Wie funktioniert der Kandidatencheck? Wer wurde eingeladen? Und was soll das alles überhaupt? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum hr-Kandidatencheck zur Landtagswahl 2018.

Studio für den Kandidatencheck
Bitte Platz nehmen: Das Kandidatencheck-Studio in Frankfurt Bild © Manuel Körner/hr
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Was ist der hr-Kandidatencheck?

"#hrWAHL - Der Kandidatencheck" stellt alle Kandidatinnen und Kandidaten, die bei der Landtagswahl am 28. Oktober antreten, mit kurzen Videointerviews vor. Er folgt dabei einem klaren Prinzip: Alle Kandidaten bekommen die gleichen Fragen in der gleichen Reihenfolge gestellt. Jedes Interview wird nach exakt vier Minuten beendet. In dieser Zeit können die Kandidaten so viele Fragen beantworten, wie sie schaffen.

Wieso macht der hr das?

Im Vorfeld einer Wahl sind die Spitzenkandidaten der größeren Parteien häufig in den Medien zu sehen. Aber schon über die weiteren Kandidaten der großen Parteien erfährt man als Wähler nicht mehr so viel, und über die Kandidaten der vielen kleinen Parteien so gut wie gar nichts. Mit dem hr-Kandidatencheck sollen die Wählerinnen und Wähler einen umfassenden Überblick über alle Kandidaten bekommen, die bei der Wahl antreten. Damit können sich die Wähler ihr eigenes Bild über die Menschen, die künftig unser Land regieren könnten, und deren Ideen machen.

Wer steckt hinter dem hr-Kandidatencheck?

Der hr-Kandidatencheck ist ein crossmediales Projekt des gesamten Hessischen Rundfunks. Vorbereitet und geplant wurde er von einem Team, das sich aus Mitarbeitern von hessenschau.de, dem hr-fernsehen und den hr-Radiowellen zusammensetzt. Bei der Umsetzung haben Mitarbeiter von Redaktion, Aufnahmeleitung, Fernsehproduktion, Webtechnik und Untertitelung über alle Bereiche hinweg zusammengearbeitet (eine Übersicht mit den Namen der Beteiligten finden Sie am Ende der Seite).

Wie funktioniert der hr-Kandidatencheck?

Alle Videos anzuschauen, würde knapp 40 Stunden dauern - über das Menü kann die Auswahl jedoch schnell nach den eigenen Interessen gestaltet werden. Sie interessieren sich nur für die Kandidaten Ihres Wahlkreises? Oder nur für die Bewerber in Ihrer Altersgruppe? Kein Problem, mithilfe der verschiedenen Filter lässt sich schnell die Auswahl eingrenzen.

Welche Kandidaten wurden gefragt?

Der hr hat ausnahmslos allen Kandidatinnen und Kandidaten, die zur Landtagswahl antreten, die Möglichkeit zu einem Interview angeboten. Darunter sind sowohl die Direktkandidaten, die sich in einem Wahlkreis um ein Mandat bewerben, als auch die Kandidaten auf den Landeslisten der Parteien - egal ob Spitzenkandidat oder Schlusslicht auf der Liste. Auch die Einzelbewerber in den Wahlkreisen, die unabhängig von einer Partei antreten, wurden angefragt.

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Haben alle Parteien teilgenommen?

Insgesamt haben 548 von 797 Kandidatinnen und Kandidaten am hr-Kandidatencheck teilgenommen. Von allen 23 Parteien, die an der Landtagswahl mit Landeslisten antreten,sind Kandidaten dabei. Hinzu kommen vier Einzelbewerber in Wahlkreisen, die ebenfalls Parteien angehören. Der AfD-Landesvorstand hat seinen Kandidaten allerdings eine Empfehlung ausgesprochen, sich nicht am hr-Kandidatencheck zu beteiligen. Einige Kandidaten sind unserer Einladung dennoch gefolgt.

Wieso hat die AfD-Spitze den hr-Kandidatencheck nicht unterstützt?

Der Parteivorstand der hessischen AfD war mit einer Bedingung nicht einverstanden: Die Videos des Kandidatenchecks werden den hr-Radiowellen und dem hr-fernsehen zur weiteren Verwendung zur Verfügung gestellt, beispielsweise um thematische Zusammenschnitte einzelner Aussagen zu machen. Es ist gängige Praxis innerhalb des hr, Material zu teilen. Die AfD wollte, dass wir für sie eine Ausnahme machen. Da beim hr-Kandidatencheck gleiche Bedingungen für alle gelten müssen, konnten wir dem nicht zustimmen.

Wieso gibt es auch Kandidaten ohne Videos?

Der hr hat alle Kandidaten angefragt, aber nicht alle haben an unserem hr-Kandidatencheck teilgenommen. Manche haben aus terminlichen oder gesundheitlichen Gründen abgesagt, andere wollten nicht vor der Kamera auftreten. Einige Kandidaten haben auch schlichtweg nicht auf unsere Anfragen reagiert oder waren nicht zu erreichen. Im hr-Kandidatencheck erscheinen dennoch alle Kandidaten, zumindest mit Namen und weiteren Basisdaten wie Listenplatz oder Partei.

Woher stammen die Fragen, die im Interview gestellt wurden?

Die Fragen stammen von einem crossmedialen Wahlteam des hr, in dem Mitarbeiter von hessenschau.de, dem hr-fernsehen und den hr-Radiowellen die gemeinsame Berichterstattung zur Landtagswahl geplant und koordiniert haben. Die Fragen spiegeln die wichtigsten Themen des Wahlkampfes wider. Sie wurden so formuliert, dass sie nach Möglichkeit von allen Kandidaten beantwortet werden konnten. Dafür durften sie weder zu spezifisch noch zu aktuell sein.

Unterscheiden sich die Fragen der Kandidaten voneinander?

Nein. Alle Kandidaten haben die gleichen Fragen gestellt bekommen, in der gleichen Reihenfolge. Aus Gründen der Chancengleichheit wurden alle Kandidaten - egal ob Spitzenkandidat oder Listenschlusslicht - gleich behandelt.

Kannten die Kandidaten die Fragen vorab?

Ja. Alle Kandidaten bekamen die Fragen vorab zugesandt und hatten ausreichend Zeit, sich vorzubereiten. Das ist insofern wichtig, weil viele Kandidaten keine Politikprofis mit Medienerfahrung sind. Zudem können sich nicht alle Kandidaten in allen Bereichen auskennen, die der hr-Kandidatencheck abfragt. Viele haben Spezialgebiete, für die sie zuständig sind.

Wie viele Fragen mussten die Kandidaten beantworten?

Das hing völlig von den Kandidaten ab. Jeder hatte exakt vier Minuten und konnte in dieser Zeit so viele Fragen beantworten, wie er oder sie schafft. Das Tempo bestimmten die Kandidaten. Die Kandidaten konnten auch Fragen überspringen.

Hat ein Kandidat alle Fragen geschafft?

Ja. Einige Kandidaten haben - sei es durch Überspringen oder kurze Antworten - alle 33 Fragen geschafft. Es gab aber auch Kandidaten, die schon mit der ersten Frage vier Minuten ausgefüllt haben.

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Durften die Kandidaten wirklich alles sagen?

Die Kandidaten waren frei in ihren Antworten, solange ihre Antwort auch zur Frage passten - und solange sich die Antworten im Bereich des Erlaubten bewegten. Der hr behielt sich vor, möglicherweise strafrechtlich relevante Aussagen gegebenenfalls durch einen Signalton zu übertönen und dies durch eine Einblendung dem Betrachter zu erklären. Dies wäre im Einzelfall von hr-Juristen geprüft worden. Es ist jedoch kein einziger solcher Fall aufgetreten.

Woher stammen die weiteren Angaben zu den Kandidaten?

Zum einen von den Kandidaten selbst. Alle Kandidaten - auch diejenigen, die nicht am hr-Kandidatencheck teilgenommen haben - bekamen zusätzlich zu Ihrem Videointerview einen Fragebogen zugesandt, wo sie weitere Angaben machen konnten. Bei den Kandidaten, die nicht geantwortet haben, wurden die offiziellen Angaben der Landes- und Kreiswahlleiter genommen.

Wieso steht bei vielen Kandidaten kein Wahlkreis?

Die Wahlkreise werden in den Kandidatenprofilen nur genannt, wenn die Kandidaten dort auch als Direktkandidaten antreten. Bei reinen Listenkandidaten werden die Wahlkreise nicht aufgeführt. Der Wohnort wird bei allen Kandidaten genannt.

Wurden die Interviews wirklich an einem Stück aufgezeichnet?

Ja. Die Interviews wurden unter Live-Bedingungen durchgeführt. Nachträgliche Schnitte oder weitere Versuche waren ausgeschlossen. Die Rahmenbedingungen waren für alle Kandidaten gleich, um maximale Chancengleichheit zu gewährleisten.

Probe für den Kandidatencheck
Aufnahmeleiter Manuel Körner bei der Probe für den hr-Kandidatencheck Bild © hr

Wo wurden die Interviews aufgezeichnet?

Die Interviews wurden in den hr-Studios an insgesamt sechs verschiedenen Orten in Hessen aufgezeichnet: In den Fernsehstudios in Kassel und Wiesbaden, den Hörfunkstudios in Fulda, Gießen und Darmstadt sowie am Hauptsitz des hr in Frankfurt. Jeder Kandidat konnte sich aussuchen, welcher Ort für ihn am günstigsten ist.

Woher stammt der hr-Kandidatencheck?

Die Idee stammt aus Finnland. Dort hatte der öffentlich-rechtliche Sender YLE ein ähnliches Angebot zur Europawahl 2014 und zur Parlamentswahl 2015 entwickelt. Der WDR griff die Idee im vergangenen Jahr auf, und setzte sie zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen und zur Bundestagswahl 2017 erstmals in Deutschland um.

Wieso gibt es in der Kandidatenauswahl drei Geschlechter?

Die Kandidatinnen und Kandidaten konnten sich selbst einordnen. Wer für sich weder "weiblich" noch "männlich" zutreffend findet, hatte die Möglichkeit, als dritte Kategorie “divers” auszuwählen. Der hr orientiert sich dabei an der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom vergangenen November.

Kann man die Videos mit Untertiteln betrachten?

Ja. Alle Videos wurden untertitelt, damit sie auch von hörgeschädigten Menschen oder auch ohne eingeschalteten Ton betrachtet werden können. Die Untertitel lassen sich im Videoplayer über den Schalter "UT" ein- und ausschalten.

Wieso bekomme ich mehrere Wahlbezirke für meine Postleitzahl angezeigt?

Um den Wählerinnen und Wählern einen leichteren Zugang zu den Kandidaten in ihrem Wahlkreis zu ermöglichen, kann man seine Postleitzahl in die Auswahl eintippen. Die Grenzen der Postleitzahlenbezirke und der hessischen Wahlkreise überschneiden sich aber in vielen Fällen. Es kann daher sein, dass ein PLZ-Bezirk in zwei Wahlkreisen liegt. Dies betrifft vor allem die hessischen Großstädte. Den genauen Wahlbezirk erfährt man als Wähler ausschließlich auf seiner Wahlbenachrichtigung.

Wieso werden mir für meinen PLZ-Bezirk die falschen Kandidaten angezeigt?

Die Grenzen der Postleitzahlenbezirke und der hessischen Wahlkreise stimmen nicht überein. In einigen Fällen liegt ein PLZ-Bezirk in zwei Wahlkreisen (s.o.). In der Regel werden für diese PLZ-Auswahl dann die Kandidaten beider Wahlkreise angezeigt. Wir haben versucht, die Übereinstimmungen so genau wie möglich zu machen. Allerdings: Eine landesweite Übersicht aller PLZ-Bezirke und Stadtteile gibt es nicht. Im Einzelfall kann es daher zu Ungenauigkeiten kommen. So kann eine einzelne Straße eines Stadtteils, oder auch nur ein Teil einer Straße in einen anderen Wahlkreis hineinreichen. Den genauen Wahlbezirk erfährt man als Wähler ausschließlich auf seiner Wahlbenachrichtigung. Sollten Sie Fehler feststellen, geben Sie uns bitte einen Hinweis: kandidatencheck@hr.de.

Werden die Videos nach der Wahl von der Seite genommen?

Nein. Die Videos bleiben über die gesamte Wahlperiode (also voraussichtlich bis Januar 2024) hinweg online. So lassen sich auch im Nachhinein noch Aussagen der Kandidatinnen und Kandidaten überprüfen.

Weitere Informationen

Die Beteiligten am hr-Kandidatencheck

Projektleitung: Karsten Hufer
Aufnahmeleitung: Manuel Körner, Robin Bunk (Volontär), Catharina Christnacht (Volontärin)
Techn. Koordination: Sascha Tritschler
Produktionsleitung: Carl Schmitt
Redaktionsassistenz und Interviews: Sonia Bareiro, Katharina Schuster, Michelle Goddemeier
Interviews: Florine Mahmud, Anna Schlieter
Kandidatenbetreuung: Lenz Bätzing, Sema Basoda, Martin Fieber, Oliver Heberling, Carolin Mend, Christin Wittershagen
Ansprechpartner in den Studios: Svenja Bringmann, Silvia Georg, Marina Gust, Diana Glitzner, Marion Krahl, Eva Maria Lapp, Stefan Willert
Schnitt: Christian Wilbert
Kamera: Armin Alker, Marcus Bär, Frank Czarnach, Jonas Heil, Steffen Heyermann, Sebastian Krausse, Nadine Lang, Julian Schmelzle
Grafik: Matthias Peinelt
Set Design: Meike Schermelleh
Austattung/Deko: Ines Eichhorn, Ralf Schönhaber, Holger Simon
Webtechnik: Mario Kinzel, Stefan Zülch, Eduardo Vasco, Miguel Pascual Sanina
Untertitelung: Raimund Mehrwald, Dana Bott, Johannes Gregor, Eva-Maria Hannewald, Inken Henkel, Valentina Kovacevic, Richard Kühne, Viktoria Lotz, Martin Onneken, Bernd Sicherl, Meliha Verderber, Annette Vokenandt

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