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In Marburg wollen sich Vertreter der sogenannten Neuen Rechten zu einer Konferenz in den Räumen der völkischen Burschenschaft Germania treffen. Ein Bündnis ruft zu Gegenprotesten auf.

Gegen ein für den 26. Oktober angekündigtes Treffen von Vertretern der sogenannten Neuen Rechten in Marburg formiert sich Widerstand. Das Marburger Bündnis gegen Rechts ruft zu Gegenprotesten unter dem Motto "Nazivillen dicht machen! Europa entnazifizieren, in Marburg anfangen!" auf.

Ankünding der "Junges Europa" Konferenz in Marburg

Anlass für die Demonstration ist eine Konferenz, die laut einer in den sozialen Netzwerken kursierenden Ankündigung in den Räumen der völkischen Burschenschaft Germania Marburg stattfinden soll. Die Veranstaltung trägt den Titel "Junges Europa". Als Referenten angekündigt sind Thor von Waldstein, ein rechtsextremer Publizist und Anwalt, der unter anderem den Holocaust-Leugner Fred Leuchter vor Gericht vertrat, der italienische Philosoph Diego Fusaro und John Hoewer, Vorstandsmitglied der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) in Sachsen-Anhalt.

Bereits die zweite Konferenz dieser Art

Es ist bereits die zweite Verstanstaltung dieser Art im sogennanten Germanenhaus. Im November 2018 trafen sich rund 150 Rechte zur ersten Jungeuropa-Konferenz. Auf dem Podium saß seinerzeit mit Alain de Benoist einer der führenden Vordenker der Neuen Rechten. Das Publikum bestand aus Burschenschaftern, Aktivisten der rechtsextremen Identitären Bewegung, Vertretern von Junger Alternative und AfD sowie der neonazistischen Kleinpartei III. Weg.

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"Wir beobachten, dass Burschenschaftshäuser sich schon seit Längerem zu Treff- und Vernetzungspunkten der extremen Rechten entwickeln", sagt Ina Pallinger, Vertreterin des Marburger Bündnisses gegen Rechts. Das gelte insbesondere für das Germanenhaus in Marburg.

Burschenschafter unter extrem Rechten

Tatsächlich sind zahlreiche "Germanen" mittlerweile in verschiedenen rechten und extrem rechten Zusammenhängen aktiv. Der hessische Regionalleiter der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung, Heinrich Mahling, war ebenso bei der Germania aktiv wie mehrere Mitarbeiter der AfD in verschiedenen Bundesländern und Funktionsträger der Jungen Alternative.

Der bekannteste "Germane" dürfte derweil Philip Stein sein. Der Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft hat es mittlerweile zum Leiter der rechten Kampagnennetzwerks "Ein Prozent" gebracht und betätigt sich seit einigen Jahren auch als Verleger. Der Name seines Verlags: Jungeuropa.

Bereits gegen die erste Jungeuropa-Konferenz hatte es Proteste gegeben. Seinerzeit demonstrierten rund 600 Menschen gegen das Treffen. Auch diesmal rechnet das Bündnis gegen Rechts mit mehreren hundert Teilnehmern.