Zwei hessische Polizistinnen von hinten

Innenminister Beuth feiert sie als "beste Kriminalstatistik in der Geschichte unseres Landes". Die Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr so wenige Verbrechen wie seit langem nicht mehr.

Videobeitrag

Video

zum Video Weniger Verbrechen in Hessen

hessenschau vom 17.02.2020
Ende des Videobeitrags

Die Zahl der Straftaten in Hessen ist erneut gesunken. Sie ging im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf rund 364.000 zurück. Damit hat sie den niedrigsten Wert seit 40 Jahren erreicht. Das zeigt die neue polizeiliche Kriminalstatistik, die am Montag in Wiesbaden vorgestellt wurde.

Rund 65 Prozent der Straftaten wurden demnach aufgeklärt. Das ist Rekord seit der Einführung der Statistik im Jahr 1971. Innenminister Peter Beuth (CDU) sprach von der "besten Kriminalstatistik in der Geschichte unseres Landes".

Weniger Einbrüche, mehr politisch motivierte Kriminalität

Die Zahl der Wohnungseinbrüche, Raubüberfälle und Diebstähle sank. Allein die Zahl der Einbrüche nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Prozent ab. Die Zahl der Straftaten, bei der mindestens ein Zuwanderer als Tatverdächtiger ermittelt wurde, reduzierte sich um 12,5 Prozent.

Allerdings hat die Kriminalität mit politisch motiviertem Hintergrund zugenommen - am stärksten die von rechts. Die Polizei zählte hier über 900 Straftaten, die meisten von ihnen Propagandadelikte, zum Beispiel das Tragen von verfassungsfeindlichen Kennzeichen wie Hakenkreuzen. Die Zahl der links motivierten Straftaten sank dagegen leicht von 227 auf 220 Delikte.

Polizisten häufiger attackiert

Einen deutlichen Anstieg gab es bei Straftaten, denen ältere Menschen zum Opfer fielen. Das sind Betrügereien wie der Enkel-Trick, bei der sich Kriminelle als vermeintliche Verwandte ausgeben und Senioren dazu drängen, ihnen Geld herauszugeben. Die Statistik verzeichnet hier ein Plus von 34 Prozent. Die Aufklärung dieser Fälle scheint dagegen schwierig: Die Quote sank leicht auf 13,6 Prozent. Laut der polizeilichen Statistik liegt das daran, dass viele Täter aus dem Ausland heraus operieren und zudem konspirativ vorgehen.

Auch die Zahl der Gewalttaten gegen Polizisten hat im vergangenen Jahr zugenommen: auf mehr als 4.000 Fälle. Bei den Feuerwehrleuten und Rettungskräften stagnierte die Zahl der Attacken. Rund 130-mal wurden sie Ziel von Angriffen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 17.02.2020, 16.45 Uhr