Blick vom Ludwigsplatz auf die Innenstadt von Gießen, vor allem dort werden bezahlbare Wohnungen benötigt.
Blick vom Ludwigsplatz auf die Innenstadt von Gießen, vor allem dort werden bezahlbare Wohnungen benötigt. Bild © picture-alliance/dpa

Die Stadt Gießen ist als Zentrum der wirtschaftliche Motor der Region. Anders in den Dörfern, dort steigt durch Abwanderung der Leerstand. Insbesondere der Umgang mit Flüchtlingen spielt eine Rolle.

Die größten Herausforderungen

Das Aussterben der Dörfer vor allem in den eher strukturschwachen und abgelegenen Regionen ist im Wahlkreis aktuell eine der größten Herausforderungen. Inzwischen gibt es durch unter anderem von der EU geförderte Programme aber erste Ansätze, dem entgegen zu wirken. Die Arbeitslosigkeit hat in den letzten Jahren insgesamt deutlich abgenommen. Allerdings ist die Zahl geringfügig Beschäftigter stark angestiegen. Das Jobcenter hat daher kaum an Kundschaft verloren. Ein zunehmendes Problem ist vor allem in den städtischen Bereichen die zunehmende Not bei bezahlbarem Wohnraum.

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Die Ausgangslage

Der bekannteste aktuelle Direktkandidat des Kreises ist  Helge Braun. Der 44-Jährige ist Staatssekretär im Bundeskanzleramt und war insbesondere in der Flüchtlingsdebatte in der Öffentlichkeit aufgetreten. Er hatte das Mandat vor vier Jahren bei einem Stimmenanteil von 44,4 Prozent mit deutlichem Vorsprung zum zweiten Mal hintereinander gewonnen. Zuvor war das Mandat dagegen meist an den SPD-Kandidaten gegangen. Der 68 Jahre alte Sozialdemokrat Rüdiger Veit, seit 1998 Mitglied des Bundestags, tritt aus Altersgründen nicht mehr an.

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Der Wahlkreis im Kurzporträt

Der Wahlkreis 173 Gießen setzt sich aus Städten und Gemeinden der Landkreise Gießen und Vogelsbergkreis zusammen. Aus dem Landkreis Gießen gehören bis auf Wettenberg und Biebertal alle Kommunen zum Wahlkreis.  Im Vogelsbergkreis zählen Alsfeld, Antrifttal, Feldatal, Gemünden (Felda), Homberg (Ohm), Kirtorf, Mücke und Romrod  zum Wahlkreis. Die Zahl der Wahlberechtigten liegt bei rund 225.000. Mit Ausnahme der Stadt Gießen als mittelhessischem Zentrum und Motor ist der Wahlkreis sehr ländlich strukturiert. Er liegt zwischen Lahn und Vogelsberg. In vielen Dörfern steigt durch Abwanderung die Zahl der Leerstände.

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Wer sind die Direktkandidaten?

Als Direktkandidat ist für die CDU erneut Helge Braun nominiert. Der gelernte Narkose-Arzt strebt sein insgesamt viertes Bundestagsmandat an. Die SPD hat den 48 Jahre alten Gewerkschaftssekretär Matthias Körner zum Nachfolger ihres langjährigen Bundestagsabgeordneten Rüdiger Veit nominiert. Für die Grünen tritt die 51-jährige Landtagsabgeordnete Eva Goldbach an als Nachfolgerin von Tom Koenigs an. Die FDP schickt mit dem 76-jährigen Hermann Otto Solms einen ehemaligen Vizepräsidenten ins Rennen.

Für die Linke tritt der 35 Jahre alte Restaurantfachmann Ali Al Dailami an. Die AfD hat den 55-jährigen leitenden Angestellten Uwe Schulz nominiert. Weitere Direktkandidatin im Wahlbezirk Gießen sind: Thassilo Hantusch (NPD), Diego Semmler (Freie Wähler), Wanja Lange (MLPD), Henning Mädcherle (DKP), und Peter Klis (überparteilich).

Die Topthemen vor der Wahl

Zu den im Wahlbezirk drängendsten Fragen zählte in den letzten Jahren wegen des hessischen Erstaufnahmelagers in Gießen die Flüchtlingsproblematik. Mittlerweile ist die Zahl der Flüchtlinge in der Stadt und auch in den Kommunen aber wieder deutlich zurückgegangen. Eine große Rolle spielt zudem die Wohnungspolitik. Stadt und Landkreis Gießen haben eine Initiative zur Ermittlung des Bedarfes gestartet. Dabei wurde festgestellt, dass für die nächsten Jahre mehrere tausend, vor allem bezahlbare Wohnungen benötigt werden. Auch die Stickoxid-Belastung vor allem in der Stadt Gießen, die rund ein Drittel der Wahlberechtigten stellt, hat in den vergangenen Monaten zu Diskussionen geführt. Ein eigentlich zum Jahresende geplante Umweltzone für die Stadt wurde aber trotz überschrittener Grenzwerte inzwischen wieder verworfen. In den Vogelsbergkommunen wird vor allem die Nutzung des Trinkwassers aus der Region kritisch gesehen. Durch den Export von Trinkwasser ins Rhein-Main-Gebiet befürchten viele Kommunen Schäden in der Natur.

Das sind die wichtigsten "Köpfe"

Zu den wichtigsten Personen im Wahlkreis gehören Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, die als stellvertretende Vorsitzende in ihren Parteien auch bundespolitisch eine gewichtige Rolle spielen. Zudem hat Helge Braun als Staatssekretär einen großen Einfluß. In der FDP gilt Hermann Otto Solms (Jahrgang 1940) nach wie vor als Elder Statesman.  Der Bundesschatzmeister seiner Partei gehörte bis zum Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde vor vier Jahren seit 1980 insgesamt 33 Jahre dem Deutschen Bundestag an.

So gehen die Parteien in den Wahlkampf

Bei den Diskussionen setzten die Parteien im Wahlbezirk hauptsächlich auf die bundespolitischen Themen wie Arbeit, Familie, Rente, Steuern und soziale Gerechtigkeit. Als Einzelkandidat tritt der 61 Jahre alte Peter Klis aus Gießen an. Er bezeichnet sich selbst als Vertreter gegen Behörden- und Politik-Willkür.

Diese Entscheidungen stehen am 24. September noch an

Gleichzeitig mit der Bundestagswahl findet in Mücke im Vogelsbergkreis auch die Bürgermeisterwahl statt. Zudem wird der Landrat im Kreis neu gewählt.

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