Bildkombo mit drei Fotos: links Ehepaar Feldmann; mitte Feldmann, wie er nach dem Pokal, den Fußballtrainer und -spieler tragen, greift; rechts Feldmann im Flugzeug, wie er eine Ansage macht.

Die Frankfurterinnen und Frankfurter entscheiden per Bürgerentscheid über die Abwahl ihres Oberbürgermeisters Peter Feldmann. Wie konnte es dazu kommen? Die Chronologie der Ereignisse.

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Die Chronologie der Causa Feldmann

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Erst die Anklage und der Durchsuchungsbeschluss in der AWO-Affäre, dann das Video mit sexistischen Kommentaren im Flieger nach Sevilla, gefolgt vom Pokal-Gate beim Europapokalsieger-Empfang der Eintracht – und schließlich Aussagen im Korruptionsprozess, die für Empörung sorgten: Seit mehreren Monaten steht Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ununterbrochen in den Schlagzeilen.

Insbesondere nach den jüngsten Fehltritten in der ersten Jahreshälfte 2022 forderten zahlreiche Parteien seinen Rücktritt vom Amt - inklusive seiner eigenen Partei. Doch Feldmann lehnt ab und nahm auch die Abwahl durch die Stadtverordneten nicht an. Nun muss er sich am 6. November einem Bürgerentscheid über seine Abwahl stellen.

Wir zeichnen die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge nach:

November 2019: Gehaltsaffäre um Feldmanns Ehefrau

Die ersten Vorwürfe gegen Peter Feldmann und seine Lebensgefährte Zübeyde werden bekannt: Ein hr-Bericht deckt auf, dass Zübeyde T. bei der AWO ein deutlich höheres Gehalt als andere Beschäftigte in vergleichbaren Positionen bekam. Sie war 2015 als Leiterin der ersten deutsch-türkischen Kita "Dostluk - Freundschaft" angestellt worden. Damals war sie bereits mit Feldmann liiert, aber noch nicht verheiratet. Die Ehe wurde im April 2016 geschlossen.

Aus internen Belegen der AWO, die dem hr vorliegen, geht hervor, dass die Ehefrau Feldmanns bereits im September 2017 die höchstmögliche Bezahlung in ihrer Tarifgruppe erhielt. Um die Endstufe zu erreichen, müsste eine Mitarbeiterin normalerweise 17 Jahre lang in dieser Tarifgruppe arbeiten. Später bekam Zübeyde Feldmann außerdem einen Dienstwagen von der AWO gestellt. Die AWO Frankfurt erklärt, es seien keine Vorteile gewährt worden.

Auch gegen Feldmann selbst gibt es Vorwürfe: Vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister hatte Feldmann eine Stabsstelle bei einer zur AWO Frankfurt gehörenden Stiftung. Nach Aussage einer ehemaligen AWO-Mitarbeiterin sei für ihn eine Stelle geschaffen worden, die es vorher nicht gegeben habe und die nach seinem Wechsel in das OB-Amt auch nicht mehr besetzt worden sei.

November 2019: Feldmann bestreitet Einflussnahme

Nach mehreren Tagen meldet sich Feldmann zu Wort. Er bestreitet, Einfluss auf die Bezahlung seiner Frau genommen zu haben. Feldmann betont, er sei auch "nicht der Typ, der Gehaltszettel oder Verträge seiner Frau kontrolliert".

Die AWO erklärt im Rahmen einer "Transparenzoffensive", der Dienstwagen für die Ehefrau des Oberbürgermeisters sei kein einzigartiges Privileg gewesen - auch andere AWO-Kita-Leitungen hätten einen. Offen bleibt die Frage, warum Zübeyde Feldmann den Dienstwagen erst ab Juli 2016 nutzte, als sie in Elternzeit war und nicht mehr als Kita-Leiterin arbeitete.

Dezember 2019: Feldmann bedauert Schweigen

Im Frankfurter Stadtparlament bedauert Feldmann, lange zu den Vorwürfen geschwiegen zu haben: "Es wäre besser gewesen, engagiert zu kommunizieren." Hinsichtlich des Dienstwagens seiner Frau wäre im Nachhinein betrachtet "mehr Sensibilität angebracht" gewesen, so Feldmann. Der Oberbürgermeister wiederholt, er habe keinen Einfluss auf die Bezahlung seiner Frau gehabt.

Januar 2020: Zübeyde Feldmann zahlt Geld zurück

Zübeyde Feldmann zahlt nach Angaben der AWO zu viel kassierte Gehälter freiwillig zurück. Es gehe um einen "knapp vierstelligen" Betrag - ob es sich dabei um einen monatlichen Differenzbetrag oder eine Gesamtsumme handelt, wollte ein AWO-Sprecher nicht erläutern.

August 2020: Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft beginnt ein Ermittlungsverfahren zu Gehalt und Dienstwagen von Zübeyde Feldmann. Es werde aber nicht gegen die Eheleute Feldmann, sondern gegen namentlich nicht genannte ehemalige Verantwortliche der AWO ermittelt.

Aus Zübeyde Feldmanns Arbeitsvertrag geht hervor, dass die damalige Sonderbeauftragte des AWO-Kreisverbandes Frankfurt, Hannelore Richter, handschriftlich das Einkommen hochstufte. So bekam Feldmann monatlich rund 660 Euro mehr als üblich.

August 2020: Feldmann beantragt Disziplinarverfahren

Peter Feldmann beantragt beim hessischen Innenministerium die Einleitung eines Disziplinarverfahrens. Er will damit klären lassen, ob er sich in seiner Funktion als Stadtoberhaupt etwas zu Schulden hat kommen lassen.

August 2020: Hinweis auf Einflussnahme

Es gibt neue Vorwürfe gegen Feldmann: Der hr berichtet über einen Hinweis darauf, dass der Oberbürgermeister sich 2018 bei Verhandlungen der AWO mit der Stadt für den Sozialverband eingesetzt habe. Dabei ging es um die geplante Umnutzung eines AWO-Pflegeheims, das fortan als Unterkunft für Geflüchtete dienen sollte.

Frankfurts Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) belastet den Oberbürgermeister in diesem Zusammenhang: Sie berichtet, Feldmann habe sie 2018 in der Pause einer Theaterpremiere angesprochen - kurz nachdem sie entschieden hatte, die Zusammenarbeit mit der AWO bei der Unterbringung von Geflüchteten zu beenden. Feldmann habe sie dazu aufgefordert, sich mit der AWO zu einigen.

Auch gegen Zübeyde Feldmann gibt es neue Vorwürfe: Der Wiesbadener Kurier berichtet, sie habe von 2014 bis 2017 von der AWO Wiesbaden mehrere 10.000 Euro Gehalt bekommen. Nach Aussage der heutigen AWO-Verantwortlichen habe sie dafür "keine erkennbare Arbeitsleistung erbracht".

September 2020: Der "gläserne Oberbürgermeister"

Feldmann kündigt an, er wolle "Deutschlands erster gläserner Oberbürgermeister" werden. Er veröffentlicht seinen Steuerbescheid und Listen von Treffen mit Lobby-Verbänden auf der Homepage der Stadt Frankfurt. Die Dokumente bringen allerdings keine Aufklärung in der Frage nach Feldmanns Verhältnis zur AWO und möglicher Einflussnahme.

September 2021: Praktikum mit Erzieherinnen-Gehalt

In den Fokus rückt nun Zübeyde Feldmanns Tätigkeit in einer Kita der AWO Frankfurt von November 2014 bis Ende März 2015. Nach hr-Informationen war sie dort als Praktikantin eingesetzt. Eine interne Mail zeigt allerdings, dass dir in dieser Zeit ein Erzieherinnen-Gehalt bezog.

Peter Feldmann reagiert empört auf Fragen des hr zur Bezahlung seiner Frau, von der er inzwischen getrennt lebt: "Die Unterstellung, dass meine Frau abkassiert und auf der faulen Haut gelegen habe, ist eine bodenlose Unverschämtheit. Um es deutlich zu sagen: Sie hat hart für ihr Geld gearbeitet - und zwar richtig, nicht als Praktikantin," erklärt er.

März 2022: Anklage gegen Feldmann

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt erhebt Anklage gegen Feldmann. Es geht um den Verdacht der Vorteilsannahme im Amt. Die Staatsanwaltschaft begründet den Korruptionsverdacht nicht nur mit dem überhöhten Gehalt für Feldmanns Ehefrau. Sie führt auch einen neuen Vorwurf auf: Eine Verantwortliche des Frankfurter AWO-Kreisverbands soll Feldmann im OB-Wahlkampf 2018 durch Einwerbung von Spenden unterstützt haben.

Nach hr-Informationen soll es sich dabei um Ex-AWO-Geschäftsführerin Hannelore Richter handeln, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermuntert haben soll, für Feldmann Geld zu spenden. "Im Gegenzug soll der Angeschuldigte mit der damaligen Verantwortlichen der AWO stillschweigend übereingekommen sein, dass er bei seiner Amtsführung künftig die Interessen der AWO Frankfurt wohlwollend berücksichtigen werde", so die Staatsanwaltschaft.

Feldmann selbst bezeichnet die Vorwürfe als "haltlos und maßlos". und bekräftigt, seine Arbeit als Oberbürgermeister weiterzuführen: "Ich werde mich nicht verstecken - und zugleich bei öffentlichkeitswirksamen Auftritten und bei Veranstaltungen Augenmaß walten lassen." Die Frankfurter CDU fordert Feldmanns Rücktritt.

Das von Feldmann ein Jahr zuvor beantragte Disziplinarverfahren beim Innenministerium ruht mittlerweile. Wie ein Sprecher von Innenminister Peter Beuth (CDU) mitteilt, wolle man zuerst die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in dieser Sache abwarten.

April 2022: "Ich bin nicht korrupt"

Bei einem Auftritt im Frankfurter Stadtparlament erklärt Feldmann: "Ich bin nicht korrupt." Nach seiner Rede, in der Feldmann die Vorwürfe erneut zurückweist, bleibt es still im Saal: Nicht einmal die SPD-Fraktion applaudiert.

Wenige Tage später kündigt Feldmann an, nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit 2024 nicht mehr als Oberbürgermeister anzutreten. Seine Partei, die SPD, fordert: Falls die Anklage gegen Feldmann vor Gericht zugelassen werde, müsse der Oberbürgermeister zurücktreten.

April 2022: Durchsuchungsbeschluss

Die Staatsanwaltschaft erwirkt einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss für Büro- und Privaträume von Feldmann. Zur Begründung teilt eine Sprecherin mit, es gebe neue Erkenntnisse in dem Fall.

Da der Oberbürgermeister sich kooperativ zeigt und die von den Ermittlern gesuchten Unterlagen herausgibt, findet nach Aussage seines Sprechers keine Durchsuchung statt.

Mai 2022: Das Pokal-Gate

Feldmann sorgt beim Empfang der Europapokalsieger von Eintracht Frankfurt am Römer für Irritationen. Auf dem Weg zum Balkon nimmt er Eintrachts Kapitän Sebastian Rode und Trainer Oliver Glasner den Pokal aus der Hand und erntet dafür reichlich Spott. Feldmann entschuldigt sich später, dass er in jenem Moment mehr Fan als Oberbürgermeister gewesen sei.

Auch auf dem Balkon gibt es Ungereimtheiten. Nach hr-Informationen veranlasst Feldmann zwischenzeitlich, dass nur die Mannschaft und er den Balkon des Römers betreten durften. Das Sicherheitspersonal habe deshalb unter anderem Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Philip Holzer das Betreten des Balkons untersagt.

Mai 2022: Die sexistische Äußerung

Ein Video kursiert auf Twitter: Zu sehen ist die Ansprache von Feldmann auf dem Flug nach Sevilla zum Europapokalfinale der Frankfurter Eintracht. Feldmann spricht in dem Video davon, dass ihn die Flugbegleiterinnen "hormonell am Anfang erst mal außer Gefecht gesetzt" hätten. Die Kritik an der sexistischen Äußerung ist im Netz groß.

Im Anschluss entschuldigt sich Feldmann für die Aussage. "Das war ein blöder Spruch, den ich noch vor Ort zurückgenommen habe", teilt er dem hr auf Nachfrage mit. "Es tut mir unendlich leid. Das war nicht in Ordnung, ohne Wenn und Aber. Ich verspreche, es wird nie wieder vorkommen."

Mai 2022: Rücktrittsforderungen

Grüne, CDU, FDP und Volt sprechen sich für einen Rücktritt von Feldmann aus. Der OB habe sich weder bei öffentlichen Auftritten zurückgehalten, wie er es nach der Anklage gegen ihn in der AWO-Affäre angekündigt habe. Noch trage er zur Aufklärung in der Affäre bei, kritisieren die Frankfurter Grünen. "Stattdessen hat sein Verhalten einen neuen Tiefpunkt erreicht, mit dem er Stadt und Kommunalpolitik zutiefst beschämt", schreibt die Parteiführung.

Auch die eigene Partei, die örtliche SPD, fordert Feldmanns Rücktritt. Das erfordere die Würde des Amts, das Ansehen der Stadt und die Handlungsfähigkeit des Magistrats, sagt der stellvertretende Parteivorsitzende Kolja Müller. Das Verhalten reihe sich in eine Reihe weiterer Fehlleistungen ein.

Feldmann äußert sich daraufhin zu den Vorwürfen und parteiübergreifenden Rücktrittsforderungen. Einen freiwilligen Abgang lehnt er ab und entschuldigt sich abermals für sein Verhalten. Mit der SPD wolle er über ein Ruhen seiner Mitgliedschaft sprechen.

Mai 2022: Gerichtsverfahren

Jetzt ist es entschieden: Feldmann wird sich in einem Gerichtsverfahren wegen des Verdachts der Vorteilsnahme verantworten müssen. Hintergrund ist die Korruptionsaffäre rund um die Frankfurter AWO. Am 30. Mai teilt das Landgericht Frankfurt mit, dass es die Anklage der Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen den SPD-Politiker zulässt. Feldmann begrüßt den Schritt.

Juni 2022: Feldmann will sich Bürgervotum stellen

Die Römerkoalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt fordert Feldmann zum Rücktritt auf. Sollte Feldmann dem nicht nachkommen, werde man ein Abwahlverfahren starten. Feldmann lehnt ab. "Ich liebe meinen Job, aber ich klebe nicht an meinem Stuhl. Ich habe keine Sorgen davor, mich zum dritten Mal dem direkten Votum der Frankfurterinnen und Frankfurter zu stellen", sagte er.

Juli 2022: Feldmann will sein Amt doch freiwillig niederlegen

Am 5. Juli kündigt Peter Feldmann an, sein Amt Ende Januar 2023 niederlegen zu wollen. "Damit möchte ich der Stadt Frankfurt ein quälendes und teures Abwahlverfahren ersparen - und die Gelegenheit nutzen, meine Amtsgeschäfte nach nunmehr über zehn Jahren zu einem ordentlichen Abschluss zu bringen", teilt der Frankfurter Oberbürgermeister in einer Mitteilung der Stadt mit.

Feldmann appelliert in dem Schreiben, Verantwortliche sowie Bürgerinnen und Bürger sollten "die ausgetretenen Pfade der Schuldzuweisung und der personalisierten Vorwürfe" verlassen. Jetzt sei wichtig, dass "die ausgestreckte Hand von beiden Seiten in freier Entscheidung" ergriffen werde.

Juli 2022: Abwahlantrag gegen Feldmann eingereicht

Am 8. Juli äußert sich Feldmann in einer Pressekonferenz. Es gebe zwei Wege, vorgezogener Ruhestand oder Abwahl, sagte er. Er habe zwei Schreiben aufgesetzt, die er in der folgenden Woche seinem Notar übergeben werde. Zu diesem Schritt sei er nicht aufgefordert worden, betonte Feldmann, sondern weil er es selbst so wolle. "Finanzielle Erwägungen spielen keine Rolle", sagte er.

Am 11. Juli veröffentlicht Peter Feldmanns Büro auf der Webseite der Stadt eine Mitteilung, in der von einem vorzeitigen Ruhestand nicht mehr die Rede ist. Stattdessen kündigt er nunmehr an, sich im Januar 2023 von der Stadtverordnetenversammlung abwählen zu lassen.

Doch die Römer-Koalition nimmt das Angebot nicht an: Am 14. Juli wählt die Stadtverordnetenversammlung mit einer Zweidrittelmehrheit den Oberbürgermeister ab. Feldmann hat eine Woche Zeit, seinen Chefsessel zu räumen. Da er die Abwahl jedoch nicht annimmt, kommt es am 6. November zu einem Bürgerentscheid. Dann sind rund 510.000 Stimmberechtigte aufgerufen, sich für oder gegen den Verbleib des umstrittenen OB zu entscheiden.

Oktober 2022: Prozess gegen Feldmann beginnt

Oberbürgermeister Peter Feldmann muss sich seit dem 18. Oktober vor dem Landgericht Frankfurt wegen der Korruptionsvorwürfe verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer im März eingereichten Anklage vom Tatverdacht der Vorteilsannahme aus.

Am 27. Oktober äußert sich Feldmann über seine Verteidigung zu den Vorwürfen und bestreitet jegliche Einflussnahme bei der AWO und beim Zustandekommen des Arbeitsvertrags seiner Frau Zübeyde Feldmann bei einer AWO-Kita.

Für Empörung bei vielen Beobachterinnen und Beobachtern des Prozesses sorgt derweil, welche Details Feldmann aus der Beziehung zu seiner Ehefrau offenbart, um seine Argumentation zu stützen. Sein Verteidiger verliest Äußerungen über eine ungewollte Schwangerschaft und das gemeinsame Kind. Einen Tag später entschuldigt sich Peter Feldmann über Facebook öffentlich bei seiner mittlerweile sechs Jahre alten Tochter.

Der dritte Verhandlungstermin am 31. Oktober sollte der letzte vor dem Bürgerentscheid sein. Erwartet waren Aussagen wichtiger Zeuginnen. Feldmann erscheint jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht. Einerseits stehe er unter einem "psychischen Ausnahmezustand", andererseits sei er positiv auf Corona getestet worden. Ursprünglich waren für den Prozess sechs Verhandlungstage angesetzt, der nächste ist für den 9. November angesetzt.

November 2022: Feldmanns Abwahl und sein letzter Tag als OB

Am 6. November sind mehr als eine halbe Million Frankfurter und Frankfurterinnen aufgerufen, über die Abwahl ihres Oberbürgermeisters Peter Feldmann zu entscheiden. Mindestens 30 Prozent der Wahlberechtigten müssen sich beteiligen, damit das Ergebnis zählt. Das nötige Quorum wird deutlich übertroffen und das Ergebnis fällt überraschend klar aus: Nach dem vorläufigen Endergebnis sind 95,1 Prozent der abgegebenen Stimmen für die Abwahl des 64-Jährigen, knapp 202.000 Wahlbeteiligte votierten dafür.

Feldmann bedankt sich noch am Abend im Römer bei den Menschen, die ihn in den vergangenen Jahren unterstützt haben. Nach dem Austritt aus seinem Amt am 11. November könne sich die Stadt endlich wieder auf die wichtigen sozialen Themen konzentrieren und nicht auf die personenbezogenen, sagt Feldmann. Die Koalitionsparteien im Römer aus SPD, Grüne, FDP und Volt zeigen sich erleichtert. Unabhängig vom Strafverfahren gebe es nun Klarheit für alle Frankfurterinnen und Frankfurter, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Magistratsgruppensprecher der Bündnis-Parteien.

Unmittelbar nach Feldmanns Abwahl beginnt für die Parteien im Römer die Suche nach ihrem Wunschkandidaten für die Neuwahl des Oberbürgermeisters im März 2023. Die CDU legt sich schon einen Tag später auf den ehemaligen Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker fest. Nur wenige Tage später präsentiert die SPD ihren Wunschbewerber: den Planungs- und Sportdezernenten Mike Josef.

Mit der Verkündung des amtlichen Endergebnisses des Bürgerentscheids am 11. November endet Feldmanns Amtszeit offiziell. Bis zur Neuwahl im März übernimmt seine bisherige Stellvertreterin, Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne), die Amtsgeschäfte.

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