Audio

Audioseite Bernhard Vogel für Verdienste um deutsche Einheit ausgezeichnet

Point-Alpha-Preisträger Bernhard Vogel (r.) und Laudator Volker Bouffier

Kohl, Gorbatschow, Bush: Nun gehört auch Alt-Ministerpräsident Bernhard Vogel zu den Trägern des Point-Alpha-Preises für Verdienste um die Einheit Deutschlands. Die Auszeichnung nahm der 88-Jährige mit viel Demut entgegen.

88 Jahre ist Bernhard Vogel, der frühere Ministerpräsident von Thüringen und davor von Rheinland-Pfalz. Am Samstag in der Gedenkstätte Point Alpha zwischen Geisa in Thüringen und Rasdorf in Hessen sagte der CDU-Politiker, er fühle sich zwar geehrt und erfreut. "Aber vor allem fühle ich mich beschämt."

Das sagte der CDU-Politiker unter anderem mit Blick auf die bisherigen Träger des Point-Alpha-Preises für Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas, den er an diesem Tag empfing. Die Auszeichnung hatten zuvor unter anderem der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU), Ex-Kreml-Chef Michail Gorbatschow und der ehemalige US-Präsident George Bush Senior erhalten.

Bouffier: "Eine herausragende Person"

Der frühere Regierungschef von Thüringen und Rheinland-Pfalz sei "eine der herausragenden Personen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland", sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in seiner Laudatio über Vogel.

Vor allem sei es ihm jedoch gelungen, dass die Menschen in Thüringen ihm nach der Wende Vertrauen entgegengebracht und ihn als Landesvater akzeptiert hätten. "Sie mögen die Menschen und die Menschen mögen Sie."

Denkmal für andere gewünscht

Vogel selbst befand bescheiden: Wenn er auf die bisherigen Preisträger blicke, könne er sich nicht ohne weiteres hinzuzählen. Er betonte, dass man angesichts des DDR-Unrechtsstaats nie vergessen dürfe, zu was Engstirnigkeit und Ideologie führen könnten.

Dass die Wiedererrichtung des Freistaats Thüringen gelungen war, sei nicht sein Verdienst gewesen, sagte Vogel weiter. Sondern es sei der Verdienst der Menschen vor Ort, die nach der Wende aus dem Stand Aufgaben übernommen hätten, auf die sie in keiner Weise vorbereitet waren. "Diesen Männern und Frauen sollte man ein Denkmal setzen." Ein weitere Laudatio auf Vogel hielt Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke).

Einziger Ost- und West-Länderchef

Bernhard Vogel war der einzige Ministerpräsident, der je ein Land in West- und Ostdeutschland regiert hat. Von 1976 bis 1988 war er Regierungschef in Rheinland-Pfalz. Nach der Wende regierte er von 1992 bis 2003 in Thüringen. Damit kommt er auf insgesamt 23 Jahre Regierungszeit.

Den mit 25.000 Euro dotierten Point-Alpha-Preis, den das Kuratorium Deutsche Einheit e.V. verleiht, hatte Vogel eigentlich schon im vergangenen Jahr erhalten sollen. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Preisverleihung jedoch verschoben.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen