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Arbeitszeit, Lebensstandard, Geburtenrate: In einem Europa-Quiz hatten wir Fragen zu verschiedenen Aspekten der EU gestellt. Die wissenschaftliche Auswertung zeigt: Es gibt noch viele Lücken, doch immerhin wissen das die meisten.

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Kassensturz Europa – ungleich erfolgreich

Was die Wirtschaft über den Zusammenhalt Europas verrät.
Mo, 20.05.19 | 20:15 Uhr | Das Erste

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Wie viel wissen Sie eigentlich über Europa? Mit dieser Frage hatten wir eine Woche lang unsere Nutzerinnen und Nutzern eingeladen, an unserem Europa-Quiz teilzunehmen. In welchem EU-Land haben die Menschen die höchste Lebenserwartung? Wo ist das Renteneintrittsalter am höchsten? Das sind zwei der insgesamt 16 Fragen aus den Bereichen Leben, Gesellschaft, Arbeit und Forschung, zu denen die Quiz-Teilnehmer ihre Einschätzung abgeben mussten.

Das Quiz sollte nicht nur Spaß machen - es diente wissenschaftlichen Zwecken. Forscher des finanzwissenschaftlichen Instituts SAFE der Goethe-Uni in Frankfurt wollten damit ermitteln, wie gut der Wissensstand der Menschen zur Europäischen Union ist. Fast 3.000 Menschen nahmen an dem - zugegebenermaßen recht anspruchsvollen - Quiz teil.

Repräsentativ für die Bevölkerung sind die Ergebnisse nicht. Die Teilnehmer waren im Schnitt älter (48 Jahre), männlicher (56%) und gebildeter (47% Akademiker) als der Bundesbürger. Für die Forscher sind die Ergebnisse aus dem Europa-Quiz dennoch interessant.

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Mitraten ist weiter möglich

Das Europa-Quiz ist immer noch freigeschaltet. Wenn Sie mitspielen, können Sie Ihr eigenes Wissen testen und erfahren, ob Sie richtig lagen. Die Ergebnisse fließen nicht mehr in die wissenschaftliche Auswertung ein.

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"Die Mehrheit weiß tatsächlich nicht sehr viel"

Eine wichtige Erkenntnis der Wissenschaftler: Es gibt in einigen Bereichen tatsächlich noch große Lücken, was das Wissen über unsere europäischen Nachbarn betrifft: "Die Ergebnisse der Umfrage zeigen recht deutlich: Die Mehrheit der Befragten weiß tatsächlich nicht sehr viel über die konkreten Lebensverhältnisse und die Vielfalt in Europa", erklärt der Wirtschaftswissenschaftler Andreas Hackethal, dessen Team das Quiz entwickelte.

Allerdings: Die meisten Menschen behaupten auch gar nicht, dass sie die EU allzu gut kennen. "Fast die Hälfte der Befragten schätzt das eigene Wissen über die EU als eher gering ein", ergänzt Hackethal und bezieht sich damit auf eine von mehreren zusätzlichen Fragen, die im Rahmen des Quiz gestellt wurden. Selbst die Akademiker, die am Quiz teilnahmen, schätzten ihr Wissen zutreffend als gering ein.

Im Schnitt 4,8 von 16 Punkten

Im Durchschnitt erzielten die Teilnehmer 4,8 von 16 zu erreichenden Punkten, wobei eine Antwort schon als richtig galt, wenn das getippte Land unter den Top drei war. Besonders niedrig war die Trefferquote bei den Fragen zum Wohneigentum und zu Frauen in der Forschung. Die meisten Menschen tippten darauf, dass die Wohneigentumsquote in Großbritannien, Spanien oder Italien am höchsten sei - korrekt waren stattdessen Rumänien, Kroatien und die Slowakei, wo die Quote bei jeweils über 90 Prozent liegt.

Ebenfalls weit daneben lagen die Teilnehmer bei der Frage, wo der Anteil an Frauen in der Forschung am größten ist. Mehr als jeder Vierte tippte auf das als besonders fortschrittlich geltende Schweden. Europaweit ist der Frauenanteil jedoch in Lettland am höchsten (51%), dicht gefolgt von Litauen (50,7%) und Kroatien (48,9%). In Deutschland liegt der Anteil bei 28%.

Frieden, Euro und Gemeinschaft

Weitere Erkenntnisse aus dem Quiz: Die meisten Teilnehmer verbinden mit der Europäischen Union den Begriff "Frieden". Das gab fast jeder Achte als Antwort an, gefolgt von "Euro" und "Gemeinschaft". Zwei von drei Teilnehmern (67,3%) fanden, dass die EU ihr eigenes Leben eher positiv beeinflusst. Knapp 42 Prozent waren allerdings der Ansicht, dass ihre Interessen in der EU eher nicht gut vertreten seien - nur 31 Prozent sahen dies genau anders herum.

Nichtsdestotrotz war mehr als die Hälfte der Teilnehmer (53,5%) der Ansicht, dass die EU perspektivisch zu den Vereinigten Staaten von Europa werden sollte. 33,8 Prozent lehnten das eher ab.