Die beiden Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl Mitte März in Fulda: Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) und Jonathan Wulff (SPD) (von links)

In der CDU-Hochburg Fulda haben Herausforderer bei Direktwahlen meist wenig zu melden. Jonathan Wulff versucht es dennoch. Der SPD-Mann hat sich als einziger Gegenkandidat für die OB-Wahl positioniert. Dem hr sagt er, womit er bei den Wählern punkten möchte.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kandidaten für Oberbürgermeisterwahl in Fulda

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Für die Oberbürgermeisterwahl Mitte März in Fulda hat sich nur ein Gegenkandidat gemeldet. Einziger Herausforderer des erneut antretenden Amtsinhabers Heiko Wingenfeld (CDU) ist Jonathan Wulff. Der 45-Jährige ist Fraktionschef der SPD im Stadtparlament.

Nur der Jurist warf bis zum Fristablauf am Montagabend seinen Hut in den Ring und will sich gegen den Verwaltungschef in dem rund 68.000 Einwohner zählenden Oberzentrum versuchen.

Wulff sagte dem hr: "Ich nehme es als vertrauensvolles Zeichen der Oppositionsparteien, dass sie es nicht für nötig erachten, einen weiteren Kandidaten zu nominieren." Seine Chancen auf mehr Stimmen stiegen damit auf jeden Fall.

Wulff hofft: CDU-Hochburg soll wackeln

"Grundsätzlich", erklärte Wulff, "ist es immer schwer, gegen Amtsinhaber anzutreten." Aber in der heutigen Zeit wackelten auch mal vermeintliche Hochburgen. Fulda gilt als konservatives Pflaster, auf dem die CDU seit Jahrzehnten das Sagen hat. Das erfuhr Wulff im Jahr 2011 aus erster Hand, als er Amtsinhaber Bernd Woide (CDU) bei der Landratswahl mit nur 20 Prozent der Stimmen deutlich unterlag.

OB Wingenfeld - seit August 2015 souverän und skandalfrei im Amt - sagte zum Zweikampf um den Chefsessel im Stadtschloss: "Grundsätzlich ist es immer gut, wenn eine demokratische Wahl auch 'Auswahl' bedeutet, das heißt, wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht nur mit Ja oder Nein stimmen können, sondern zwischen unterschiedlichen Kandidaten und Programmen auswählen können."

Wohnungsbau als Wahlkampf-Thema

Herausforderer Wulff will im OB-Wahlkampf deutlich machen, dass er "einige Dinge besser machen kann, als der Amtsinhaber". Er will den Wohnungsbau stärken, für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen. Das sei sein Top-Thema. Zudem will er das Innenstadt-Leben beflügeln und Bus- und Radverkehr ausbauen.

Wegen der Corona-Pandemie steht Wulff ein vor allem digital geführter Wahlkampf bevor: "Ich möchte über soziale Medien wie Instagram und Facebook mit möglichst vielen Menschen in Kontakt kommen."

OB Wingenfeld, ebenfalls Jurist, freut sich auf das kommunale Politiker-Duell: "Persönlich schätze ich Jonathan Wulff und freue mich auf einen fairen und niveauvollen Wahlkampf."

Mehr Investitionen in Kitas und Schulen

Für Wingenfeld ist die Bildung mit Investitionen in Kitas und Schulen ein zentrales Thema, wie er dem hr sagte. Er will sich ebenfalls für die Schaffung von Wohnraum, die Sicherheit in der Stadt und die Stärkung des Klinikums und der Hochschule einsetzen. Fulda soll als Kultur- und Tagungsstandort mitten in Deutschland gestärkt werden.

Die Direktwahl findet am 14. März parallel zur Kommunalwahl statt.

Sendung: hr4, 05.01.2020, 12.30 Uhr