Wegweiser Richtung Rathaus
Wegweiser Richtung Rathaus Bild © Imago Images

Vier Mal das Ende einer Ära, zwei Herausforderer-Siege und eine Frau: In Breuna, Herborn, Lorch und Runkel haben die Bürger neue Rathaus-Chefs gewählt. Besonders spannend war die Stichwahl im Rheingau.

Neben der OB-Wahl in der Landeshauptstadt Wiesbaden haben am Sonntag noch vier weitere hessische Kommunen ein neues Stadtoberhaupt gewählt. In Breuna (Kassel), Herborn (Lahn-Dill), Lorch (Rheingau-Taunus) und Runkel (Limburg-Weilburg) hatte keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang am 26. Mai eine absolute Mehrheit erringen können. Nach der Stichwahl stehen nun die Gewinner fest. Interessant: Alle vier sind parteilos.

Breuna (Kassel)

Besonders knapp ging es in Breuna zu: In der 3.600-Einwohner-Gemeinde entschied letztlich ein Vorsprung von genau 60 Stimmen, dass der parteilose Jens Wiegand neuer Bürgermeister wird. Er setzte sich gegen Marco Ohme durch und tritt nun die Nachfolge des scheidenden Klaus-Dieter Henkelmann an. Der SPD-Politiker war nach 30 Jahren im Amt nicht mehr angetreten.

Jens Wiegand
Neuer Bürgermeister von Breuna: Jens Wiegand Bild © Nina Geppert

Im ersten Wahlgang hatten sich insgesamt sechs Kandidaten beworben - allesamt parteilos. Ohme (32,5 Prozent im ersten Wahlgang) und Wiegand (31,1 Prozent) hatten die meisten Stimmen geholt. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 67,9 Prozent.

Runkel ( Limburg-Weilburg)

Ein neues Gesicht auf dem Bürgermeisterstuhl gibt es auch in Runkel: Dort setzte sich Einzelbewerber Michel Kremer gegen den langjährigen Amtsinhaber Friedhelm Bender (SPD) durch. Kremer sicherte sich am Sonntag 63,28 Prozent der Stimmen und löste damit Bender, der seit 2007 an der Spitze der Stadt stand, ab.

Michel Kremer
Neuer Bürgermeister von Runkel: Michel Kremer Bild © Foto-Ehrlich

In der ersten Wahlrunde war Bender mit 37,7 Prozent der Stimmen als Erster durchs Ziel gegangen. Kremer, der vorher Ortsvorsteher des Stadtteils Runkel war, hatte 28,5 Prozent der Stimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 61,1 Prozent.

Lorch (Rheingau-Taunus)

Das Ende einer Ära gibt es auch in Lorch: Im kleinen Rheingau-Städtchen muss Jürgen Helbing (CDU) nach elf Jahren seinen Posten räumen und Platz machen für den parteilosen Ivo Reßler. Der Herausforderer setzte sich in einer Herzschlag-Wahl mit 943 zu 900 Stimmen durch.

Ivo Reßler
Neuer Bürgermeister von Lorch: Ivo Reßler Bild © kalbacho-foto

Im ersten Wahlgang lag der unabhängige Kandidat Ivo Reßler mit 45,8 Prozent knapp vor Helbing, der 44,8 Prozent auf sich vereinigen konnte. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 63,6 Prozent.

Herborn (Lahn-Dill)

Die einzige neue Bürgermeisterin gibt es derweil in Herborn. In der nach Wiesbaden zweitgrößten Stadt, die am Sonntag in die Stichwahl ging, triumphierte die parteilose Kandidatin Katja Gronau. Die 49 Jahre alte Kriminaloberkommissarin holte 68,65 Prozent der Stimmen und verwies Mitbewerber Jörg Kring (parteilos) klar auf Platz zwei. Amtsinhaber Hans Benner (SPD) hatte sich nach 18 Jahren verabschiedet.

Katja Gronau
Neuer Bürgermeister von Herborn: Katja Gronau Bild © Silke Koch

Im ersten Wahlgang errang Gronau 43,3 Prozent der Stimmen. Ihr Kontrahent Kring, der zuletzt Büroleiter der Herborner Stadtverwaltung war, erreichte 31,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 47,5 Prozent.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 16.06.2019, 19.30 Uhr