CDU und Grüne trafen sich zu einer zweiten Sondierungsrunde
CDU und Grüne trafen sich zu einer zweiten Sondierungsrunde Bild © picture-alliance/dpa

Die hessische CDU will am Wochenende entscheiden, mit welcher Partei sie Koalitionsverhandlungen für eine neue Landesregierung führen möchte. Das kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier nach dem zweiten Sondierungsgespräch mit den Grünen am Montag in Wiesbaden an.

Audiobeitrag
Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Landtag.

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bouffier: "Entscheidung am Wochenende"

Ende des Audiobeitrags

Das Treffen mit dem derzeitigen Koalitionspartner fand nach den Worten von Bouffier "in konstruktiver Atmosphäre" statt. In dieser Woche will die CDU noch mit der SPD und der FDP sprechen. "Am Wochenende werden wir mit unserem Landesvorstand das Ganze beraten und dann auch zu einer Entscheidung kommen", sagte Bouffier am Montagabend in Wiesbaden.

Auch der stellvertretende hessische Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne) sprach am Montagabend von einer "vertrauensvollen Atmosphäre". Es habe auch inhaltliche Debatten gegeben, etwa zu den Themen Bildung und Innere Sicherheit. Die Grünen wollen sich diese Woche noch mit der SPD treffen - und danach ebenfalls über den Partner für mögliche Koalitionsverhandlungen entscheiden.

Mögliche Bündnisse

CDU und Grüne hatten bereits am vergangenen Donnerstag über eine etwaige Fortsetzung der schwarz-grünen Regierungskoalition gesprochen und ebenfalls beide von einer offenen und guten Atmosphäre berichtet. CDU und Grüne bilden seit 2013 ein schwarz-grünes Regierungsbündnis, das sie nun fortführen könnten, allerdings nur mit einem Sitz Mehrheit im Landtag. "Ein Sitz Mehrheit, das bedeutet hohe Disziplin", so Bouffier.

Audiobeitrag
Tarek Al-Wazir

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Al-Wazir: Austausch über Schwerpunkte

Ende des Audiobeitrags

Die hessischen Liberalen hatten erklärt, sich nicht weiter mit den Grünen über ein Dreier-Bündnis mit der SPD austauschen zu wollen. Damit scheidet ein Ampel-Bündnis aus Grünen, SPD und FDP als Option für die neue Regierung zunächst aus. Rechnerisch ist noch Schwarz-Rot möglich. Eine Jamaika-Koalition von CDU, Grünen und Liberalen wird von der FDP skeptisch bewertet.

Die CDU war bei der Landtagswahl trotz massiver Verluste mit 27 Prozent stärkste Kraft geblieben. Dahinter landeten nach dem vorläufigen Endergebnis die Grünen mit starken Zuwächsen knapp vor der SPD. Beide Parteien erhielten 19,8 Prozent, die Grünen liegen jedoch nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 94 Stimmen vorn. Die AfD erhielt 13,1 Prozent, die FDP 7,5 Prozent und die Linke kam auf 6,3 Prozent.