Der neue Henninger Turm ragt im südlichen Stadtteil Sachsenhausen in die Höhe.

Der zweite Wahlkreis in Frankfurt mit vielen dicht besiedelten Stadtteilen hat mit steigenden Mieten und Immobilienpreisen zu kämpfen. Außerdem sind der Verkehr und Fluglärm große Themen im Wahlkampf.

Die größten Herausforderungen

Auch im Osten Frankfurts gilt: So vielfältig wie der Wahlkreis, so verschieden sind die Herausforderungen. Das Hauptproblem in Frankfurt sind steigende Mieten und Immobilienpreise sowie fehlender bezahlbarer Wohnraum. Im Wahlkreis wurden im letzten Jahr weniger Wohnungen gebaut als im städtischen Vergleich (6,8 neue Wohnungen auf 1.000 bestehende). In Bornheim soll das Innovationsquartier entstehen. Hier regt sich Widerstand. Die Anwohner befürchten, dass durch die Nachverdichtung die Frischluftschneise für das Nordend und die Innenstadt abgeschnitten werden. Frankfurt überhitze im Sommer. Durch die EZB ist das Ostend aufgewertet worden, allerdings sind auch hier steigende Mieten ein Problem.

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Im Riederwald sorgt das massive Pendlerverkehrsaufkommen für Staus, Verkehrslärm und Schadstoffbelastung. Ein Tunnel soll Entlastung bringen. Allerdings ist der Ausbau der vielbefahrenen A661 aus dem vordringlichen Bedarf des Bundes-Verkehrswegeplans gefallen. Damit ist auch eine teilweise Deckelung der Autobahn schwierig geworden. Das Dach der Autobahn sollte begrünt werden. Wie im Westen Frankfurts gibt es auch im Osten (Fechenheim) Industrie- und Chemieunternehmen. Die sorgen für Steuereinnahmen, Arbeitsplätze, werden aber für ihren Schadstoffausstoß kritisiert.

Die Ausgangslage

Bei der letzten Wahl hat Erika Steinbach von der CDU den Wahlkreis mit 36,3 Prozent der Stimmen gewonnen. Steinbach ist wegen der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Merkel (CDU) inzwischen aus der Partei ausgetreten und tritt nicht mehr zur Wahl an. Sie will die AfD im Wahlkampf unterstützen. Im Bundestag sitzen aus dem Wahlkreis auch die SPD-Politikerin Ulrike Nissen und der Grüne Omid Nouripour.

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Der Wahlkreis im Kurzporträt

Der Wahlkreis 183 umfasst den Frankfurter Osten, Norden und den Süden mit Frankfurts größtem Stadtteil Sachsenhausen. Auch Frankfurts am dichtesten besiedelter Stadtteil Nordend gehört zum Wahlkreis; genauso wie die Randbezirke Nieder-Erlenbach und Bergen-Enkheim. Mehr als 220.000 Menschen mit deutschem Pass leben im östlichen Wahlkreis. Obwohl Frankfurt eine sehr junge Großstadt ist, ist die Gruppe der 18-24-jährigen Wähler im Wahlkreis gegenüber der Gesamtstadt mit 7,9 Prozent unterrepräsentiert. Gut ein Fünftel der gemeldeten Menschen sind Deutsche mit Migrationshintergrund und ein Viertel besitzt einen ausländischen Pass. Trotz der hohen Einwohnerdichte im Nordend, ist der Wahlkreis mit 22,4 Einwohnern je Hektar dünner besiedelt als der Westen (42,7). Die Vollbeschäftigten im Wahlkreis verdienen eher überdurchschnittlich. Gut ein Drittel hat monatlich mehr als 5.000 Euro brutto zur Verfügung.

Diese Stadtteile liegen im Wahlkreis: Bergen-Enkheim, Berkersheim, Bonames, Bornheim, Eckenheim, Fechenheim, Frankfurter Berg, Harheim, Kalbach, Nieder-Erlenbach, Nieder-Eschbach, Niederrad, Nordend, Oberrad, Ostend, Preungesheim, Riederwald, Sachsenhausen, Schwanheim, Seckbach.

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Wer sind die Direktkandidaten?

Zehn Kandidaten treten an. Für die CDU bewirbt sich Bettina Wiesmann. Auch die Bundestagsabgeordneten Nissen (SPD) und Nouripour (Grüne) wollen den Wahlkreis gewinnen. Für die Linke geht Monika Christann ins Rennen, für die FDP Katharina Schreiner. Die AfD wird durch Steffen Reichmann vertreten. Außerdem stellen sich noch Sebastian Alscher (Piraten), Karlheinz Grabmann (Freie Wähler), Leonard Fischer (Die Partei) und Bernadette Leidinger-Beierle (MLPD) zur Wahl.

Die Topthemen vor der Wahl

Das dringendste Problem im Wahlkreis sind steigende Mieten, fehlender Wohnraum. Außerdem ist das Verkehrsaufkommen ein großes Thema. Flug- und Verkehrslärm werden im Wahlkreis ebenfalls diskutiert. Die Verkehrsinfrastruktur auf der Straße und der Schiene muss und soll ausgebaut werden.

Das sind die wichtigsten "Köpfe"

Jahrelang gehörte Erika Steinbach zu den Schwergewichten in der Frankfurter CDU. Doch die umstrittene Rechtsaußen-Politikerin hat die Partei inzwischen verlassen und unterstützt nun die AfD. Zu den bekannten Gesichtern in der Frankfurter Politik gehören Oberbürgermeister Peter Feldmann für die SPD und Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU). Ihr Einfluss in der Bundespolitik ist jedoch gering.

So gehen die Parteien in den Wahlkampf

Die CDU will bessere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen, damit diese in den Standort investiert. Außerdem soll die Bildung gestärkt werden. Frankfurt brauche als Wissens-, Kultur- und Handelsstadt eine krisenfeste EU. Ulrike Nissen (SPD) setzt sich vor allem für Umweltthemen ein. Der Kampf gegen Fluglärm ist eines ihrer Kernthemen. Beim Thema bezahlbarer Wohnraum setzt sie auf eine Verbesserung der Wohngeldreform, der Mietpreisbremse und auf eine Reduzierung der Baukosten.

Auch der grüne Außenpolitiker Omid Nouripour setzt beim Thema bezahlbarer Wohnraum auf eine Änderung der Wohngeldreform und der Mietpreisbremse. Außerdem spricht er sich für eine Reduzierung der Baukosten aus. Er plädiert auch für die Einhausung der A661, um Lärmschutz und Wohnungsbau miteinander zu verbinden.