Nach einer Serie von Negativ-Schlagzeilen lassen mehrere SPD-Politiker ihre Ämter im Vorstand der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) ruhen. Sie fordern umfassende Aufklärung verschiedener Vorwürfe.

Bei den SPD-Mitgliedern, die ihre Ämter in der AWO ruhen lassen, handele es sich um den Landtagsabgeordneten Turgut Yüksel, die ehrenamtliche Stadträtin Elke Sautner und die Stadtverordnete Renate Wolter-Brandecker, die in Leitungs- oder Kontrollgremien der Awo Frankfurt vertreten sind, teilte ein Sprecher des Frankfurter SPD-Chefs Mike Josef am Montag mit. Die Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen hingegen hält ihre Funktion als ehrenamtliche Revisorin aufrecht.

"Bezüglich der Vorwürfe gegen die AWO ist vollkommen klar, dass es eine umfassende Aufklärung geben muss", betonte Nissen am Montagabend. "Mein Mitrevisor und ich haben einen umfangreichen Fragenkatalog zu Gehaltsstrukturen, zu Dienstwagen, zu Vergabeverfahren und zum Zustandekommen von Arbeitsverträgen erarbeitet. Als Revisoren müssen uns diese Fragen beantwortet werden."

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Verantwortliche des AWO-Kreisverbandes wegen des Verdachts des Betruges und der Untreue mit Geldern der Stadt. Zudem steht der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in der Kritik, weil seine damalige Lebensgefährtin und heutige Ehefrau als Leiterin einer AWO-Kindertagesstätte einen Dienstwagen und ein Gehalt bezogen haben soll, das deutlich über dem von Kollegen in vergleichbaren Positionen lag.