Soldaten der Division Schnelle Kräfte bei einer Übung
Soldaten der Division Schnelle Kräfte bei einer Übung im Jahr 2018. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Türkische Behörden haben in Istanbul einen Soldaten aus der Herrenwald-Kaserne in Stadtallendorf festgesetzt. Bundeswehr und Auswärtiges Amt berichten, dem Mann werde eine Banalität vorgeworfen.

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Die Division Schnelle Kräfte bei einer Übung

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessischer Soldat in Istanbul festgenommen

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Ein Bundeswehrangehöriger aus Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf) ist in Istanbul festgesetzt worden. Das bestätigte die in der dortigen Herrenwald-Kaserne stationierte Division Schnelle Kräfte dem hr am Donnerstag. Das ist eine Eliteeinheit der Bundeswehr, die mit Fallschirmjägern unter anderem auf die Befreiung von Deutschen in Krisensituationen im Ausland spezialisiert ist. Der Mann war nach Angaben eines Divisionssprechers privat in der Türkei unterwegs. Als erstes hatte die Oberhessische Presse über den Fall berichtet.

Festgenommener sitzt nicht in Gefängnis

Mit seiner Tätigkeit für die Bundeswehr habe die Maßnahme der türkischen Sicherheitsbehörden nichts zu tun, sagte ein Bundeswehrsprecher. Der Vorwurf, der dem Deutschen gemacht werde, sei dem Auswärtigen Amt bekannt. Es handle sich um einen Vorgang, der in Deutschland als banal eingestuft werde, in der Türkei aber offensichtlich nicht. Genauere Angaben machte der Sprecher nicht.

Der Soldat werde vom deutschen Generalkonsulat in Istanbul betreut. Er befinde sich derzeit nicht im Gefängnis, dürfe Istanbul aber nicht verlassen und müsse sich wöchentlich bei den türkischen Behörden melden.

Erst Anfang der Woche war bekannt geworden, dass ein Deutscher Ende Juli im südtürkischen Antalya verhaftet worden war. Ihm werden politische Sympathiebekundungen für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zur Last gelegt. Laut Medienberichten soll er sich auf seiner Facebook-Seite unter einem Bildnis des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan gezeigt haben.