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Sandra Müller (links) und Ute Wellstein interviewen Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU)

Im hr-Sommerinterview hat Ministerpräsident Bouffier die Bedeutung der Impfung für die Bekämpfung der Pandemie unterstrichen. Geimpften stellte er Lockerungen in Aussicht. Den Bundestagswahlkampf findet der CDU-Politiker zu sehr auf Kandidaten fixiert.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat im Sommerinterview des hr-fernsehens noch einmal eindringlich dafür geworben, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. "Das Impfen ist der zentrale Schlüssel, die Pandemie zu überwinden", sagte er. "Dann kann man auch wieder sehr viel mehr machen", stellte der CDU-Bundesvize in Aussicht. So sei es denkbar, Einschränkungen wie die Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen für Geimpfte schrittweise zurückzunehmen.

"Das wird man im Einzelfall abwägen müssen", erläuterte Bouffier. Wenn sich Geimpfte mit Geimpften träfen, könnten sie sich zwar gegenseitig anstecken. Man wisse aber, dass solche Infektionen im Verlauf sehr mild seien. "Dann kann man Stück für Stück sagen: Okay, das ist ihre Entscheidung. Und dann kannst du zum Beispiel auch tanzen, was relativ schwierig ist mit drei Meter Abstand und Masken."

Ungeimpfte am Leben teilhaben lassen - mit PCR-Tests

Natürlich müsse man nichtsdestotrotz auch Ungeimpfte weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen. "Ich kann das Rathaus nicht zumachen, und ich kann auch vieles andere nicht zumachen." Wer sich nicht impfen lassen wolle, der müsse aber die Konsequenzen dieser Entscheidung tragen. "Dann kannst du in bestimmten Bereichen nur mit PCR-Test rein", sagte Bouffier. Hessen stimme sich dazu mit den anderen Bundesländern ab. "Ein PCR-Test hat den Vorteil, dass er sehr viel genauer ist. Ich glaube, darauf wird es hinauslaufen."

Bouffier sprach sich dafür aus, bei der Bewertung der Pandemie-Entwicklung weniger stark auf die Infektionszahlen und mehr auf die Situation in den Krankenhäusern zu schauen. "Die einzig für mich entscheidende Frage ist: Können wir den Menschen, die erkranken, eine angemessene Behandlung bieten?" Die Sieben-Tage-Inzidenz müsse aber weiterhin als eine Art Frühwarnsystem beobachtet werden. "Wir können ja nicht warten, bis die Krankenhäuser voll sind", so Bouffier.

"Laschet regiert nicht Legoland"

Die Lage der CDU vor der Bundestagswahl nannte Bouffier "extrem schwierig". Dass Kanzlerkandidat und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in den Umfragen stark gesunken sei, findet Bouffier aber ungerecht. "Armin Laschet regiert nicht Legoland, sondern das größte Land Deutschlands, ziemlich erfolgreich." Die Menschen könnten auch nicht wirklich sagen, wofür Olaf Scholz (SPD) stehe. "Der macht so (macht die Merkel-Raute) und sagt 'Die Frau Bundeskanzlerin und ich.' Das reicht nicht."

Bouffier beklagte, dass es im aktuellen Wahlkampf mehr um Personen als um Inhalte gehe. Es gebe viele wichtige Fragen wie Pflege, Außenpolitik, Schulden - ja oder nein? Stattdessen werde darüber diskutiert, wie lange Annalena Baerbock (Grüne) irgendwo Praktikantin war oder ob Armin Laschet im falschen Moment gelacht hat. "Dann sind sie irgendwann in einer Spirale, und dann wird es schwer", sagte Bouffier.

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Klimawende nicht ohne Wirtschaftswachstum

Auch über eines der zentralen Themen nicht nur dieses Wahlkampfs sprach Bouffier im Sommerinterview: Klimaschutz "ohne Rücksicht auf Verluste" halte er für falsch, so der Landeschef. "Wenn die Leute keine Arbeit mehr haben, ist ihnen die Umwelt egal. Wir müssen die Schadstoffe reduzieren und gleichzeitig wirtschaftliches Wachstum in neuen Bereichen gewinnen. Wenn uns das gelingt, kann eine Klimawende auch erfolgreich sein."

Zum Schluss wurde Bouffier, der im Dezember 70 Jahre alt wird, mit einigen persönlichen Fragen konfrontiert. Über seine Nachfolge innerhalb der CDU wollte der Landesvorsitzende zwei Jahre vor der nächsten Hessenwahl nicht spekulieren. "Das schauen wir, wenn es soweit ist."

In der Corona-Pandemie habe ihn am meisten getroffen, von persönlichen Schicksalen zu hören, etwa wenn sich Familienangehörige lange nicht sehen konnten, sagte Bouffier. "Ich glaube, das macht etwas mit uns - dass man die Kostbarkeit der persönlichen Begegnung mehr schätzt."

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hr-Sommerinterviews

Die hr-Sommerinterviews gibt es immer samstags um 10.05 Uhr auf hr-iNFO, um 18.20 Uhr im hr-fernsehen sowie als Zusammenfassung um 19.30 Uhr in der hessenschau, auf hessenschau.de und in den Social-Media-Kanälen des hr. Alle Termine:

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