NPD-Ortsvorsteher Jagsch

Die umgehende Wiederabwahl des NPD-Funktionärs Stephan Jagsch als Ortsvorsteher in Altenstadt-Waldsiedlung wird immer wahrscheinlicher. Inzwischen haben alle verbliebenen Ortsbeiräte einen entsprechenden Antrag unterschrieben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found NPD-Ortsvorsteher: Acht Ortsbeiräte für Abwahl

Das Schild des Ortsteils Waldsiedlung der Gemeinde Altenstadt steht am Ortseingang.
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Kaum begonnen, könnte die Amtszeit von NPD-Politiker Stefan Jagsch als Ortsvorsteher in Altenstadt-Waldsiedlung (Wetterau) auch schon bald wieder zu Ende sein. Fünf Tage nach der bundesweit Aufsehen erregenden Wahl des Rechtsextremisten, haben inzwischen alle übrigen acht Ortsbeiratsmitglieder einen Abwahlantrag gestellt. Dies bestätigte die Altenstädter NPD dem hr auf Anfrage.

Sondersitzung muss einberufen werden

Bereits gestern hatten sieben der insgesamt neun Ortsbeiräte den Abwahlantrag gegen Jagsch unterschrieben - und damit das notwendige Quorum von zwei Dritteln erreicht. Der Abwahlantrag soll nun Jagsch überbracht werden. Der Ortsvorsteher muss dann unverzüglich einen Termin für seine Abwahl benennen. Vermutlich muss dafür eine Sondersitzung anberaumt werden. Die nächste reguläre Ortsbeiratssitzung würde turnusgemäß erst in zwei Monaten stattfinden.

Kein anderer Kandidat vorhanden

Die Wahl Jagschs am vergangenen Donnerstag hatte bundesweit und international Aufsehen erregt. Besonderes Entsetzen löste die Tatsache aus, dass Jagsch einstimmig - also auch mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP ins Amt gewählt worden war.

Die Vertreter der demokratischen Parteien rechtfertigten ihr Verhalten damit, dass nach dem Rücktritt des bisherigen Ortsbeiratsvorsitzenden kein anderer Kandidat außer Jagsch zur Verfügung stand.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorgangs hatten Landes- und Bundespolitiker das Verhalten ihrer Parteikollegen in Altenstadt-Waldsiedlung scharf verurteilt und gefordert, Jagsch schnellstmöglich wieder abzuwählen.

Jagsch bekräftigte derweil seine Absicht, gegebenenfalls juristisch gegen eine Abwahl vorzugehen. Der hr sagte der stellvertretende Vorsitzende der NPD-Hessen, dass er den Abwahlantrag noch nicht erhalten habe. Er werde ihn in jedem Fall von seinem Anwalt auf Formfehler überprüfen lassen.

Sendung: hr-iNFO, 10.09.2019, 11:00 Uhr