Auf dem Foto ist aus der Ferne der Ort Gellershausen im Landkreis Waldeck-Frankenberg zu sehen - umrandet von Feldern und Bergen.

Mit einem milliardenschweren Aktionsplan will die Landesregierung den ländlichen Raum aufwerten. Mehr Leute sollen im Homeoffice arbeiten können, weniger pendeln müssen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hinz stellt Aktionsplan für ländlichen Raum vor

Priska Hinz
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Die schwarz-grüne Landesregierung will die ländlichen Regionen in Hessen mit vielfältigen Förderprogrammen stärken. Diese werden im Aktionsplan "Starkes Land - gutes Leben" gebündelt, wie Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) bei der Vorstellung am Donnerstag sagte. Dafür stehen allein in diesem Jahr rund 1,2 Milliarden Euro im Haushalt bereit. Ein Teil des Geldes kommt aus dem Sondervermögen zur Bewältigung der Corona-Krise.

Um das Leben und auch Arbeiten auf dem Land attraktiver zu machen, spiele die Digitalisierung eine wesentliche Rolle, sagte Hinz. So sollen sowohl schnelles Internet als auch ein flächendeckendes Mobilfunknetz vorrangig ausgebaut werden.

270 Millionen Euro für schnelles Internet

Bis zum Ende der Legislaturperiode werden 270 Millionen Euro aufgewendet, damit bis 2025 jeder Haushalt über schnelles Internet verfügt, wie Hinz ankündigte. Schulen, Krankenhäuser und Gewerbegebiete sollen bis Ende nächsten Jahres an eine gigabitfähige Infrastruktur angeschlossen sein.

Der Aktionsplan umfasst nach Angaben der Ministerin insgesamt neun Handlungsfelder (Details unter www.land-hat-zukunft.de):

  • Belebung der Ortskerne inklusive Förderung von Gaststätten
  • Förderung des Bus-, Bahn- und Radwegenetzes sowie der Elektromobilität
  • Ausbau der digitalen Infrastruktur
  • Stärkung des dualen Studiums
  • Absatzförderung für regional erzeugte Lebensmittel
  • Landarztquote beim Medizinstudium und Förderung von Gesundheitszentren
  • "Vielfaltzentren" zur Integration von Zugewanderten und Flüchtlingen
  • Unterstützung von Wanderkinos und anderer kultureller Angebote
  • Kommunales Beratungszentrum für Finanzfragen

Hälfte der Hessen lebt auf dem Land

Die Umweltministerin sagte: "Mit der Corona-Pandemie ist eine neue Sehnsucht nach einem Leben auf dem Land entfacht." So ermögliche der verstärkte Trend zum Homeoffice, auch im ländlichen Raum zu arbeiten, ohne täglich in die vornehmlich in den Städten angesiedelten Büros fahren zu müssen. Das verringere auch den Verkehrsfluss und diene damit dem Klimaschutz.

Außerdem könne es den Wohnungsmarkt in den Ballungsräumen entspannen, wenn sich wieder mehr Menschen auf dem Land ansiedelten oder dort wohnen blieben. Im Lockdown zeige sich, dass es auf dem weiten Land bessere Freizeitmöglichkeiten als in den dicht besiedelten Großstädten gebe. Die Hälfte der Hessen lebe auf dem Land, sagte Hinz: "Damit das so bleibt und noch mehr jüngere Menschen und Familien dort eine Zukunft sehen, wollen wir die Lebensbedingungen weiter verbessern."

Sendung: hr-iNFO, 21.01.2021, 15.30 Uhr