Gedenken an Thomas Schäfer im Eingangsbereich des hessischen Finanzministeriums in Wiesbaden.

Der plötzliche Tod von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) zwingt die Landespolitik, schnell einen Nachfolger zu finden. Wegen der Corona-Krise ist das besonders dringend. Wirtschaftshilfen und Landeshaushalt müssen koordiniert werden.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will nach dem Tod von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) schnell einen Nachfolger finden. Es werde eine zeitnahe Entscheidung geben, sagte ein Regierungssprecher am Montag in Wiesbaden.

Finanz-Staatssekretär Martin Worms (parteilos) werde bis dahin die Amtsgeschäfte führen.

Finanzminister dringend gesucht

Einen Nachfolger für Schäfer zu finden ist angesichts der aktuellen Corona-Krise besonders dringend. Bis zu seinem plötzlichen Tod am Samstag war Schäfer als Finanzminister im Dauereinsatz. Noch am Mittwoch stellte er zusammen mit Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) Details zu milliardenschweren Soforthilfen für Kleinunternehmer und Selbstständige vor, die seit Montag beantragt werden können.

Schäfer lockerte auch die Schuldenbremse, die er zuvor stets verteidigt hatte, um das Land für die neuen Herausforderungen zu wappnen. Über mögliche Nachfolge-Kandidaten äußerte sich Bouffier nicht.

Trauerfeier kann erst später stattfinden

Eine angemessene Trauerfeier für Schäfer werde es zu einem späteren Zeitpunkt geben, hieß es am Montag aus der Staatskanzlei. Wegen der Schutzmaßnahmen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus sind derzeit Veranstaltungen mit einer großen Zahl von Menschen nicht erlaubt.

Zwei Tage nach dem Tod von Schäfer standen in der hessischen Landespolitik der Schock und die Trauer weiter im Mittelpunkt. Der 54 Jahre alte Schäfer war am Samstag tot an einer Bahnstrecke gefunden worden. Nach den Erkenntnissen der Ermittler deutet alles daraufhin, dass sich der Minister das Leben genommen hat. Diesen Stand bestätigte ein Sprecher der Polizei am Montag in Wiesbaden, ohne weitere Details zu nennen.

Betroffenheit im Ministerium

Die Mitarbeiter im Wiesbadener Finanzministerium können sich in ein Kondolenzbuch eintragen. Dafür steht ein Tisch mit Kerze und Blumen bereit, daneben wurde ein Foto von Schäfer mit Trauerflor aufgestellt. Da wegen der Corona-Krise viele zu Hause arbeiteten, gebe es auch die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter ihre Worte per Mail schicken, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Blätter sollen dann ausgedruckt und zum Kondolenzbuch hinzugefügt werden.

Schäfer galt als sehr beliebter Chef. Für Trauernde, die nicht im Ministerium arbeiten, ist am Eingang zum Gebäude ein Extra-Kondolenztisch aufgestellt. Besucher dürfen derzeit wegen der Corona-Pandemie nicht ins Haus.

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Hilfe bei Suizid-Gedanken

Wenn Sie verzweifelt sind und in einer bedrückenden Lebenssituationen keinen Ausweg sehen: Suchen Sie sich Hilfe bei anderen Menschen. Das kann ein Gespräch mit Familienangehörigen oder Freunden sein. In seelische Krisen könne man immer wieder mal geraten, das sei nichts Unnormales, sagen Psychologen. Deshalb gibt es Hilfe und professionelle Beratungsangebote. Hier können Sie auch anonym bleiben. Die Telefonseelsorge ist zu jeder Tages- und Nachtzeit unter der Rufnummer 0800/1110111 erreichbar.

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