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Mit der Metropole Frankfurt vor der Tür leben im Wahlkreis viele Menschen in einer der bevölkerungsreichsten Regionen Hessens mit guter Wirtschaftskraft. Bezahlbarer Wohnraum ist deshalb für viele Bürger ein wichtiges Anliegen.

Die größten Herausforderungen

Weil das Rhein-Main-Gebiet, und vor allem Frankfurt, boomt, wird Wohnraum knapp. Dadurch entsteht Siedlungsdruck - auch im Wahlkreis Hanau. Die Städte und Gemeinden versuchen deshalb, neue Wohngebiete zu erschließen. In Hanau werden auch deshalb ehemalige Militärgelände der US-Armee in Wohngebiete umgewandelt: Auf dem Gelände der ehemaligen Pioneer-Kaserne zum Beispiel soll Wohnraum für rund 6.000 Menschen entstehen.

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Gleichzeitig gibt es aber auch immer wieder Proteste gegen neue Wohnbauprojekte, wie aktuell beispielsweise im Hanauer Stadtteil Mittelbuchen. Dort wollen Anwohner den dörflichen Charakter ihres Stadtteils erhalten. Gleichzeitig wollen Städte wie Hanau nicht den Anschluss an Frankfurt verlieren. Deshalb wurde die Hanauer Innenstadt zuletzt für rund 600 Millionen Euro umgestaltet. Das gilt als größter Innenstadtumbau in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Ausgangslage

Von 1949 bis zur Wahl 1983 war der Wahlkreis Hanau fest in SPD-Hand. Es folgte eine CDU-Hochphase bis Anfang der 90er. Nach der Jahrtausendwende ging zweimal Sascha Raabe (SPD) als Wahlsieger hervor, 2009 und 2013 mit dem späteren CDU-Generalsekretär Peter Tauber und Katja Leikert zwei Christdemokraten. Aktuell vertreten Katja Leikert und Sascha Raabe den Wahlkreis im Bundestag. Raabe war von 1996 bis 2002 Bürgermeister der Gemeinde Rodenbach. Von 2005 bis 2013 war der 49-Jährige Sprecher der Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der SPD-Bundestagsfraktion. 2009 und 2013 erhielt der Hanauer sein Mandat jeweils über die Landesliste. Die gebürtige Pfälzerin Leikert trat 2012 in die CDU ein, gewann ein Jahr später mit 44,3 Prozent der Erststimmen das Direktmandat des Wahlkreises. Die 42-Jährige ist Mitglied im Gesundheitsausschusses des Bundestages und lebt in Bruchköbel.

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Der Wahlkreis im Kurzporträt

Der Wahlkreis Hanau umfasst neben der Brüder-Grimm-Stadt auch die Städte und Gemeinden Bruchköbel, Erlensee, Großkrotzenburg, Hammersbach, Hasselroth, Langenselbold, Maintal, Neuberg, Nidderau, Niederdorfelden, Rodenbach, Ronneburg und Schöneck. Diese 14 Städte und Gemeinden liegen im westlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises, dem bevölkerungsreichsten Landkreis Hessens. Der Wahlkreis Hanau befindet sich in direkter Nachbarschaft zu Offenbach und Frankfurt. Von dieser Nachbarschaft ist der Wahlkreis geprägt: Hier lebten 2015 734 Einwohner pro Quadratkilometer - mehr als doppelt so viele wie im landesweiten Durchschnitt.

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Wer sind die Direktkandidaten?

Im Wahlkreis Hanau bewerben sich neben den aktuellen Bundestagsabgeordneten Leikert und Raabe noch sieben weitere Kandidaten: Die Hanauer Marketing-Mitarbeiterin Anja Zeller (Bündnis 90/Die Grünen) bewirbt sich erstmals für ein Bundestagsmandat. Die 45-Jährige ist Kreistagsabgeordnete und ab September Leiterin des Fachbereichs "Nachhaltige Strategien“ der Stadt Hanau und damit für die Themenbereiche Umwelt- und Klimaschutz verantwortlich. Tobias Huth will für Die Linke in den Bundestag. Der 40-Jährige ist Sekretär beim Deutschen Gewerkschaftsbund Südosthessen und Mitglied des Kreistages des Main-Kinzig-Kreises.

Mit Jonny Nedog bewirbt sich erstmals ein AfD-Kandidat im Wahlkreis Hanau um ein Direktmandat. Nedog war 2013 in Erlensee als parteiloser Bürgermeisterkandidat angetreten. Nedog unterlag zwar, kam aber auf einen unerwartet hohen Stimmenanteil von knapp 20 Prozent. Danach gründete er die Wählergruppe "Traditionelles Erlenseer Zentrum (TEZ)“, die bei der Kommunalwahl im März 2016 ins Stadtparlament einzog. Von 2007 bis 2013 war Ralf-Rainer Piesold (FDP) Stadtrat in Hanau. Bis vor Kurzem war der 59-Jährige Leiter der städtischen Stabsstelle für Digitale Infrastruktur und E-Government und liegt seit seiner Kündigung im Clinch mit der Stadt. Jetzt bewirbt sich der 59-Jährige für ein Bundestagsmandat. 

Der Metallbauer Duancon Bohnert aus Steinau an der Straße trat Ende 2012 aus der NPD aus und wurde anschließend stellvertretender Landesvorsitzender der Partei Die Rechte. 2016 trat der 42-Jährige wieder der NPD bei und kandidiert nun für den Bundestag. Zum ersten Mal bewirbt sich mit Bodo Delhey auch ein Kandidat der Freien Wähler um ein Direktmandat. Delhey ist Fraktionsvorsitzender der "Bürger für Gelnhausen“ und Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz (Bund) im Main-Kinzig-Kreis. Als Gastronom, Kulturschaffender und Musiker ist Gregor Wilkenloh vielen Hanauern bekannt. In der Hanauer Stadtpolitik engagiert er sich für die Alternative Linke Liste. Für Die Partei kandidiert der 50-Jährige nun für ein Bundestagsmandat.

Die Topthemen vor der Wahl

Im März geriet Hanau bundesweit in die Schlagzeilen, weil es hier wiederholt zu Schlägereien und Auseinandersetzungen größerer Gruppen gekommen war. Es folgte Kritik an den Sparvorgaben der Stadt im sozialen Bereich und Diskussionen um Sicherheit und über Videoüberwachung. Ein Dauerthema in und um Hanau ist die Nordmainische S-Bahn. Diese Bahnverbindung soll Hanau dann auch über Maintal mit Frankfurt verbinden. Doch seit Jahren kommt es immer wieder zu Verzögerungen: Nach Gesprächen zwischen der Landesregierung und der Führung der Deutschen Bahn sollte ursprünglich 2019 mit dem Bau der Nordmainischen S-Bahn begonnen werden. Mittlerweile will man erst 2022 beginnen.

Das sind die wichtigsten "Köpfe"

CDU-Generalsekretär Peter Tauber kandidierte 2009 im Wahlkreis Hanau und zog in den Bundestag ein. Heute kandidiert er, wie 2013, im damals neu geschaffenen Wahlkreis 175 (Main-Kinzig - Wetterau II - Schotten). Christoph Degen aus Neuberg zog 2013 zum zweiten Mal in den Hessischen Landtag ein. Der 37-Jährige ist bildungspolitischer Sprecher der SPD im Hessischen Landtag. Taubers Parteifreund Heiko Kasseckert ist seit 2013 Mitglied des Hessischen Landtags. Von 1996 bis 2008 war der 47-Jährige Bürgermeister von Langenselbold. Zum Zeitpunkt seiner Wahl war Kasseckert der jüngste Bürgermeister Deutschlands. Bereits seit 2003 ist Hugo Klein (CDU) Landtagsabgeordneter. Der 64-Jährige aus Freigericht ist Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst, Kulturpolitischer Ausschuss, Rechtsausschuss, Unterausschuss Justizvollzug und dem Hessischen Landesdenkmalrat.

So gehen die Parteien in den Wahlkampf

Seit den Auseinandersetzungen mit großen Gruppen in Hanau setzt sich vor allem die CDU für Videoüberwachung ein. Auch die AfD versucht beim Thema "Sicherheit im öffentlichen Raum" zu punkten und wirbt für mehr Polizeipräsenz. Wohnraum im Wahlkreis Hanau ist knapp. Dafür, dass dieser bezahlbar bleibt, setzt sich vor allem "Die Linke" ein. Ein großes Thema im Main-Kinzig-Kreis, und damit auch im Wahlkreis Hanau, ist die Windkraft. Die Grünen wollen mehr Windkraftanlagen bauen, auch die SPD setzt sich für Windkraft ein. Die AfD ist strikt gegen Windkraftanlagen, auch die FDP und die CDU stehen ihnen kritisch gegenüber. Zuletzt gab es deshalb Streit im Kreistag, als über geplante Windkraftanlagen in Ronneburg debattiert wurde.

Diese Entscheidungen stehen am 24. September noch an

In der Gemeinde Niederdorfelden wird am 24. September auch der Bürgermeister gewählt. Die knapp 3.800 Einwohner der kleinen Gemeinde in direkter Nachbarschaft zu Frankfurt haben nur einen Kandidaten zur Wahl: ihren amtierenden Bürgermeister Klaus Büttner. Der SPD-Politiker strebt seine zweite Amtszeit an.

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