Am Ufer des Edersees bei Waldeck
Am Ufer des Edersees bei Waldeck - Auch der Ausbau des sanften Tourismus spielt im Wahlkampf eine Rolle. Bild © picture-alliance/dpa

Tradition und moderne Wirtschaftstechnik stärken die aufstrebende Region im Norden. Probleme gibt es aber bei der demografischen Entwicklung, viele Menschen verlassen die ländlichen Gebiete.

Die größten Herausforderungen

Der Wahlkreis 167 zeichnet sich durch viele und unterschiedliche leistungsfähige Wirtschaftsbetriebe aus. Säulen sind das Volkswagenwerk in Baunatal, das Continental-Reifenwerk in Korbach, Firmen wie HEWI, Almo und Smurfit, die Logistikbranche rund um die Autobahnen A44 und A49 sowie viele Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien und Umwelttechnik. Tradition und moderne Technologien ergänzen und beflügeln sich gegenseitig. So bilden das kulturelle Erbe und die zukunftsweisende Wirtschaft eine solide Grundlage für eine aufstrebende Region. 

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Problemfelder sind die Landflucht, die demografische Entwicklung, die Versorgung kleiner Orte und Dörfer mit lebensnotwendiger Infrastruktur - von Kindergärten über Schulen, Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser, Lebensmittelläden, Öffentlichen Personennahverkehr bis hin zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und auch einer flächendeckenden Altenbetreuung.

Umweltthemen sind nach wie vor die Themen der Bürger, der Bau von Windkraftanlagen als ein heiß umstrittenes Thema sowie auch noch immer der Betrieb des Flughafens Calden. Wichtig für die Menschen in einer ländlich geprägten Region sind die Verkehrsverbindungen. Gut ausgebaute Straßen und ein funktionierendes und möglichst breit angelegtes Netz des öffentlichen Personennahverkehrs und eine sinnvolle Anbindung an den Fernverkehr sind wichtig. Das gilt auch für den Ausbau schneller elektronischer Datennetze für den Zugang zum Internet bis hinein in jeden kleinen Ort.

Die Ausgangslage

Rund 190.000 Bürgerinnen und Bürger sind wahlberechtigt. Von 1957 bis 2009 wurde der Wahlkreis immer von den Direktkandidaten der SPD gewonnen. Mit der Wahl 2013 schaffte mit Thomas Viesehon zum ersten Mal ein CDU-Kandidat ganz knapp vor dem SPD-Kandidaten den direkten Einzug in den Bundestag.

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Der Wahlkreis im Kurzporträt

Mitten in Deutschland und damit auch im Herzen Europas, aber ganz im Norden Hessens liegt der Wahlkreis 167. 40 Prozent der Fläche sind landschaftlich von Wäldern geprägt. Reinhardswald, die Naturparke Habichtswald und Diemelsee und besonders der Natur- und Nationalpark Kellerwald-Edersee bestimmen zusammen mit den Flüssen Diemel, Eder und Weser das Bild einer typischen deutschen Mittelgebirgslandschaft mit einer traditionsbewussten Kultur. Das zeigt sich auch in den Städten und Dörfern. Die historische Bausubstanz, die kulturelle Vielfalt in den Vereinen und zum Teil auch im Alltag der Menschen gehen oft auf eine viele Jahrhunderte alte Tradition zurück. Sie hat sich aber den Neuerungen der Zeit und den gesellschaftlichen Veränderungen nicht versperrt. Korbach, die einzige Hansestadt Hessens, das Dornröschenschloss und Tierpark Sababurg bei Hofgeismar, das barocke Bad Arolsen, das Rokokoschloss Wilhelmsthal bei Calden, Schloss Waldeck am Edersee, die Hugenottenstadt Bad Karlshafen, der Nationalpark Kellerwald-Edersee, natürlich das Willinger Upland mit seinen Freizeit- und Wintersportangeboten und dem Weltcup-Skispringen sowie die Ferienregion rund um den Eder-, Diemel- und Twistesee. Darauf sind die Menschen stolz. Doch auch die Wirtschaft floriert in der aufstrebenden Region.

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Wer sind die Direktkandidaten?

Das Direktmandat im Parlament will die 51 Jahre alte SPD-Kandidatin Esther Dilcher aus Hofgeismar zurückerobern. Ihr politischer Gegner ist wieder CDU-Kandidat Thomas Viesehon, 54 Jahre, aus Volkmarsen. Für die FDP kandidiert Jochen Rube (33 Jahre) aus Korbach für den Bundestag. Jürgen Frömmrich (48 Jahre) aus Frankenberg ist der neue grüne Direktkandidat. Für die Linke kandidiert Regina Preysing (51 Jahre) aus Bad Wildungen. Die Freien Wähler schicken mit der 65-jährigen Vera Gleuel aus Kassel zum ersten Mal eine Direktkandidatin ins Rennen. Mit der "Internationalistischen Liste" tritt Karin Puppel (62 Jahre) aus Kassel als Direktkandidatin an. Direktkandidat der AfD ist der 29 Jahre alte Soldat Jan Nolte.

Die Topthemen vor der Wahl

Vom Betrieb des Flughafens Calden bis zur Gesundheitspolitik, von der Industrieansiedlung bis zum Ausbau des sanften Tourismus, vom Wasser im Edersee und dessen Verwendung für die Schifffahrt auf der Oberweser bis zur Dorferneuerung, von der Nutzung der Windenergie bis zu Betreuung von Flüchtlingen und natürlich die Frage der Verbesserung der Infrastruktur des ländlichen Raumes - so vielschichtig der Wahlkreis, so unterschiedlich sind auch die Themen, die die Kandidaten für sich als wichtig und vorrangig empfinden und mit denen sie die Wähler zwischen Bad Karlshafen im Norden, Willingen im Westen, Baunatal im Osten und Bad Wildungen im Süden an sich binden wollen.

So gehen die Parteien in den Wahlkampf

Galt der Wahlkreis früher als sozialdemokratische Hochburg, so hat sich das Bild deutlich zugunsten einer breiteren Parteienlandschaft verändert. Links- und rechtspolitische Strömungen sind vorhanden, aber nicht ausgeprägt. Die Mehrheiten in den Parlamenten sind unterschiedlich geformt. SPD und CDU haben auch mit unterschiedlichen Koalitionspartnern jeweils meist recht knappe Mehrheiten. Neu ist die "Internationalen Liste" und auch der Versuch der "Freien Wähler", in den Bundestag einzuziehen.

Diese Entscheidungen stehen am 24. September noch an

In der Stadt Diemelstadt wählen die Bürgerinnen und Bürger am 24. September auch ihren Bürgermeister. Einziger Kandidat ist der parteilose Amtsinhaber Elmar Schröder.

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