keine Briefwahl. Am Ende sei es, so der Botschafter, zu Konflikten und "Gewaltszenen" gekommen, "die nicht vermieden werden konnten und die wir bedauern". Hurezeanu entschuldigt sich in dem Brief bei den rumänischen Wählern, die "nach vielen Stunden Wartezeit" verständlicherweise nervös geworden seien. Ebenso bedauere er die "durch diese Umstände bedingten Unannehmlichkeiten für die deutschen Gemeinden".

Sendung: hr-iNFO, 29.05.2019, 16 Uhr