Viele Touristen besuchen den beliebten Römerberg in der Frankfurter Innenstadt.

Im Wahlkreis Frankfurt I befinden sich die Wahrzeichen der Stadt wie der Römerberg und die Bankenhochhäuser. So heterogen wie der Wahlkreis, so vielfältig sind die Herausforderungen.

Die größten Herausforderungen

So heterogen wie der Wahlkreis, so vielfältig sind die Herausforderungen. Das Hauptproblem in Frankfurt sind steigende Mieten und Immobilienpreise sowie fehlender bezahlbarer Wohnraum. Und das, obwohl im Wahlkreis im letzten Jahr überdurchschnittlich viele Wohnungen entstanden (10,5 neue Wohnungen auf 1.000 bestehende). Im Norden des Wahlkreises bei Praunheim an der A5 soll zudem ein neuer Stadtteil mit mehr als 10.000 Wohnungen und für bis zu 30.000 Einwohner entstehen. Am Rande des Stadtteils Gallus, wo viele Migranten leben und es teils soziale Probleme gibt, entsteht das Europaviertel. Im Europaviertel werden tausende Menschen arbeiten und wohnen. Wohnen im Europaviertel ist eine eher teure Angelegenheit.

Eine Frage ist, wie können das Europa- und das Gallusviertel trotz ihrer unterschiedlichen Sozialstrukturen zusammenwachsen? Im Wahlkreis verdienen die Vollzeitbeschäftigten im städtischen Vergleich eher unterdurchschnittlich. 15,1 Prozent beziehen brutto bis zu 2.000, 28,6 Prozent mehr als 5.000. Aber es gibt auch andere Herausforderungen: Im angesagten Bahnhofsviertel ist beispielsweise weiter die Kriminalität ein Problem (Drogenhandel und Prostitution). Die Polizei geht seit November mit einer rund 100 Mann starken Einheit gegen die Dealer-Szene vor. Im Stadtteil Westend liegen dagegen die berühmten Bankenhochhäuser und die Messe. Hier wird viel Geld umgesetzt und verdient.

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Die Innenstadt mit der beliebten Einkaufsmeile "Zeil" und dem Römerberg ist ein Magnet für Touristen. Dieser Teil wird bald noch um die rekonstruierte  Altstadt zwischen Dom und Römer erweitert.  In den Stadtteilen Höchst und Griesheim gibt es große Industrie- und Chemiestandorte. Die ansässigen Unternehmen stehen im internationalen Wettbewerb und sind große Steuerzahler und Arbeitgeber in Frankfurt. Die Herausforderung im Wahlkreis liegt darin, diesen Status zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Die Ausgangslage

Bei der letzten Bundestagwahl hat Matthias Zimmer von der CDU den Wahlkreis mit 40,2 Prozent der Stimmen vor Gregor Amann von der SPD gewonnen. Bis auf Bundestagsmitglied Zimmer tritt kein Kandidat der Bundestagswahl 2013 mehr an.

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Der Wahlkreis im Kurzporträt

Der Wahlkreis 182 umfasst den Frankfurter Westen mit 23 von 46 Stadtteilen. Dazu gehören unter anderem die Innenstadt, das Bahnhofsviertel, das Westend, Bockenheim und Rödelheim. Er umfasst 34 Prozent der Stadtfläche. Zum 31. Dezember 2016 waren dort fast 198.000 Wahlberechtigte ab 18 Jahren gemeldet. Mit knapp 43 Einwohnern je Hektar ist der Wahlkreis dichter besiedelt als die Stadt insgesamt. 24 Prozent der Einwohner sind Deutsche mit Migrationshintergrund. Mehr als 32 Prozent haben einen ausländischen Pass.

Diese Stadtteile liegen im Wahlkreis: Altstadt, Bahnhofsviertel, Bockenheim, Dornbusch, Eschersheim, Gallusviertel, Ginnheim, Griesheim, Gutleutviertel, Hausen, Heddernheim, Höchst, Innenstadt, Nied, Niederursel, Praunheim, Rödelheim, Sindlingen, Sossenheim, Unterliederbach, Westend, Zeilsheim.

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Wer sind die Direktkandidaten?

Matthias Zimmer von der CDU tritt erneut für den Bundestag an. Sein Herausforderer von der SPD ist Oliver Strank. Für die Grünen tritt die Stadtverordnete Jessica Purkhardt an. Für die Linke bewirbt sich Achim Kessler für den Bundestag. Für die AfD will der Frankfurter Stadtverordnete Horst Reschke nach Berlin gehen und für die FDP Nicola Beer. In Frankfurt treten zudem Pawel Borodan für die Piraten, Michael Weingärtner für die Freien Wähler, der Stadtverordnete Nico Wehnemann für die Satirepartei Die Partei, Corinna Kaske-Jones für die MLPD und Marianne Arens für die SGP an.

Die Topthemen vor der Wahl

Das dringendste Problem im Wahlkreis sind steigende Mieten, fehlender Wohnraum und die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich in Frankfurt. Zudem muss die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden. Die S-Bahnen sind ausgelastet. Der Ausbau der S6 nach Bad Vilbel und Friedberg ist geplant aber noch nicht umgesetzt. Hier müssen die Pendler zahlreiche Verspätungen hinnehmen. Im Wahlkreis wird auch über Fahrverbote auf einzelnen Straßen für Dieselfahrzeuge diskutiert, um die teils über dem Grenzwert liegende Stickoxid-Belastung zu senken.

Das sind die wichtigsten "Köpfe"

Mit FDP-Generalsekretärin Nicola Beer tritt eines des bundesweit bekanntesten Gesichter der Liberalen im Wahlkreis an. Zu den bekannten Gesichtern in der Frankfurter Politik gehören Oberbürgermeister Peter Feldmann für die SPD und Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU). Ihr Einfluss in der Bundespolitik ist jedoch gering.

So gehen die Parteien in den Wahlkampf

Die CDU wirbt damit, dass sie sowohl für gut bezahlte und dauerhafte Arbeitsplätze sorgen will, als auch für bezahlbaren Wohnraum. Bundestagsmitglied Zimmer will außerdem die Biotechnologie fördern, um die Industriestandorte in Griesheim und Höchst zu stärken. Damit die Intergration im Frankfurter Westen weiterhin gelinge, fordert Zimmer Rahmenbedingungen für Zuwanderer. Er befürwortet ein Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz, durch das die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt gesteuert wird. Der 37-jährige Oliver Strank von der SPD fordert für den Bereich Bahnhofsviertel/Innenstadt einen neuen Frankfurter Weg in der Drogenpolitik. Repressionen gegen Dealer, Hilfsangebote für Süchtige, lautet sein Vorschlag. Um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, will der SPD-Politiker mehr Bauland ausweisen und die Kommunen dazu bringen, koordinierter zusammenzuarbeiten. Die Grüne Jessica Purkhardt setzt für die Zukunft auf eine abgasfreie Mobilität, um die Stickoxidbelastung zu senken.