Rathaus und Marktbrunnen in Lich.

Der Wahlkreis Gießen II  ist ländlich geprägt, was wie anderswo auch zu sinkender Einwohnerzahl führt. Bei der Wahl sichert ihm das Duell der Spitzenkandidaten Bouffier und Schäfer-Gümbel viel Aufmerksamkeit.

So lebt man hier

Vor allem die Fachwerkstädte Lich und Grünberg sind als Ausflugsziele beliebt. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe hat zwar in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Im Kreis Gießen gibt es aber immer noch knapp 600 Betriebe, davon etwa ein Drittel im Vollerwerb. In Lich, Hungen, Grünberg und Buseck  werden mehr als 50 Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Durch die Ausweisung von Gewerbegebieten sind aber auch zum Teil industriell geprägte Arbeitsplätze entstanden. Die Vorhersage, dass sich die Einwohnerzahl stärker verringern werde, ist noch nicht im befürchteten Maß eingetreten.

Das sind die Probleme

In kleineren, von den Zentren entfernt gelegenen Dörfern wie im Lumdatal macht sich der demographische Wandel aber bemerkbar. In den Ortskernen stehen zum Teil Häuser leer, es gibt kaum noch Läden. Auch die ärztliche Versorgung ist schlechter geworden. Initiativen des Kreises versuchen die Gesundheits-Versorgung sicher zu stellen. Gleichzeitig hat eine Studie des Landkreises ergeben, dass fast überall ein großer Bedarf an neuen Wohnungen besteht. Jedes Jahr würden 800 Wohnungen im Kreisgebiet zu wenig gebaut. Ein weiteres Problem in den von Gießen entfernter gelegenen Orten ist die Verkehrsanbindung durch den öffentlichen Nahverkehr. 

Das sind die Chancen

Im Lumdatal und in Hungen gibt es gute Chancen, dass die vor vielen Jahren stillgelegten Bahnstrecken wiederbelebt werden. Die strukturschwachen Kommunen Rabenau und Allendorf/Lda. hoffen durch die Lumdatalbahn auf deutlich schnellere Verbindungen nach Gießen und ins Rhein-Main-Gebiet. Auch die Anwohner in Hungen müssten bei einer Reaktivierung der Horlofftalbahn zwischen Hungen und Wölfersheim in Richtung Frankfurt nicht den Umweg über Gießen machen. Die Städte Hungen, Grünberg und Lich sehen zudem gute Chancen im Tourismus. Mehrere Radwege und der neue Lutherweg erschließen die Region und ziehen Pilger und Radfahrer an. Für sie sind auch bereits Beherbergungsbetriebe entstanden. Weitere Unterkünfte werden aber benötigt.

 Das ist die politische Ausgangslage

Bereits zum vierten Mal treffen mit Ministerpräsident Volker Bouffier und Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel der Regierungschef und sein Herausforderer direkt aufeinander. Schäfer-Gümbel hat hier seinen Wohnsitz. Das Duell der beiden Spitzenkandidaten hat stets ein besonderes Interesse an dem Wahlkreis hervorgerufen.  In allen Fällen setzte sich  Bouffier zum Teil sehr deutlich durch. Auch bei der Zweitstimme hatten meist die Christdemokraten die Nase vorn. Drittstärkste Kraft waren bei den zurückliegenden Wahlen abwechseln die FDP und Bündnis 90/Die Grünen.

Das sind die Direktkandidaten

  • Volker Bouffier (CDU) ist Rechtsanwalt und Notar.
  • Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) ist Politikwissenschaftler.
  • Christian Zuckermann (Grüne) ist Erzieher.
  • Matthias Riedl (Die Linke) ist Angestellter.
  • Prof. Dr. Klaus Doll (FDP) ist Tierarzt.
  • Nikolaus Pethö (AfD) ist Polizeibeamter.
  • Klaus Sommer (Freie Wähler) ist Diplom-Ingenieur.
Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

Das wichtigste Thema der Region ist die Zukunft des ländlichen Raums. Besonders die strukturschwachen Orte hoffen auf mehr Unterstützung. Breit diskutiert wird außerdem der weiterhin starke Flächenverbrauch durch Baumaßnahmen. Dadurch werden wertvolle Ackerböden vernichtet. Der Streit um das in Pohlheim geplante Factory Outlet Center beschäftigt neben der Stadt Gießen auch andere Kommunen und deren Einzelhandel. Zu kontroversen Diskussionen kommt es zudem über die Straßenbeitragsgebühren für Anlieger.

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