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Der Schwalm-Eder-Kreis ist Hessens flächenmäßig zweitgrößter Landkreis - aber besonders dünn besiedelt. Während es im Norden des Kreises brummt, hat der Süden mit dem Wegzug junger Menschen zu kämpfen.

Die größten Herausforderungen

Das wirtschaftliche Gefälle zwischen Norden und Süden ist auch die große Herausforderung des Kreises. Während es im Norden brummt, Bauplätze auch in den kleinen Kommunen knapp sind und Bauland teuer ist, hat der südliche Schwalm-Eder-Kreis mit dem demographischen Wandel, Wegzug junger Menschen, Leerstand in den Dörfern und Städten sowie dem Abbau von Arbeitsplätzen zu kämpfen.

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Die Stimmung im Kreis ist aber durchweg optimistisch. Die Menschen im südlichen Kreisgebiet haben sich ans Pendeln gewöhnt, im nördlichen Kreisgebiet liegen die Arbeitsplätze quasi vor der Haustür. Sehr stark ist im Kreis neben der Landwirtschaft auch das Handwerk vertreten. Das sucht derzeit nach Auszubildenden - Ende Juli waren im Kreis noch immer fast 100 Ausbildungsplätze nicht besetzt. Außerdem ist der Kreis vom Tourismus geprägt. Das märchenhafte "Rotkäppchenland" mit den Schwälmer Trachten, die an das Rotkäppchen erinnern, lockt jedes Jahr viele tausend Touristen in die Region - ein zunehmend wichtiger Wirtschaftsfaktor vor allem für das südliche Kreisgebiet.

Die Ausgangslage

Der Schwalm-Eder-Kreis war von jeher sozialdemokratisch geprägt. Seit seiner Gründung anlässlich der Kommunalreform Anfang der 70er Jahre hat die SPD im Landratsamt in Homberg/Efze das Sagen. Alle fünf bisherigen Landräte des Kreises waren Sozialdemokraten. Auch bei Kommunalwahlen haben die Sozialdemokraten in fast allen Städten und Gemeinden die Nase vorn.

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Der Wahlkreis im Kurzporträt

Der Schwalm-Eder-Kreis ist der flächenmäßig zweitgrößte Landkreis in Hessen. Rund 180.000 Menschen leben in den 27 Städten und Gemeinden des Kreises. Hinzu kommen noch elf Gemeinden aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg. Geprägt ist der Wahlkreis durch markante Mittelgebirge wie den Knüll und den Kellerwald, aber auch durch sanfte Flusslandschaften wie die Eder oder die Region rund um das Flüsschen Schwalm - die Flüsse, die dem Kreis ihren Namen geben. Wirtschaftlich ist der Kreis zweigeteilt, eher ländlich geprägt und mit allen Problemen des demographischen Wandels im südlichen Kreisgebiet. Auf der anderen Seite - große Wirtschaftskraft und wachsenden Kommunen im nördlichen Schwalm-Eder-Kreis. Der profitiert von großen Unternehmen im Landkreis selber. Zum Beispiel dem Global Player B.Braun - aber auch von der Wirtschaftskraft des Oberzentrums Kassel mit SMA und VW an der Spitze.

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Wer sind die Direktkandidaten?

In Sachen Direktkandidaten für den Bundestag ist der Schwalm-Eder-Kreis eine Besonderheit. Sowohl Edgar Franke (SPD) als auch Bernd Siebert von der CDU sitzen im Berliner Bundestag - und kommen beide aus der gleichen Stadt: Gudensberg. Da die beiden Bundestagskandidaten sozusagen Nachbarn sind, streiten beide zwar hart in der Sache aber immer in den Grenzen der Fairness um die Wählerstimmen.

Die Topthemen vor der Wahl

Das Topthema im Schwalm-Eder-Kreis ist seit Jahrzehnten der Weiterbau der A49. Die endet seit mehr als zwei Jahrzehnten auf einer Wiese bei Neuental. Nach Jahren voller Ankündigungen und Planungen wird seit nunmehr zwei Jahren am nächsten Streckenabschnitt nach Treysa gebaut. Nachdem kürzlich weitere Gelder freigegeben worden sind, könnte der Lückenschluss bis zur A5 bei Gemünden nun bis 2015 realisiert werden können. Davon erhofft sich vor allem der südliche Schwalm-Eder-Kreis einen wirtschaftlichen Schub.

Immer wieder für Schlagzeilen sorgt die rechtsextreme Szene im Kreis. Vor allem rund um die kleinste Stadt Hessens, Schwarzenborn im Knüll, haben Rechtsextreme mit der Einrichtung eines Versammlungszentrums für negative Schlagzeilen gesorgt. Derzeit versucht der Kreis die rechtsextremen Tendenzen zu stoppen und das Versammlungszentrum zu schließen. Weitere Themen im Kreis: der andauernde Strukturwandel im südlichen Kreisgebiet, die Weiterentwicklung des Fremdenverkehrs und das Thema Massentierhaltung im nördlichen Kreisgebiet. Hier wollen Landwirte große Mastställe bauen, da in Gudensberg einer der größten Hühnerfleischproduzenten des Landes ein Werk gebaut hat, dessen Kapazität derzeit erhöht wird.

Das sind die wichtigsten "Köpfe"

Die wichtigsten Köpfe des Kreises sind die Bundestagsabgeordneten Edgar Franke (SPD) und Bernd Siebert (CDU). Franke ist Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag. Die beiden heimischen Landtagsabgeordneten sind Günter Rudolph und Regine Müller (beide SPD). Mit dem Bad Zwestener Landwirt Martin Häusling sitzt ein weiterer Politiker aus dem Schwalm-Eder-Kreis für die Grünen im Europaparlament. Kommunaler Spitzenpolitiker ist der Landrat des Kreises, Winfried Becker von der SPD.

So gehen die Parteien in den Wahlkampf

Schwerpunkt im Wahlkampf ist nach wie vor der Fertigbau der A49 und die daraus resultierende Mehrbelastung der Anwohner in Nordhessen in Edermünde - aber auch die wirtschaftlichen Chance für den Südkreis rund um Schwalmstadt. Ein weiteres wichtiges Thema im Wahlkampf die Erhaltung und der Ausbau von Arbeitsplätzen in Nordhessen. Immerhin sitzt mit B.Braun in Melsungen ein Global Player aus der Pharmabranche.

Diese Entscheidungen stehen am 24. September noch an

In sieben Kommunen des Wahlkreises finden am 24. September zusätzlich Bürgermeisterwahlen statt. In Knüllwald legt Amtsinhaber Jörg Müller (SPD) sein Amt Ende September aus gesundheitlichen Gründen nieder. In Körle steht mit Amtsinhaber Mario Gerhold von der (SPD) nur ein Kandidat zur Wahl - Gerhold regiert seit dem Jahr 2000 im Rathaus. In Neuental muss sich der seit 2005 regierende Amtsinhaber Kai Knöpper gegen Philipp Rottwilm von der SPD behaupten. Und in Allendorf (Eder) will Claus Junghenn seine vierte Amtszeit als Bürgermeister erreichen. In Bromskirchen will Ottmar Vaupel ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde werden. Einziger Kandidat in Frankenberg (Eder) ist Rüdiger Heß, der bereits seit 2012 amtiert. Spannender wird es in Haina (Kloster): Dort treten Alexander Köhler (SPD), Bernhard Keute (FBL) und Stephanie Schmitt gegeneinander an und wollen Nachfolger von Rudolph Backhaus werden.

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