Verwaltungsgebäude des Kreises Marburg-Biedenkopf

Im Kreis Marburg-Biedenkopf sind am Sonntag etwa 190.000 Bürgerinnen und Bürger zur Landratswahl aufgerufen. Der Kreis gilt als politisch umkämpft. Vier Kandidaten fordern die Amtsinhaberin heraus.

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zum Video Fünf Kandidaten bei Landratsratswahl in Marburg-Biedenkopf

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Der Landkreis Marburg-Biedenkopf gilt schon seit langem als politisch umkämpftes Terrain. Mal hatte bei den Wahlen die CDU die Nase vorn, mal die SPD. Auch bei den Landratswahlen war das nicht anders: Von den sechs bisherigen Landräten stellte die CDU zwei, einer kam von den Freien Wählern und drei von der SPD - zuletzt Amtsinhaberin Kirsten Fründt. Sie geht am Sonntag als Favoritin ins Rennen.   

hessenschau.de stellt die Kandidaten vor:

Kirsten Fründt (SPD)

Landrätin Kirsten Fründt

Die Agrawissenschaftlerin Kirsten Fründt aus Marburg ist seit Februar 2014 Landrätin des Kreises Marburg-Biedenkopf. "Ich habe gehalten, was ich versprochen habe und ich will weiter gestalten", sagt Fründt. So sei der Kreis mit seinem "Masterplan Klimaschutz" zur Öko-Modellregion geworden. Die 52-Jährige sieht ihre Schwerpunkte in den Bereichen Mobilität, Breitbandausbau oder auch dem Ausbau der medizinischen Versorgung.

Uwe Pöppler  (CDU)

Landratskandidat Uwe Pöppler, CDU

Der 51-Jährige aus Kirchhain (Marburg-Biedenkopf) ist Leitender Verwaltungsdirektor in der Kreisverwaltung und Fraktionsvorsitzender der CDU im Kirchhainer Stadtparlament. Uwe Pöppler möchte Landrat werden, weil ihm "die Menschen im Kreis am Herzen liegen". Ihm geht es vor allem darum, die Lebensbedingungen in den Dörfern zu verbessern. Dazu sollten unter anderem Schulen saniert und die Kommunen finanziell besser ausgestattet werden, damit sie zum Beispiel Freibäder erhalten können.    

Hans-Werner Seitz (Grüne)

Landratskandidat Hans-Werner Seitz, Grüne

Der Sozialwissenschaftler ist Geschäftsführer der Freien Schule Marburg, lebt in Marburg und ist dort Stadtverordneter. Hans-Werner Seitz setzt sich für einen aktiven Klimaschutz ein. Das werde große Anstrengungen erfordern und auch Geld kosten, da wolle er "ganz ehrlich" sein, sagt der 59-Jährige. So will er als Landrat die Landwirte unterstützen, damit sich jeder "sicher und Existenz wahrend auf eine saubere Wirtschaftsweise umstellen kann, die unsere Böden schont".

Anna Hofmann (Die Linke)

Landratskandidatin Anna Hofmann, Die Linke

Die 37-jährige Politikwissenschaftlerin ist Fraktionsvorsitzende der Linken im Kreistag. Anna Hofmann will als Landrätin "eine sozial-ökologische Wende". Das Ziel: ein klimaneutraler Kreis Marburg-Biedenkopf. So soll auf jedes Dach eines öffentlichen Gebäudes eine Solaranlage, der Öffentliche Personennahverkehr sollte ausgebaut und kostenlos angeboten werden. Sie fordert, mehrere medizinische Versorgungszentren im Kreis zu errichten, um die Hausarztversorgung aufrecht zu erhalten.

Thomas Riedel (FDP)

Landratskandidat Thomas Riedel, FDP

Der selbständige Personalberater ist ein Newcomer in der Lokal-Politik und erst seit 2017 dabei. Thomas Riedel ist überzeugt, als Seiteneinsteiger "frischen Wind" in das Landratsamt zu bringen. Mit neuen Ideen und alternativem Denken will der 55-Jährige parteiunabhängig für mehr Bürgerorientierung sorgen. "Die Zeit ist reif für einen Wechsel", sagt Riedel. Er strebt unter anderem den Ausbau der Digitalisierung in Schulen, der Verwaltung und im Öffentlichen Personennahverkehr an.

Weitere Informationen

Kreis Marburg-Biedenkopf

Der Kreis Marburg-Biedenkopf hat rund 246.000 Einwohner. Auf Kreisebene hatten die Sozialdemokraten bei der Kommunalwahl 2016 die Gunst der Wähler auf ihrer Seite: die SPD kam auf 35 % die CDU auf 27,2%. Es folgten AfD (12,5%), Grüne (9,5%), Linke (6,6 %), Freie Wähler (4,5%), FDP (3,9%) und Piraten (0,9%). Im Kreistag regiert eine Große Koalition aus SPD und CDU. In mehr als der Hälfte der 22 Kommunen des Kreises Marburg-Biedenkopf stellen die Sozialdemokraten die stärkste Fraktion.    

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau 05.09.2019, 19.30 Uhr