Der Kassel Airport in Calden.

Große Wälder, schöne Flüsse: Diese Gegend bietet Bewohnern und Besuchern viel. Aber nicht nur Windparks auf den Höhenzügen des Reinhardswaldes sorgen für Diskussionen. Und die Kandidaten sind auffallend jung.

So lebt man hier

Im nördlichsten Wahlkreis Hessens, dem Wahlkreis 1 im Landkreis Kassel, lebt man in erster Linie vom Dienstleistungssektor und der Zulieferindustrie, wie dem Thermotechnik-Unternehmen AKG Hofgeismar.  Ein weiteres wichtiges Standbein ist der Tourismus. Dabei spielen die Flüsse Weser, Werra und Diemel mit ihren beliebten Wanderwegen eine zentrale Rolle. Aber auch die großen Wälder, wie der Habichtswald, Kaufunger Wald und Reinhardswald, ziehen viele Erholungssuchende an. Nennenswerte Großindustrie gibt es in diesem Wahlkreis nicht, aber einen Regionalflughafen in Calden, der seit Jahren um seine Anerkennung kämpft.

Das sind die Probleme

Der Umweltschutz ist ein ständig diskutiertes Thema. Windparks entstehen auf den Höhenzügen im Reinhardswald und sorgen für viel Protest bei den Anwohnern. Das gilt auch für die geplanten Salzwassereinleitungen in die Weser durch den Kalikonzern K+S. Dazu kommt das Trinkwasserproblem in Liebenau und der Wohnungsleerstand in Bad Karlshafen. Probleme beim Breitbandausbau fürs schnelle Internet und der Grundversorgung mit Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und Hotelerie sind ein Dauerbrenner.

Die Gemeinde Calden, einer der Gesellschafter des Kassel-Airport, ächzt seit Jahren unter den Schulden, die der Flughafen produziert. Sie würde gerne ihren Anteil loswerden. 

Das sind die Chancen

Im Wahlkreis 1 setzt man besonders auf den Tourismus. Mit dem Kassel-Airport hofft man auf eine stärkere Industrieansiedlung und dass der Flughafen endlich zum Wirtschaftsfaktor wird. Der Familienzuzug in die ländlichen Regionen ist nahezu unverändert stark und gilt als einer der wichtigsten Zukunftsfaktoren.

Das ist die politische Ausgangslage

Der Wahlkreis gilt immer noch als SPD-Hochburg. In Oberweser hat die SPD bei der Landtagswahl 2013 immerhin 51,3 Prozent bei den Zweitstimmen geholt. Einzig in Naumburg im Süden des Landkreises konnte sich die CDU durchsetzen und kam auf 41,5 Prozent der Zweitstimmen. In Bad Karlshafen wurde die AFD auf Anhieb mit 5,4 Prozent viertstärkste Kraft.

Brigitte Hofmeyer (SPD) hatte sich bei der Landtagswahl 2013 als Direktkandidatin mit 46,9 Prozent durchgesetzt.  Sie tritt 2018 nicht mehr an.

Das sind die Direktkandidaten

  • CDU: Alexander Lorch
  • SPD: Oliver Ulloth
  • Freie Wähler: Malte Fehling
  • Grüne: Juri Stölzner
  • Die Linke: Tim Zborschil
  • FDP: Ingo von Germeten-Neutze
  • AfD: Florian Kohlweg

Malte Fehling (Freie Wähler) ist der einzige Kandidat, der auch 2013 schon zur Wahl stand. Mit einem Altersdurchschnitt von 36 Jahren sind die Kandidaten auffallend jung. Alle Parteien schicken einen Mann ins Rennen. 

Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

Neben den Dauerbrennern Windkraft und Einleitung von Salzabwässern in die Weser sind die Abschaffung der Straßenbeiträge und die Entwicklung des ländlichen Raums (Kindergärten, Ärzte, Versorgungseinrichtungen) wichtige Themen. Hinzu kommt das schnelle Internet, weil es hier von Ort zu Ort noch gravierende Unterschiede gibt.

Darüber wird am 28.10. noch entschieden

Per Bürgerentscheid wird über den Zusammenschluss von Wahlsburg und Oberweser abgestimmt. So könnte dann wohl die neue Großgemeinde "Wesertal" entstehen.

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