Blick auf die Stadt Gießen.

Mit rund 40.000 Studierenden hat Gießen mit die höchste Studentendichte in ganz Deutschland. Der Wahlkreis ist außerdem ein zentraler Behörden- und Schulstandort - und politisch hart umkämpft.

So lebt man hier

Der Wahlkreis Gießen I mit der Stadt als zentraler Kommune ist weitgehend städtisch geprägt. Insgesamt leben hier rund 135.000 Menschen, davon alleine 86.000 in Gießen. Neben der Universität mit einem breiten Fächerangebot in Natur- und Geisteswissenschaften ist die Technische Hochschule Mittelhessen als Fachhochschule stark gewachsen. Gießen gilt außerdem als Behörden- und Schulstandort  sowie als das mittelhessische Einkaufszentrum. Die Fußgängerzone im Seltersweg gehört zu den erfolgreichsten Einzelhandelstandorten mittelgroßer Städte in Deutschland.  In den Nachbarkommunen sind größere Gewerbegebiete entstanden, was auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhöht hat.

 Das sind die Probleme

Vor allem in Gießen ist Wohnraum aktuell stark nachgefragt. Bereits in den letzten Jahren waren auf Industriebrachen zahlreiche neue Häuser im mittleren und hohen Preissegment entstanden. Nach einer Studie der Stadt fehlen bis 2030 rund 5.000 Wohnungen. Davon müssten 1.500 im sozialen Wohnungsbau entstehen. Betroffen von der Wohnungsknappheit sind aber auch die umliegenden Gemeinden. Zu schaffen macht der Stadt auch eine erhöhte CO2-Belastung. Anders als Marburg und Limburg hat sich die Stadtregierung bisher aber nicht nur zur Ausweisung einer Umweltzone durchringen können. Die Arbeitslosigkeit in Gießen ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen auf 7,5 Prozent im August, sie lag im letzten Jahr noch bei 8,6 Prozent.      

 Das sind die Chancen

Gießen versteht sich mit seinen Hochschulen als bedeutender Wissenschafts- und Forschungsstandort in Hessen. Die große Anzahl Studierender sowie Schüler macht Gießen zudem bei einem Durchschnittsalter von 38,3 Jahren zur jüngsten Stadt in Hessen. Zur Zeit entsteht im südöstlichen Teil der Stadt ein ganz neuer Campus für die Geisteswissenschaften. Im Bereich der Naturwissenschaften soll in Kürze das Frauenhofer-Institut für Insektenbiotechnologie seinen Betrieb aufnehmen. Die Stadt hofft, dass dadurch Wissenstransfer und die Gründung von Startup-Unternehmen noch stärker als bisher Fahrt aufnehmen. Damit sollen weitere Arbeitsplätze entstehen.      

Das ist die politische Ausgangslage

CDU und SPD liefern sich in Gießen auf nationaler, hessischer und kommunaler Ebene seit Jahren ein Kopf an Kopf-Rennen. Die Direktmandate sind allerdings meist von den Sozialdemokraten gewonnen worden.  Bei den letzten drei Landtagswahl setzte sich jeweils Gerhard Merz (SPD) gegen Klaus-Peter Möller (CDU)  durch. Drittstärkste Kraft sind seit langem die Grünen, die bereits seit mehreren Legislaturperioden in der Stadt Gießen Regierungsverantwortung tragen. Vor der hessischen Koalition aus CDU und Grünen gab es bereits in Gießen eine solche Konstellation.  

Das sind die Direktkandidaten

  • Klaus Peter Möller (CDU) tritt seit 1987 bereits zum zehnten Mal an. Zweimal hat er gewonnen.
  • Frank-Tilo Becher (SPD) ist Pfarrer. Er tritt für den nicht mehr kandidierenden langjährigen Landtagsabgeordneten Gerhard Merz an.
  • Katrin Schleenbecker (Grüne)
  • Francesco Arman (Die Linke)
  • Manuela Giorgis (FDP)
  • Arno Enners (AfD)
  • Dr. Diego Semmler (Freie Wähler)
  • Angelo Biemer (Die Partei)
Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

Ende der weiteren Informationen

 Darum geht es im Wahlkampf

Der Wahlkreis Gießen I ist Wohnsitz von Ministerpräsident Volker Bouffier. Als Direktkandidat tritt Bouffier aber traditionell im Wahlkreis Gießen II an. Ein Hauptthema im Wahlkampf in der Stadt ist das in der Nachbarstadt Pohlheim geplante Factory Outlet Center. Gemeinsam mit dem Einzelhandel hat die Stadt eine Kampagne gegen das Projekt gestartet. Dabei soll auf negative Auswirkungen für die gesamte Region, besonders aber auf die Stadt Gießen aufmerksam gemacht werden.  In Gießen befürchtet man erhebliche Umsatzeinbrüche im städtischen Einzelhandel. Weitere Themen sind die Wohnungsnot, Luftverbesserungen in der Stadt und die aktuelle Schulpolitik. Gießener Grundschulleiter hatten sich wegen starker Überlastung in einem Brief an den Kultusminister gewandt. 

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Tableau (Datengrafik) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Tableau (Datengrafik). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts