Skulptur beim Firmengelände von Leica in Wetzlar.
Skulptur beim Firmengelände von Leica in Wetzlar. Bild © picture-alliance/dpa

Hier liegt mit Wetzlar nicht nur das politische Zentrum des Lahn-Dill-Kreises. Die Stadt hat an Anziehungskraft gewonnen - und damit auch an Sorgen.

So lebt man hier

Nicht zuletzt der Zuzug der Firma Leica, die Technische Hochschule Mittelhessen und auch der Möbelriese Ikea haben dafür gesorgt, dass Wetzlar in den vergangenen Jahren an Attraktivität gewonnen hat. Sportlich hat Handball-Bundesligist HSG Wetzlar die Domstadt in Begeisterung versetzt. Auch außerhalb von Wetzlar gibt es viele kleine und mittelständische Unternehmen, die für Arbeitsplätze sorgen: Bei IBC in Solms werden Präzisions-Kugellager hergestellt, in Asslar sitzt mit Pfeiffer Vacuum einer der führenden Vakuumpumpenhersteller weltweit.

Das sind die Probleme

Dadurch, dass die Stadt an Lahn und Dill attraktiver wird, steigen auch die Mietpreise. Streit hat es in der jüngsten Vergangenheit um die Straßenbeitragssatzungen gegeben. Während die Bürger in Solms mit laufenden Gebühren für die Sanierung maroder Straßen große Einmal-Zahlungen vermeiden, ist man sich in Wetzlar noch uneins.

Das sind die Chancen

Gerade kulturell hat die Region in und um Wetzlar jede Menge zu bieten. Die Wetzlarer Festspiele waren in diesem Jahr so gut besucht wie selten. Auch Braunfels mit seinem Schloss und die Radwegenetze an Lahn und Dill laden zum Verweilen ein. Die Bürger von Wetzlar setzten in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Zeichen für Demokratie und gegen Rechtsnationalismus. Hatte beispielsweise die NPD eine Demonstration angekündigt, fanden sich weitaus mehr Bürgerinnen und Bürger, die für Toleranz und Demokratie demonstrierten.

Das ist die politische Ausgangslage

Wie beim Wahlkreis I wurde auch auch im Wahlkreis II in der Vergangenheit eher konservativ gewählt. Hans-Jürgen Irmer (CDU) holte bei der letzten Landtagswahl das Direktmandat für den Hessischen Landtag, 47,3 Stimmen entfielen auf ihn. Irmer, der zum rechten Flügel der CDU zählt, zog 2017 in den Bundestag ein. Sein Landtagsmandat übernahm Frank Steinraths.

Das sind die Direktkandidaten

  • CDU: Frank Steinraths, 45,. Industriekaufmann, Wetzlar
  • SPD: Cirsten Kunz, 37, Angestellte aus Aßlar
  • Freie Wähler: Sascha Skopko, 32, Heizungsbaumeister aus Wetzlar
  • Grüne: Caroline Krohn, 38, Politikwissenschaftlerin aus Braunfels
  • Linke: Bernd Hannemann, 68, Sozialarbeiter i.R., aus Marburg
  • FDP: Dr. Matthias Büger, 49, Diplom-Mathematiker aus Wetzlar
  • AfD: Willi Wagner, 66, Lehrer aus Wetzlar
  • Die Partei: Christopher-Ray Lenz, 30, Einzelhandelskaufmann aus Hüttenberg
Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

Die SPD sieht in der Verbesserung der Infrastruktur die Hauptaufgabe im LDK in den kommenden Jahren: Die Straßen seien dringend sanierungsbedürftig und der ÖPNV müsse verbessert werden. Zusätzlich wollen die Christdemokraten die Straßenbaubeiträge angehen. Während es bei den Politikern der Stadt hauptsächlich darum geht, ob die Anwohner hohe Einmalbeträge oder wiederkehrend für die Sanierung der Straßen zahlen sollen, schwebt der CDU vor, die Gebühren abzuschaffen und die Kosten über die Grundsteuer oder die Abwassergebühren zu verrechnen. Das sei solidarischer, denn so zahlten alle Bürger gleichermaßen für die Straßen, anstatt Anwohner alleine zur Kasse zu bitten. Die Grünen wollen ebenfalls die Mobilität und das Angebot im öffentlichen Nahverkehr ausbauen. Das fordert auch die Linke, dazu mehr bezahlbaren Wohnraum. Die FDP will den Ausbau der Verbindung der Technischen Hochschule Mittelhessen mit den mittelständischen Unternehmen voranbringen, dazu den Abbau von Bürokratie, und die Förderung der ambulanten und stationären Pflege.

Darüber wird am 28.10. noch entschieden

In Braunfels wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Als unabhängige Bewerber gehen Christian Breithecker, Hans-Jürgen Berg, Michael Hollatz und Thomas Styrzlmayer ins Rennen - außerdem Veronika Kraft, ehemalige AfD-Kreistagsvorsitzende. Eine mögliche Stichwahl ist für den 18. November terminiert.

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