Schatten von Bouffier und Al-Wazir auf Plakat der Regierung aus CDU und Grünen.

Der hr-Hessentrend hat einen großen Gewinner und viele Verlierer. Die CDU führt ihren starken Zugewinn auf das Corona-Krisenmanagement zurück, die Grünen wissen nicht, ob sie sich freuen sollen. Die Reaktionen auf die Umfrage.

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Wie im Bund, so auch in Hessen: Die einzige Partei, die stark von der Corona-Krise profitiert, ist die CDU. Das geht aus den Ergebnissen des hr-Hessentrends hervor. Bei der Union führt man den stark gestiegenen Zuspruch auf "besonnene Arbeit" in der Krisensituation zurück. Die Grünen üben sich trotz merklicher Verluste in Optimismus, sehen aber "Luft nach oben". Die Linke spricht als großer Verlierer von einem "bitteren Moment". Die Reaktionen.

Die Grafik zeigt die Ergebnisse der sogenannten Sonntagsfrage. CDU: 36% - Grüne: 20% - SPD:18% - AfD:10% - FDP: 7% - Linke: 4% - Sonstige:5%

CDU feiert "besonnenes" Krisenmanagement

Als große Bestätigung der eigenen Arbeit wertet die CDU die Ergebnisse der jüngsten Sonntagsfrage für Hessen. Der Grund für das satte Plus von 10 Prozent war von allen Verantwortlichen schnell ausgemacht: "Die deutlich gestiegene Zustimmung ist eine Anerkennung für das geleistete Krisenmanagement der CDU-geführten Landesregierung", sagte Generalsekretär Manfred Pentz am Donnerstag.

Das sei ein "tolles Ergebnis für unsere besonnene und mit großem Sachverstand geleistete Arbeit", betonte Pentz. Die Menschen würden der CDU am ehesten zutrauen, "mit der größten Herausforderung unserer Zeit seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges fertig zu werden".

Auch der Integrationspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Ismail Tipi, stellte auf Twitter "Besonnenheit" und "Weitsicht" heraus und folgerte: "Die Menschen in Hessen vertrauen der CDU und Ministerpräsident Volker Bouffier."

Der Hessen-Trend zeigt, dass sich Besonnenheit und Weitsicht in Krisensituation bewähren. Die Menschen in Hessen vertrauen der CDU und Ministerpräsident Volker Bouffier! Das ist für uns der Antrieb, weiter verantwortungsbewusst gute Politik für die Bürger in Hessen zu machen.

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Grüne sehen "Luft nach oben"

In Reihen der Grünen schwankt die Stimmungslage zwischen Freude und Enttäuschung. Einerseits Freude darüber, dass die Partei weiterhin die Nummer zwei im Land ist und das Ergebnis der letzten Landtagswahlen (19,8 Prozent) bestätigen konnte, andererseits Enttäuschung über den Verlust gegenüber dem Hessentrend aus dem Februar (-5 Prozent). Da lagen sie noch fast gleichauf mit der CDU.

"Weiterhin sind wir mit 20 Prozent zweitstärkste Kraft in Hessen", teilten die Landesvorsitzenden Sigrid Erfurth und Philip Krämer am Donnerstag mit. Beide sehen allerdings "noch Luft nach oben". Das gute Ergebnis der CDU sei "im bundesweiten Kontext einzuordnen und anzuerkennen".

SPD und FDP freuen sich über Stabilität

Bei der SPD überwiegt die Erleichterung über den kleinen Aufwärtstrend. Generalsekretär Christoph Degen wertet den Zugewinn um zwei Prozentpunkte als Zeichen der Stabilisierung, wie er am Donnerstag mitteilte. Allerdings liege die Partei immer noch auf einem Niveau, "das uns nicht zufrieden stellen kann". Mit Blick auf das Resultat der CDU stellte Degen fest: "So alt die Erkenntnis auch sein mag, sie ist nach wie vor gültig – Krisenzeiten sind die Zeit der Regierung."

Die FDP freut sich ebenfalls über ein stabiles Ergebnis, die Liberalen haben in der Wählergunst weder gewonnen noch eingebüßt. "Obwohl Krisenzeiten traditionell Stunden der Exekutive sind, haben sich die Freien Demokraten erfreulich stabilisiert", sagte der Landesvorsitzende Stefan Ruppert.

"Bittere Momentaufnahme" für die Linke

Der größte Verlierer des Hessentrends ist die Linke. Mit nur noch vier Prozent wäre die Partei nicht einmal mehr im Landtag vertreten. "Diese Momentaufnahme ist richtig bitter", sagte der Landesvorsitzende Jan Schalauske am Donnerstag. Seine Partei müsse nach anderen Wegen suchen, mit ihren Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit Gehör zu finden.

AfD sucht Schuld bei den Medien

Auch die AfD hat erneut in der Wählergunst eingebüßt, sie verlor zwei Prozentpunkte gegenüber der Umfrage im Februar. Die Gründe sucht die Partei allerdings nicht bei sich selbst. Die Verluste seien auf die "Corona-Krise" und die "Berichterstattung der Medien über die AfD" zurückzuführen, sagte Landessprecher Klaus Herrmann am Donnerstag. Nach der Krise werde die AfD "zu alter Stärke zurückfinden".

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 14.05.2020, 19.30 Uhr