Bronzeskulptur in Rotenburg an einer Brücke über der Fulda.

Fachwerkhäuser und Fuldatal verleihen dem Wahlkreis Glanz. Demnächst kommt wohl eine neue Touristenattraktion hinzu. Das soll nicht die einzige Antwort auf strukturelle Schwächen bleiben.

So lebt man hier

Städte im Wahlkreis sind Rotenburg an der Fulda mit rund 14.500 Einwohnern und Bebra mit rund 14.000 Einwohnern. Rotenburg an der Fulda ist mit seiner beschaulichen Fachwerkarchitektur und der idyllischen Lage im Fuldatal ein beliebter Ausflugsort. Das Herz-Kreislauf-Zentrum in Rotenburg spielt eine wichtige Rolle in der Gesundheitsversorgung in der Region, aber durch Spezialisierung und Kooperationen soll es auch überregional bedeutender werden. Bebra als ehemaliger sehr wichtiger Eisenbahnknotenpunkt ist heute noch von der Bahn geprägt.

Das sind die Probleme

Rotenburg muss in den kommenden Jahren vor allem die Nutzung der Alheimer Kaserne klären. Nachdem die Bundeswehr die Kaserne verlassen hat, sind dort jetzt noch Flüchtlinge untergebracht. Vor allem die Verkehrsanbindung des Kasernen-Geländes ist eine Hürde. Eigentlich müsste eine neue Fuldabrücke gebaut werden, um die Gebäude für Investoren attraktiv zu machen. Bebra war einst ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und florierte bis zur deutschen Teilung. Zwar tat sich was nach der Wiedervereinigung. Aber die Stadt hat nach wie vor Entwicklungspotential.

Das sind die Chancen

Die Herausforderung, für die Alheimer Kaserne eine sinnvolle Nutzung zu finden, ist zugleich eine große Chance, Firmen oder auch Behörden hier anzusiedeln. Für den Tourismus in der Stadt Rotenburg und der Region liegen die Hoffnungen auf einer 540 Meter langen Hängebrücke für Fußgänger. Ein Hotelbetreiber will diese über das Kottenbachtal spannen lassen und damit eine neue Touristenattraktion schaffen. Dafür laufen die Genehmigungsverfahren. Seit der Jahrtausendwende bemühten sich Lokalpolitiker und die Bundestagsabgeordneten des Kreises Hersfeld-Rotenburg um den Ausbau des Bebraer Bahnhofs zum "CargoZentrum“.

Das ist die politische Ausgangslage 

Rotenburg an der Fulda und Bebra werden mit CDU-Mehrheiten regiert. Bei der Landtagswahl 2013 lag die SPD nicht nur bei den Zweitstimmen vorn: Ihr Direktkandidat Dieter Franz gewann vor Lena Arnold von der CDU, die aber über die Landesliste in den Landtag zog. Dieter Franz tritt nicht mehr an. Lena Arnold ist die einzige Direktkandidatin auf dem Wahlzettel, die bereits 2013 im Rennen war. Der Zuschnitt des Wahlkreises hat sich zudem verändert. Die Großgemeinde Ludwigsau mit rund 5.500 Einwohnern ist vom Wahlkreis 11 (Hersfeld) zum Wahlkreis 10 (Rotenburg) gewandert. In Ludwigsau gibt es eine klare und deutliche SPD-Mehrheit.

Das sind die Direktkandidaten

Im Wahlkreis stellen sich sieben Kandidaten zur Wahl. Karina Fissmann (SPD), Lena Arnoldt (CDU), Helena Pfingst (Grüne), Anne-Merit Noetzel (Linke), Gerhard Schenk (AfD), Aribert Kirch (FDP) und Dr. Claus Wenzel (Freie Wähler).

  • Lena Arnold (CDU) ist Mitglied des Kreistages und seit 2014 Landtagsabgeordnete.
  • Karina Fissmann (SPD) ist Vorsitzende des Unterbezirks der SPD Werra-Meißner und seit 2016 Kreistagsabgeordnete. 
  • Die Musikerin Helena Pfingst (Grüne) wird wenige Tage vor der Landtagswahl 21 - und damit überhaupt wählbar. Sie ist die jüngste Abgeordnete im Kreistag. 
  • Aribert Kirch ist Vorsitzender der Alheimer FDP. 
  • Für die Linken tritt Anne-Merit Noetzel an, Vorstandsmitglied im Kreisverband Hersfeld-Rotenburg.
  • Gerhard Schenk ist Kreisvorsitzender der AfD.
  • Zum ersten Mal seit 2008 tritt mit Claus Wenzel wieder ein Kandidat der Freien Wähler an.
Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

Der Wahlkampf im Wahlkreis wirkt eher gemächlich. Neben den landespolitischen Themen stehen Probleme wie die Breitbandversorgung oder die Entwicklung der Straßenbaubeiträge im ländlichen Raum, die Nutzung der Alheimer Kaserne oder die Entwicklung des Herz-Kreislauf-Zentrums auf der Agenda.