Flugzeug über den Dächern der Mozartstrasse in Flörsheim. Viele Menschen im Kreisgebiet leiden unter Fluglärm.
Flugzeug über den Dächern der Mozartstrasse in Flörsheim. Viele Menschen im Kreisgebiet leiden unter Fluglärm. Bild © picture-alliance/dpa

Der Main-Taunus-Kreis ist der zwar der flächenmäßig kleinste Landkreis in Deutschland, dafür aber der am zweitdichtesten besiedelste. Fluglärm ist ein Dauerthema - andererseits bringt der benachbarte Flughafen Wohlstand.

Die größten Herausforderungen

Zum "Wahlkreis 181“ zählen der Main-Taunus-Kreis selbst, sowie Königstein, Kronberg und Steinbach im Hochtaunuskreis. Viele Manager aus den Chefetagen der Main-Metropole leben hier; der Arbeitsmarkt ist überdurchschnittlich stabil. Dennoch gibt es Herausforderungen. Ein großes Problem ist der fehlende bezahlbare Wohnraum. Im Main-Taunus-Kreis ist er Mangelware. Rund 14 Euro Miete kostet der Quadratmeter. Der Rest wird auf dem freien Markt zu eigenen Preisen angeboten. Laut Flächennutzungsplan gibt es noch 281 Hektar für den sozialen Wohnungsbau - das würde für 16.000 Wohnungen reichen. Der Kreis rechnet aber in den nächsten Jahren mit bis zu 50.000 Menschen, die in den MTK ziehen wollen.

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Auch beim öffentlichen Nahverkehr hakte es erst vor Kurzem. So etwa beim "Buschaos“ Anfang des Jahres. Die SPD will sich vor allem für bessere Arbeitsbedingungen der Busfahrer einsetzen. Weiterhin werden derzeit 60 Millionen Euro für den Schulbau investiert. Viele Schulen bauen an und um, um mehr Kinder unterzubringen und die Angebote für Nachmittagsbetreuung auszubauen. Ein Dauerthema: der Fluglärm vor allem im westlichen Main-Taunus-Kreis. Flörsheim, Hattersheim und Hochheim etwa haben ein stark ambivalentes Verhältnis zum Flughafen. Einerseits leiden sie nach eigenen Angaben unter dem starken Fluglärm - andererseits arbeiten viele Menschen am Flughafen.

Die Ausgangslage

Der traditionell-konservativ geprägte Main-Taunus-Kreis gilt als CDU-Hochburg - seit seiner Bildung 1970. Wahlen liefen in der Vergangenheit friedlich ab. Dennoch leidet der Kreis unter einer niedrigen Wahlbeteiligung. Bei der vergangenen Landratswahl im April 2017 etwa haben lediglich 28 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

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Der Wahlkreis im Kurzporträt

Der "MTK“ liegt im Herzen des Rhein-Main-Gebietes zwischen Frankfurt, Wiesbaden und Mainz. "Mittendrin" also, aber der Hektik fern. Er ist der flächenmäßig kleinste Kreis in Deutschland, aber der am zweitdichtesten besiedelte. Auf rund 222 Quadratkilometern leben heute 228.000 Menschen. Im gesamten Wahlkreis, also mit Kronberg, Königstein und Steinbach, hat der Wahlkreis rund 270.000 Einwohner. Wirtschaftlich hat der Kreis eine große Bedeutung; viele Unternehmen haben hier ihren Sitz. Das hohe Pro-Kopf-Einkommen und eine niedrige Arbeitslosenquote heben ihn von anderen Regionen ab.

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Wer sind die Direktkandidaten?

Zur Bundestagswahl treten im Wahlkreis 181 Main-Taunus sieben Direktkandidaten an: Für die CDU geht der Bad Sodener Bürgermeister Norbert Altenkamp ins Rennen. Der 44-Jährige tritt damit die Nachfolge von Heinz Riesenhuber an. Ilja-Kristin Seewald wird als Konkurrentin für die SPD antreten. Kordula Schulz-Asche kandidiert für die Grünen und engagiert sich vor allem für die Themen Gesundheit und Pflege. Für Die Linke kandidiert Ingo von Seemen aus Wiesbaden; für die AfD Gernot Laude. Bettina Stark-Watzinger von der FDP will in der Politik etwas ändern, sagt sie. Die wichtigsten Themen aus ihrer Sicht: gute Schulen und eine Bildung, die die Zukunft sichern kann. Der letzte Konkurrent kommt von den Freien Wählern und heißt Josef Voege.

Die Topthemen vor der Wahl

Die Stimmung im Wahlkreis ist gut. Bürger schätzen den wirtschaftlich starken Stand des Kreises, die niedrige Arbeitslosenquote und eine hohe Lebensqualität durch die Taunuswälder, das Mainufer und die Nähe zum Rheingau. Vielen Bürgern ist es ein Bedürfnis, ihre Politiker vor Ort zu kennen. Der persönliche Austausch ist hier ein großes Anliegen. Ein weiteres persönliches Thema ist der Schwimmunterricht. Viele Menschen haben den Landrat des Main-Taunus-Kreises Michael-Cyriax (CDU) angesprochen mit dem Wunsch, ein weiteres Hallenbad für das Schwimmtraining und Kurse für Kinder zu bauen. Derzeit wird nach einem Standort gesucht. Das Thema "Wohnungsbau“ beschäftigt die politischen Köpfe des Kreises - und das auch ohne den Zuzug von Flüchtlingen. Theoretisch gibt es im MTK dafür genügend Platz, in den Kommunen aber wird praktisch zu wenig gebaut, heißt es. Die Generation zwischen 18-35 Jahren beschäftigt die Frage einer finanziellen Absicherung. Auch der Regionalverband fordert dazu auf, die Angebotslücke im Wohnungsbau zu schließen. Die Bauintensität müsste innerhalb kürzester Zeit mehr als verdoppelt werden.

Das sind die wichtigsten "Köpfe"

Bad Sodens Bürgermeister Norbert Altenkamp wird für die CDU in diesem Jahr als Direktkandidat ins Rennen gehen. Der 44-Jährige tritt damit die Nachfolge von Heinz Riesenhuber an, welcher nicht mehr antreten wollte. Neben seinem Amt als Bürgermeister hat Norbert Altenkamp verschiedene Aufgaben für das Rhein-Main-Gebiet übernommen. Er ist Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses im Kreistag Main-Taunus. und Mitglied der Regionalversammlung Südhessen. Seine Konkurrentin von der SPD Ilja-Kristin Seewald möchte als Direktkandidatin den wirtschaftlichen Erfolg des Kreises nicht als Selbstverständlichkeit sehen und vor allem die Demokratie im Land stärken. Berufe in Pflege, Bildung und der öffentlichen Sicherheit möchte sie besser entlohnen und voll sozialversicherte Arbeitsplätze fördern.

Diese Entscheidungen stehen am 24. September noch an

Merkel oder Schulz, ein neues Baugebiet oder nicht? In Liederbach haben die Bürger am 24. September gleich die doppelte Qual der Wahl. Neben der Bundestagswahl findet hier außerdem der zweite Bürgerentscheid zum Neubaugebiet "Nördliche Weingärten“ statt. Die Fraktionen haben das Projekt in einem gemeinsamen Antrag auf den Weg gebracht. Der Stempel der "CDU-Hochburg“ hält sich weiter hartnäckig. Bei der Landratswahl am 23. April dieses Jahres wurde Michael Cyriax (CDU) mit fast 68 Prozent der Stimmen für eine weitere Amtszeit bestätigt. Seine zweite Amtszeit wird im Oktober starten und bis September 2023 laufen.

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