Die Neutsche Höhe bei Ober-Beerbach im Odenwald

Vom Rand des Rhein-Main-Gebiets bis in den ländlichen Odenwald: Der Wahlkreis 187 umfasst sehr gegensätzliche Regionen im Süden Hessens. Windkraft und der Pendlerverkehr beschäftigen die Menschen im Wahlkreis Odenwald.

Die größten Herausforderungen

Der Wahlkreis Odenwald erstreckt sich über drei Landkreise mit unterschiedlichen Gegebenheiten: Im Kreis Offenbach ist die Bevölkerung in den vergangenen Jahren gewachsen. In den Kreisen Darmstadt-Dieburg und im Odenwaldkreis ist die Zahl der Einwohner leicht zurückgegangen. Vor allem im südlichen Odenwaldkreis verschärft der demografische Wandel die Infrastrukturprobleme. Vier Kommunen werden sich aus diesem Grund zum 1. Januar 2018 zur Stadt Oberzent zusammen schließen. Darunter Hessens Gemeinden mit den wenigsten Einwohnern Hesseneck und Sensbachtal.

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Der Odenwaldkreis will gerne neue Einwohner anlocken und den Tourismus fördern. Ein wichtiges Thema im Wahlkreis Odenwald ist Verkehr: Die Bundesstraße 45 zieht sich in Nord-Süd-Richtung als wichtige Pendlerroute durch den Wahlkreis. Die Pendlerströme aus dem Odenwald stauen sich im Kreis Darmstadt-Dieburg.

Die Ausgangslage

Im Kreistag des Kreises Offenbach ist die CDU stärkste Partei. Im Kreis Darmstadt-Dieburg und im Odenwaldkreis ist es die SPD. Bei den Bundestagswahlen 1998 und 2002 hatte die SPD im Wahlkreis Odenwald die Nase vorn. 2005 lag die CDU einen Hauch vor der SPD. Bei den Wahlen 2009 und 2013 lag Patricia Lips von der CDU deutlich vorne. Jens Zimmermann von der SPD ist 2013 über die Landesliste dennoch in den Bundestag eingezogen.

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Der Wahlkreis im Kurzporträt

Der Wahlkreis 187 Odenwald liegt ganz im Südosten von Hessen zwischen Main und Neckar, an der Landesgrenze zu Bayern und Baden-Württemberg. Der Wahlkreis reicht vom Rand des Ballungsraums Frankfurt bis in den ländlichen Odenwald und den UNESCO-Geopark Bergstraße-Odenwald. Der Wahlkreis ist von Norden nach Süden etwa 80 Kilometer lang und 25 Kilometer breit und hat rund 320.000 Einwohner. Er umfasst die östlich gelegenen Kommunen der Kreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg und den gesamten Odenwaldkreis. Die größten Städte sind Rodgau und Rödermark im Landkreis Offenbach.

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Wer sind die Direktkandidaten?

Wie 2013 tritt Patricia Lips aus Rödermark im Kreis Offenbach für die CDU an. Und Jens Zimmermann aus Groß-Umstadt im Kreis Darmstadt-Dieburg geht erneut für die SPD ins Rennen. Beide werden voraussichtlich wieder dem Bundestag angehören: Patricia Lips steht auf der Landesliste der CDU auf Platz drei, Jens Zimmermann startet als Nummer neun der hessischen SPD. Frank Diefenbach aus Michelstadt im Odenwaldkreis kandidiert für Bündnis90/Die Grünen, Kristin Hügelschäfer aus Beerfelden im Odenwaldkreis für Die Linke, Robert Rankl aus Rodgau für die AfD, Milena Scinardo aus Babenhausen für die FDP, Heinz Schumacher aus Babenhausen für die Freien Wähler und Harald Frenzel aus Fränkisch-Crumbach als Einzelbewerber. Er ist auch schon bei Bürgermeisterwahlen in Frankfurt und Fränkisch-Crumbach angetreten.

Die Topthemen vor der Wahl

Im Odenwaldkreis sorgt das Thema Windkraft für Diskussionen. Alle 15 Kommunen im Kreis haben sich auf einen gemeinsamen Flächennutzungsplan für Windkraftanlagen geeinigt. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat diesen Plan abgewiesen und verfolgt eine Planung, die im Odenwaldkreis etwa doppelt so viele Vorrangflächen für Windräder vorsieht. Seit diesem Vorgang ist die Akzeptanz von Windkraftanlagen im Odenwald in der Bevölkerung, bei Kommunen und Politikern gesunken. Landrat Frank Matiaske (SPD) sieht in dem Vorgang einen massiven Einschnitt in die kommunale Selbstverwaltung. Die Städte und Gemeinden im Odenwaldkreis wollen ihre Planung dennoch durchsetzen und ziehen vor Gericht.

Das sind die wichtigsten "Köpfe"

René Rock aus Seligenstadt ist seit Mai 2017 Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion im hessischen Landtag. Seit 1998 ist er Kreisvorsitzender des Kreisverbandes Offenbach-Land sowie Mitglied des Landesvorstandes. Seit 2001 ist Rock Fraktionsvorsitzender der FDP in der Stadtverordnetenversammlung Seligenstadt und im Kreistag Offenbach. Moritz Promny aus Michelstadt ist stellvertretender Vorsitzender der hessischen FDP. Er ist stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP im Odenwaldkreis und Fraktionsvorsitzender im Odenwälder Kreistag. Judith Lannert aus Reichelsheim ist Mitglied im CDU-Landesvorstand Hessen. Als Landtagsabgeordnete ist sie stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst. Im Odenwälder Kreistag ist sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

So gehen die Parteien in den Wahlkampf

Beim Thema Windkraft setzen SPD, CDU und Grüne im Odenwaldkreis auf einen Kompromiss: Sie wollen die Energiewende und weitere Windräder im Odenwald, aber so, wie es die Kommunen des Kreises gemeinsam festgelegt haben. Die FDP geht noch einen Schritt weiter und positioniert sich gegen den Bau weiterer Windkraftanlagen im Odenwald. Mit dieser Position hat die FDP schon bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr Erfolge erzielt.

Bundestagskandidat Jens Zimmermann von der SPD hat die Bundesstraße 45 als Thema aufgegriffen: Zwischen Dieburg und Groß-Umstadt stauen sich seit vielen Jahren regelmäßig die Pendlerströme. Der vierspurige Ausbau zwischen Dieburg und Groß-Umstadt wurde in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen. Doch die hessische Landesregierung hat den Ausbau der B45 erstmal zurückgestellt und will die Planung in den kommenden vier Jahren nicht angehen. Der Odenwälder Landrat Frank Matiaske (SPD) will sich für einen schnelleren Ausbau einsetzen und bekommt von verschiedenen Seiten Unterstützung. Zum Beispiel von der Industrievereinigung Odenwald.

Diese Entscheidungen stehen am 24. September noch an

In Höchst im Odenwald wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Amtsinhaber ist der parteilose Horst Bitsch (57). Er kandidiert für eine zweite Amtszeit. Zwei Gegenkandidaten fordern ihn heraus: Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Karl-Heinz Amos (51) und der Vorsitzende der CDU in Höchst, Lars Maruhn (46). Die SPD ist in Höchst stärkste Fraktion in der Gemeindevertretung und erhielt bei der Kommunalwahl 2016 31,3 Prozent der Stimmen. 2011 gewann Horst Bitsch mit 51,5 knapp vor einem Kandidaten der SPD.

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