Außenansicht des Hessischen Landtags.

Vier der sechs Landtagsparteien haben in der Gunst der Wähler eingebüßt. Unzufriedenheit demonstriert nach dem aktuellen Hessentrend aber nur die SPD. Die Reaktionen.

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Ministerpräsident Bouffier im Landtag
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Die hessische CDU hat verhalten auf die Ergebnisse des neuesten Hessentrends reagiert. Die vom hr in Auftrag gegebene Umfrage ergab unter anderem, dass die Union in der Sonntagsfrage nur noch auf 26 Prozent kommt, ein Prozentpunkt weniger als beim vergangenen Hessentrend vom April 2019. Die Grünen legten vier Punkte zu und landen bei 25 Prozent.

CDU-Generalsekretär Manfred Pentz betonte am Montag, dass die CDU weiterhin stärkste Partei sei. "Selbstverständlich hätten wir in der Sonntagsfrage ein besseres Ergebnis gewünscht", räumte er ein. Man könne an den Werten von CDU und FDP ablesen, dass die Parteien in Hessen von Thüringen und den Folgen für die Bundespolitik nicht losgelöst seien. Pentz hob wiederum die hohen Popularitätswerte für Ministerpräsident Bouffier hervor.

Sonntagsfrage Hessentrend Januar 2020

SPD macht Schwierigkeiten im Bund verantwortlich

Die grünen Landesvorsitzenden Sigrid Erfurth und Philip Krämer sagten, sie seien dankbar für das große Vertrauen in bundesweit turbulenten Zeiten. Trotz der guten Werte bleibe man auf dem Teppich. Dass CDU und Grüne nun fast gleichauf liegen, kommentierten die Landesvorsitzenden mit den Worten, in der Koalition werde schon immer auf Augenhöhe gearbeitet.

Die SPD zeigte sich unzufrieden mit ihrem Ergebnis. Die Sozialdemokraten kamen in der Sonntagsfrage nur noch auf 16 Prozent (-3). Generalsekretär Christoph Degen sagte, der Wert könne die Partei nicht zufriedenstellen. Hauptgrund sei sicherlich, dass die Gesamtpartei nach den Schwierigkeiten des vergangenen Jahres im Bund noch nicht wieder Tritt gefasst habe. Degen würdigte allerdings, dass die Beliebtheitswerte der neuen Landesvorsitzenden Nancy Faeser stark gegenüber der letzten Umfrage gestiegen seien.

Linke freut sich über Kompetenzzuschreibung in Sachen Wohnraum

Die Linke im Landtag freute sich über ihre Verbesserung um zwei Punkte auf acht Prozent. Landesvorsitzender Jan Schalauske sagte, besonders erfreulich seien die guten Werte, die der Linken in der Lösung der Wohnungsfrage zugesprochen würden "und die große Glaubwürdigkeit, für mehr soziale Gerechtigkeit zu kämpfen".

Mit Blick auf die Ereignisse in Thüringen verwundere es nicht, dass die Mehrheit der Hessen die Demokratie in Gefahr sehen, betonte Schalauske. "CDU und FDP müssen sich klar von der äußersten Rechten abgrenzen", forderte er.

FDP sieht Oppositionsarbeit anerkannt

Obwohl die FDP im Vergleich zur Umfrage im April 2019 einbüßte (minus zwei Punkte auf sieben Prozent), sprach Landesvorsitzender Stefan Ruppert von einem stabilen Ergebnis. Die Sonntagsfrage zeige, "dass wir mit unserer Politik in Hessen den richtigen Kurs verfolgen".

Fraktionsvorsitzender René Rock sagte: "Die Hessen attestieren uns große Kompetenz in unseren Kernthemen wie zum Beispiel Bildung und Schule sowie Wirtschaft. Damit wird unsere gute Oppositionsarbeit anerkannt." Beide FDP-Politiker erwähnten die Thüringen-Wahl nicht.

Die AfD (minus ein Punkt auf zwölf Prozent) gab zunächst keine Stellungnahme zum Hessentrend ab.

Sendung: hr-iNFO, 17.02.2020, 12 Uhr