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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Roth führt Hessen-SPD in den Wahlkampf

Michael Roth und Nancy Faeser

Michael Roth führt die Landesliste der SPD in Hessen für die Bundestagswahl im Herbst an. Der Außenpolitiker erhielt auf dem Landesparteitag im Stadion am Bieberer Berg gut 92 Prozent der Stimmen.

Die hessische SPD zieht mit Michael Roth als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl im Herbst. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt wurde am Samstag auf einem Landesparteitag in Offenbach auf Listenplatz eins gewählt, wie der Sprecher der Partei mitteilte. Der 50 Jahre alte Roth aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg erhielt 92,7 Prozent der Delegiertenstimmen - und damit etwas weniger als noch vor vier Jahren (95,4).

Auf den weiteren Plätzen folgen Dagmar Schmidt, Kaweh Mansoori, Bettina Müller und Sören Bartol. Die Liste hat insgesamt 51 Plätze. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, die aktuell für den Kreis Bergstraße zuständig ist, hatte sich nicht mehr um ein Bundestagsmandat beworben.

Offenbach wohl nicht ganz zufällig Parteitagsort

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Die Sozialdemokraten trafen sich coronabedingt im Fußballstadion der Offenbacher Kickers. Doch der Ort dürfte wohl auch als kleine Motivationsspritze für die anstehende Bundestagswahl am 26. September gedacht gewesen sein: In Offenbach hatte die SPD zuletzt entgegen dem Trend bei den Kommunalwahlen an Zustimmung zulegen können und war erneut stärkste Kraft im Stadtparlament geworden.

Aktuell liegt die SPD im Bund in Umfragen bei 14 bis 17 Prozent Zustimmung. Bei der letzten Bundestagswahl hatte die Partei 20,5 Prozent erreicht. Die Zahl der derzeit zwölf hessischen Abgeordneten im Bundestag dürfte sich in der nächsten Legislatur verringern.

Roth: "Mutti hat fertig"

In seiner Parteitagsrede thematisierte Spitzenkandidat Roth unter anderem die Zeit nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Merkel tritt in diesem Jahr nach vier Legislaturperioden nicht mehr als Kanzlerin an. "Mutti hat fertig nach 16 Jahren. Wir wollen keinen neuen Vati! Wir wollen eine Gesellschaft von emanzipierten Bürgerinnen und Bürgern in einer sozialen Demokratie", sagte Roth. Er sprach sich für einen stabilen Sozialstaat aus, der erkämpft und erstritten werden müsse. Die Sozialdemokraten hätten dafür die besten Ideen.

Die Vorsitzende der hessischen SPD, Nancy Faeser, sagte: "Der Parteitag heute hat gezeigt, dass die hessische SPD hochmotiviert und mit positiver Energie in den Bundestagswahlkampf geht." Die Landesliste bilde "insgesamt die Vielfältigkeit unserer Partei und die Diversität der Gesellschaft, in der wir leben, ab".

Faeser kündigte zudem einen Untersuchungsausschuss zum rechtsextremen Anschlag von Hanau an. Diesen werde die SPD noch vor der Sommerpause beantragen: "Wir können den Familien ihre Liebsten nicht zurückgeben, aber wir können alles tun damit so etwas nicht wieder passiert." Am Samstag hatten in Hanau zeitgleich zum Parteitag mehrere hundert Menschen das Versagen der Polizei und Behörden bei einer Sternfahrt kritisiert.

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