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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kreis Hersfeld-Rotenburg kippt Präsenzunterricht

Schülerinnen und Schüler sitzen mit Gesichtsmasken bekleidet im Klassenraum vor einem Computer.

In ganz Hessen steigt die Corona-Inzidenz an. Mancherorts ist sie besonders hoch. Drei Kreise schränken nun deshalb wieder den Schulbetrieb ein - andere wollen noch abwarten. Ein Überblick.

In Hessen steigt die Corona-Sieben-Tage-Inzidenz weiter an: Sie lag am Freitag landesweit bei 129,7. In einigen Kreisen ist sie deutlich höher. Der Lahn-Dill-Kreis, der Landkreis Hersfeld-Rotenburg und der Kreis Gießen haben als Reaktion darauf in dieser Woche entschieden, den Schulbetrieb wieder stärker einzuschränken.

Für die Schüler und Schülerinnen der Klassen 1 bis 6 entfällt dann wieder die Präsenzpflicht. Sie waren in den vergangenen Wochen im Wechselunterricht. Für sie gilt dann wieder Distanzunterricht - wie schon länger für die Schüler ab Klassen 7. Nur die Abschlussklassen werden weiter in die Schule unterrichtet. Auch die Kitas sind von den neuen Regelungen betroffen. Hier ein Überblick:

Hersfeld-Rotenburg: Viele Kitas betroffen

In Hersfeld-Rotenburg lag die Inzidenz am Freitag bei 302, also deutlich höher als in allen anderen hessischen Landkreisen. Nach Angaben des Gesundheitsamtes des Kreises gibt es mehrere Infektionscluster vor allem in Kitas: "Derzeit sind vor allem Kindergärten im Ostkreis betroffen, aber auch in Kirchheim, Bebra und weiteren Kommunen", sagte Amtsärztin Adelheid Merle am Dienstag.

Seit Donnerstag sind deshalb alle Kindertagesstätten im Kreis geschlossen. Außerdem müssen alle Schülerinnen und Schüler in den Distanzunterricht - mit Ausnahme der Abschlussklassen.

Wegen der Nähe zum Kreis Hersfeld-Rotenburg wird ab Montag auch an den Schulen in Sontra (Werra-Meißner) der Präsenzunterricht ausgesetzt. Nach Angaben des Kreises vom Freitag sind davon die Adam-von-Trott-Schule und die Regenbogenschule betroffen.

Auch Kreise Gießen und Lahn-Dill stoppen Präsenzunterricht

Der Kreis Gießen entschied am Donnerstag, den Präsenzunterricht an den Schulen ab Montag komplett zu stoppen - bis auf die Abschlussklassen. Die Inzidenz lag am Freitag bei 133. Auch hier ist laut Landrätin Anita Schneider (SPD) die Verbreitung des Virus in jüngeren Altersgruppen ein Grund für den Anstieg.

Auch der Lahn-Dill-Kreis kündigte am Freitag an, den Präsenzunterricht der Klassen eins bis sechs ab Montag bis zu den Osterferien auszusetzen. Kindergärten bleiben zwar geöffnet. Der Kreis appellierte aber an die Eltern, die Kita-Kinder möglichst zuhause zu lassen. Der Kreis berechnete für Freitag eine Inzidenz von 202. Dieser Wert ist etwas höher als der, den das Robert-Koch-Institut für den Lahn-Dill-Kreis ausweist (189) - das liegt an unterschiedlichen Berechnungsmethoden.

Stadt Offenbach und Landkreis Fulda warten noch ab

In der Stadt Offenbach lag die Inzidenz am Freitag bei 214. Ein Sprecher sagte dem hr, man werde deshalb am Montag darüber beraten, ob es wieder stärkere Einschränkungen geben wird - zum Beispiel eine nächtliche Ausgangssperre. Damit orientiere man sich am Eskalationskonzept des Landes Hessen. Das sehe ab einer Inzidenz von 200 vor, dass Kommunen weitere Einschränkungen prüfen müssen. Einschränkungen des Schulbetriebs seien aber zunächst nicht geplant.

Der Landkreis Fulda (Inzidenz am Freitag rund 179) teilte auf hr-Anfrage mit, man werde am Montag über mögliche Einschränkungen des Schulunterrichts entscheiden.

Der Kreis Limburg-Weilburg mit einer Inzidenz von rund 156 kündigte am Freitag an, dass ab Montag eine Maskenpflicht in allen Schulen gilt - hielt aber zunächst am Präsenzunterricht fest.

Keine verbindliche Regel zu Ausgangssperren

In ganz Hessen werden ab Montag einige Lockerungen wieder zurückgenommen. Das hatte das hessische Corona-Kabinett am Dienstag beschlossen.

Geschäfte dürfen keine Termine zum Einkaufen mehr anbieten - stattdessen dürfen Kundinnen und Kunden nur noch per "Click & Collect" kontaktlos bestellen und abholen. Außerdem müssen Museen wieder schließen.

Eine landesweite Regelung, nach der ab einer bestimmten Inzidenz automatisch härtere Maßnahmen wie Ausgangssperren in Kraft treten, gibt es nicht. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte am Dienstag gesagt, es sei sinnvoller, wenn die Behörden in den Regionen das vor Ort entschieden.

Sendung: hr4, 26.03.2021, 12.45 Uhr