Der "Monte Kali" bei Heringen.
Der "Monte Kali" bei Heringen. Bild © picture-alliance/dpa

Der Online-Versandhändler Amazon hat seinen größten deutschen Standort hier. Und der Kali-Bergbau spielt noch immer eine große Rolle. Neben dem Tourismus wird aber auch die Kultur immer wichtiger.

So lebt man hier

Der Wahlkreis umfasst folgende Städte und Gemeinden des Landkreises Hersfeld-Rotenburg:  Bad Hersfeld, Breitenbach a. Herzberg, Friedewald, Hauneck, Haunetal, Heringen, Hohenroda, Kirchheim, Neuenstein, Niederaula, Philippsthal und Schenklengsfeld sowie neuerdings die Gemeinde Eiterfeld des Landkreises Fulda.

Besonders die Region um Bad Hersfeld, Friedewald, Kirchheim und Niederaula hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Logistikhochburg entwickelt. Die Autobahnen A7, A5 und A4 spielen dabei eine große Rolle. Zahlreiche Firmen haben sich im Kreisgebiet angesiedelt, die Waren in ganz Europa verteilen. Der Online-Versandhändler Amazon hat seinen größten deutschen Standort in Bad Hersfeld. Wichtig für den Kreis ist außerdem der Kali-Bergbau in Philippsthal und Heringen. Nicht nur die Natur lockt viele Touristen hierher. Allein die traditionsreichen Bad Hersfelder Festspiele ziehen jedes Jahr rund 100.000 Besucher an, und rund 13.000 Hippies haben im Sommer das Herzberg-Festival besucht.

Das sind die Probleme

Der Arbeitsmarkt hat sich inzwischen deutlich erholt. Das war anders, als vor zwei Jahren die Mitarbeiter des größten Arbeitgebers der Region, des Kaliherstellers K+S, um ihre Jobs fürchten mussten, weil es immer wieder Produktionsstopps gab. Im Juli gab es im Kreis Hersfeld-Rotenburg rund 4.000 offene Stellen, und zwar in allen Berufssparten.

Seit Jahren liegen die Nachbarstädte Bad Hersfeld und Rotenburg mit ihren medizinischen Einrichtungen in Konkurrenz miteinander. Da half auch nicht die Fusion des Bad Hersfelder Kreiskrankenhauses mit dem Herzkreislaufzentrum Rotenburg im April 2016. Im Gegenteil: Jetzt soll auch noch die Orthopädische Klinik von Bad Hersfeld nach Rotenburg verlegt werden. Eine Bürgerinitiative hat 1.600 Unterschriften zum Erhalt der Klinik in Bad Hersfeld eingereicht.

Das sind die Chancen

Der Hessentag 2019 wird in Bad Hersfeld stattfinden. Da hoffen die Menschen auf zahlreiche Besucher, aber auch eine nachhaltige Entwicklung ihrer Stadt. So soll ein Multifunktionsgebäude am Stadion entstehen, und die zentrale Stadtbushaltestelle wird komplett umgestaltet. Die Bad Hersfelder Festspiele werden bundesweit immer bekannter. Eine Studie in diesem Frühjahr belegt, dass sie auch ein wirtschaftlicher Gewinn für die Region sind.

Das ist die politische Ausgangslage

Die politischen Kräfte im Wahlkreis 11 liegen eng beieinander. Der Landrat gehört der CDU an, aber das Direktmandat bei der Landtagswahl 2013 holte bereits zum zweiten Mal Torsten Warnecke von der SPD, ehemaliger Büroleiter des SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Roth. Dabei lag die SPD gerade mal 1,6 Prozentpunkte vor der CDU.

Unruhe gab es durch die vom hessischen Landtag mit schwarz-grüner Mehrheit beschlossene Wahlkreisreform. Die Gemeinde Ludwigsau muss nun in den Wahlkreis 10 (Rotenburg) wechseln. Und die Markgemeinde Eiterfeld im Landkreis Fulda gehört nun nicht mehr zum Wahlkreis 14 (Fulda), sondern zum Wahlkreis Hersfeld. Die Bürgermeister und Parlamente beider Gemeinden hatten sich dagegen ausgesprochen.

Das sind die Direktkandidaten

Torsten Warnecke (SPD) sitzt seit 2008 im Landtag und will wiedergewählt werden. Andreas Rey (CDU) hatte bereits 2013 kandidiert und rechnet sich diesmal Chancen aus. Kaya Kinkel (Bündnis 90/ Die Grünen) rückte im Oktober 2017 in den Landtag nach und war zu jenem Zeitpunkt mit 29 Jahren die jüngste Abgeordnete dort. Christian Krähling (parteilos) wurde von den Linken nominiert. Stefan Wild (AfD) ist stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD. Bernd Böhle (FDP) ist Vorsitzender der Kreistagsfraktion. Die Freien Wähler schicken Daniel Jäger ins Rennen.

Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

Torsten Warnecke (SPD) kritisiert, dass die Bürger auf dem Land nur rund ein Drittel der Landesmittel aus dem kommunalen Finanzausgleich bekämen. Warnecke fordert außerdem mehr Geld zur Sanierung der Straßen im ländlichen Raum zu verwenden. Nach einer Zustandserfassung sind 48 Prozent der Landesstraßen im Kreis in schlechtem Zustand.

Andreas Rey (CDU) wirbt für sich mit dem Slogan "Für eine sichere Zukunft".  Er bekennt sich ausdrücklich zu K+S und verspricht, sich um die Kalikumpel zu kümmern. Von der Regierung erwartet er Initiative zu einer Reform der Unternehmenssteuer. Aus seiner Sicht sind die Steuern zu hoch, zu kompliziert und mittelstandsfeindlich.

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