Blick vom Wilhelmsturm, dem Wahrzeichen der Stadt Dillenburg, auf die mittelalterlichen Fachwerkhäuser in der Alstadt.
Blick vom Wilhelmsturm, dem Wahrzeichen der Stadt Dillenburg, auf die mittelalterlichen Fachwerkhäuser in der Alstadt. Bild © picture-alliance/dpa

Der Lahn-Dill-Kreis besticht durch durch seine Hügelketten, Wanderwege und Seen sowie viele Traditionsbetriebe. Zuletzt sorgte die drohende Schließung des Landesgestüts in Dillenburg für Ärger in der gesamten Region.

Die größten Herausforderungen

Die Stimmung im Kreis ist optimistisch, wenn auch nicht euphorisch. Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hat sich in der jüngsten Vergangenheit keine Freunde in Dillenburg gemacht, als sie verkündete, das Hessische Landgestüt werde seine Pforten schließen. Dagegen regt sich ein gehöriger Widerstand, nicht nur aus der Stadt, sondern aus der gesamten Region.

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Dem Großteil der Unternehmen geht es gut, mancher, wie Pfeiffer Vacuum aus Aßlar weckt Begehrlichkeiten, aber wie vielerorts gilt: Auch im Lahn-Dill-Kreis fehlen die Fachkräfte und auch die Auszubildenden. Deshalb sind die Unternehmen und vor allem die Kommunen bemüht, sich und den Lahn-Dill-Kreis attraktiv zu machen - damit sich neue Familien hier ansiedeln.

Die Ausgangslage

Der Lahn-Dill-Kreis ist im Großen und Ganzen (wert-)konservativ. Das heißt nicht, dass die CDU die meisten Bürgermeister im Kreis stellen würde; tatsächlich sind die meisten Bürgermeister (elf von 23) unabhängig. Und obwohl die CDU bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr die Mehrheit im Kreistag holte, hat eine Koalition von SPD, Freien Wählern, Grünen und der FDP das Sagen in Wetzlar. Nichtsdestotrotz ist es wahrscheinlich, dass die Christdemokratin Sibylle Pfeiffer mit Hans-Jürgen Irmer einen prominenten Nachfolger in Berlin als Direktkandidaten haben wird. Wie an vielen anderen Orten in Deutschland auch haben die rechten Parteien mehr Zuspruch bei den letzten Kommunalwahlen erhalten; so zog die AfD in den Wetzlarer Kreistag, die NPD schaffte den Sprung in das Wetzlarer Stadtparlament.

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Der Wahlkreis im Kurzporträt

Der Lahn-Dill-Kreis ist einer der Wirtschaftsmotoren Hessens. Zahlreiche mittelständische Unternehmen, die ihre Produkte in die ganze Welt liefern, sind zwischen Haiger und Wetzlar beheimatet. Hierbei hilft vielen Unternehmen die Anbindung an die Autobahn 45 und die relative Nähe zum Rhein-Main-Gebiet einerseits und dem Ruhrgebiet und Rheinland andererseits. Laut offiziellen Zahlen des Kreises leben 250.000 Menschen im Lahn-Dill-Kreis, der sich durch seine Hügelketten, Wanderwege und auch Seen auszeichnet. Den Wahlkreis ergänzen die Gemeinden Biebertal und Wettenberg aus dem Landkreis Gießen.

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Wer sind die Direktkandidaten?

Nach vielen Jahren im Landtag will der CDU-Politiker Hans-Jürgen Irmer noch einmal den Einzug in den Bundestag packen. Die Chancen des 65-Jährigen stehen gut. Herausgefordert wird er von der 44 Jahre alten Historikerin Dagmar Schmidt (SPD) und dem 24-jährigen Studenten Thorben Sämann (Grüne). Für die Linke geht Tamina Janine Veit ins Rennen, für die AfD Willi Karl Wagner und für die FDP Carsten Seelmeyer.

Die Topthemen vor der Wahl

Gerade in der Stadt Dillenburg und der Region war das Hessische Landgestüt das dominierende Thema. Während Umweltministerin Hinz, die selbst pikanterweise aus dem benachbarten Herborn stammt, fehlendes Tierwohl und mangelnden Auslauf der edlen Hengste als Haupt-Gründe für die drohende Schließung des Gestüts sieht, halten die Bürger diese Begründung für vorgeschoben. Wahrscheinlicher ist für sie, dass das Land die 1,2 Millionen Euro jährlichen Zuschusses sparen will.

Das sind die wichtigsten "Köpfe"

Hans-Jürgen Irmer (CDU) ist ein Mann, der polarisiert. In der Asylpolitik steht er weit rechts und ist auch unter anderem wegen seines erzkonservativen Blattes "Wetzlar Kurier“ und seiner umstrittenen Artikel darin immer wieder kritisiert worden. Lokalpolitisch jedoch gibt er den Politiker, der sich kümmert. Als einziger von beiden bedeutenden Vertretern der Lahn-Dill-CDU im Landtag stellte sich Irmer beispielsweise eindeutig gegen eine Schließung des Landgestüts in Dillenburg und gegen Hessens Umweltministerin Hinz (Grüne). Sein scheidender Kollege und Landtagsabgeordneter Clemens Reif zog es dagegen vor, Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz (ebenfalls CDU) im sozialen Netzwerk Facebook zu kritisieren - und wurde dafür selbst heftig angegangen.

So gehen die Parteien in den Wahlkampf

Für die CDU gilt: Stabilität ist Trumpf. Deutschland und die Arbeitsplätze im Land sollen sicher bleiben. Nach den Vorfällen in Hamburg rund um den G20-Gipfel hatte die CDU das Thema Extremismus aufgegriffen - und wird von den Grünen an Lahn und Dill dafür angegriffen. Deren Direktkandidat Thorben Sämann (Student der Zahnmedizin) kritisiert Irmer im Internetportal Youtube dafür, dass die CDU und insbesondere Hans-Jürgen Irmer bei Gegendemonstrationen zu den jüngsten NPD-Aufmärschen im Kreis sich nicht gezeigt hätten. Daneben setzen sich die Grünen - wie immer - für eine stärkere Nutzung der alternativen Energien und für den Naturschutz ein. Die Sozialdemokraten im Kreis fordern einerseits eine rechtlich verbindliche Obergrenze für Acrylamid in Lebensmitteln,  und damit mehr Verbraucherschutz. Andererseits wollen sie mehr barrierefreie Bahnhöfe.  Die FDP will Bildung und Infrastruktur stärken, die AfD fordert weniger Steuern und dadurch eine Entlastung der Bürger.

Diese Entscheidungen stehen am 24. September noch an

In Leun steht am 24. September neben der Bundestagswahl auch eine Bürgermeisterwahl an. Der letzte Amtsinhaber Joachim Heller (parteilos) war Anfang Mai zurückgetreten, nachdem er krankheitsbedingt über längere Strecken nicht das Amt des Bürgermeisters hatte ausüben können. Zur Wahl haben sich vier Kandidaten gestellt: Björn Hartmann (CDU), Silke Interthal (SPD), Andreas Voigtländer-Tetzner (FWG) und Thomas Hantusch (NPD).

Auch in Biebertal wird gewählt: Bürgermeister Thomas Bender tritt gegen Michael Borke (SPD), Thorsten Cramer (CDU) und Patricia Ortmann an. In Hüttenberg bewirbt sich Rathauschef Christof Heller um eine zweite Amtszeit.

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