Eine Ampel mit rotem, gelben und grünen Licht.
Eine Ampel mit rotem, gelben und grünen Licht. Bild © picture-alliance/dpa

Die Pannen bei der Auszählung der Wählerstimmen bringen nun auch wieder eine Ampel-Koalition ins Gespräch. SPD-Chef Schäfer-Gümbel forciert diese Option. Und die FDP zeigt Interesse.

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Tarek Al-Wazir (Grüne), Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD)

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stand der Sondierungen: Kommt vielleicht doch noch eine Ampel?

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SPD, Grüne und FDP wollen über eine Ampel-Koalition sprechen. "Wir werden eine Einladung an die Grünen für ein Gespräch in der kommenden Woche aussprechen", kündigte SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel am Freitag nach einem Gespräch mit der FDP in Wiesbaden an. Dazu sind auch die Liberalen bereit. "Wir wollen sehr ernsthaft ausloten, ob es möglich ist, mit SPD und Grünen eine Koalition in Hessen zu bilden", sagte der FDP-Vorsitzende Stefan Ruppert am Freitag.

Er betonte gleichzeitig, dass sich an der Haltung der FDP nichts geändert habe, keinen grünen Ministerpräsidenten mitzuwählen. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir von den Grünen hatte seinerseits am Donnerstag erklärt, seine Partei werde auf die Liberalen zugehen und ein Treffen anbieten.

Wahlpannen bringen Bewegung in Sondierungsgepräche

Der Koalitions-Poker war nach einigen Pannen bei der Auszählung der Stimmen wieder in Bewegung gekommen . Zunächst hatte es danach ausgesehen als ob die derzeitige schwarz-grüne Koalition mit einer Stimme Mehrheit im Landtag weiterregieren könnte und gleichzeitig die Grünen knapp mit 94 Stimmen Vorsprung vor der SPD gelandet seien.

Doch dann wurde bekannt, dass es beispielsweise in Frankfurt wegen Problemen mit der Erfassungssoftware zahlreiche Pannen gab. So wurden etwa in einigen Stimmbezirken die Ergebnisse zunächst nur geschätzt, und einige Stimmzettel wurden zwar ausgezählt, aber nicht erfasst. Auch andernorts werden noch die Ergebnisse überprüft, teilweise wird auch neu ausgezählt.

Nun rechnet sich die SPD wieder Chancen aus, dass es am Ende für eine SPD-geführte Ampelkoalition mit Grünen und FDP reichen könnte. Klarheit darüber wird erst das amtliche Endergebnis geben, das am 16. November vom Landeswahlleiter veröffentlicht wird.

Grünen-Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir wies unterdessen darauf hin, dass seine Partei bei der Koalitionsfrage vor allem auf die Inhalte achten werde: Das Wahlergebnis von 19,8 Prozent, zweitbestes Grünen-Ergebnis in einem Flächenland jemals, seien "eine besondere inhaltliche Verpflichtung".

CDU will auf amtliches Endergebnis der Wahl warten

Die CDU, stärkste Kraft im Landtag, wollte eigentlich an diesem Freitag entscheiden, mit wem sie in Koalitionsverhandlungen einsteigt. Diese Entscheidung vertagte die Partei am Donnerstag. Die Christdemokraten wollen nun erst das amtliche Endergebnis abwarten. Generalsekretär Manfred Pentz begründete das mit "Respekt dem Wähler gegenüber".

Weitere Informationen

Dossier Landtagswahl

Die Ergebnisse im Detail, die neuen Abgeordneten und alle Entwicklungen um die Koalitionsverhandlungen - im hessenschau.de-Dossier "Landtagswahl 2018"

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Kurz nach dem Treffen mit der SPD kam die hessische FDP am Freitag in kleiner Runde auch zu einem Gespräch mit der CDU zusammen. Eine Jamaika-Koalition mit CDU und Grünen lehnt die Partei derzeit allerdings ab, weil sie dazu nach dem vorläufigen Endergebnis der Landtagswahl rechnerisch nicht gebraucht wird.

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