Das Museum "Keltenwelt" bei Glauburg.

Der "Ostkreis“ ist ländlich geprägt und tickt ein wenig anders als der Rest der Wetterau. Seit einigen Jahren entdeckt man in der Region den Tourismus für sich.

So lebt man hier

Der Wahlkreis 26 ist der sogenannte "Ostkreis" der Wetterau. Hier liegen viele kleinere Gemeinden wie Florstadt, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Ortenberg, Ranstadt aber auch Kleinstädte wie Altenstadt, Büdingen und Nidda. Die Landschaft ist von den Ausläufern des Vogelsbergs geprägt. Größere Städte sind einige Kilometer entfernt, die Kreisstadt Friedberg je nach Standort bis zu 40 Kilometer. Deswegen orientiert man sich hier eher in Richtung Büdingen. Die mittelalterliche Stadt war bis zum Jahr 1972 eine Kreisstadt des eigenen Landkreises. Den heutigen Wetteraukreis gibt es erst seit 1972, das macht sich im Alltag in der Wetterau bemerkbar. Die Region um Büdingen profitiert im Gegensatz zum westlichen Kreis nicht von der Nähe zu Frankfurt und führt bis heute ein Eigenleben innerhalb der Wetterau.

Das sind die Probleme

Büdingen und Nidda wachsen zwar, aber die drei kleinsten Gemeinden des Kreises Glauburg, Hirzenhain und Kefenrod liegen hier und haben gleichzeitig mit Florstadt einen leichten Bevölkerungsrückgang verzeichnen. Grundprobleme sind die schlechte ÖPNV-Anbindung und die weiten Strecken, die man in dieser Gegend zurück legen muss. Größere Unternehmen, die Arbeitsplätze in der Region schaffen könnten, sind nicht in Sicht. Trotzdem geht es diesem Teil der Wetterau im Vergleich mit anderen Regionen gut.

Das sind die Chancen

Seit einigen Jahren entdeckt man in der Region den Tourismus für sich. Das mittelalterliche Büdingen zieht schon lange Tagestouristen an, jetzt steigen die Besucherzahlen auch in den umliegenden Gemeinden. Teil des Erfolgs ist sicherlich die Keltenwelt am Glauberg. Seit der Eröffnung 2011 zieht das Museum immer mehr Besucher auf den Glauberg. Das hat Ausstrahlungskraft. Aber auch die Region selbst tut einiges und wirbt für Tagesausflüge in die noch unentdeckte Wetterau.

Das ist die politische Ausgangslage

Die CDU hat oft die Nase vorn. Zuletzt war der Abstand zur SPD allerdings vergleichsweise gering: 37,8 zu 32,5 Prozent der Wählerstimmen. Die FDP hat es 2013 nicht über die fünf Prozent geschafft. Deswegen wird es wohl auch dieses Mal ein Rennen der Großparteien. In Altenstadt und Büdingen sitzen Vertreter der NPD in den Stadtparlamenten. Bei der letzten Landtagswahl holte die rechtsextreme Partei fast drei Prozent.

Das sind die Direktkandidaten

Im Wahlkreis 26 tritt Europaministerin Lucia Puttrich (CDU) zum ersten Mal als Direktkandidatin an. Eine Herausforderin ist Lisa Gnadl, die seit zehn Jahren für die SPD im Landtag sitzt. Für die FDP tritt Wolfgang Patzak aus Büdingen an. Die Grünen haben mit Thomas Zebunke einen Agrarwissenschaftler aufgestellt. Für die Linken steht Gabi Faulhaber auf dem Wahlzettel, seit 2016 Mitglied des Landtages. Ulrich Majunke tritt für die Freien Wähler an. AfD-Kandidat Andreas Lichert werden enge Kontakte zur rechtsextremen identitären Bewegung vorgeworfen. Er steht auf der Landesliste auf Platz fünf, ein Mandat scheint ihm gewiss.

Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

Ministerin Puttrich absolviert zahlreiche Termine - auch um werbewirksam Zuwendungsbescheide der Landsregierung zu überreichen, wie SPD-Herausforderin Gnadl kritisiert. AfD-Kandidat Lichert durfte sich schon über einen Auftritt gleich beider Bundesvorsitzenden seiner Partei freuen: Alexander Gauland und Jörg Meuthen kamen nach Altenstadt . Die AfD hofft in dem Wahlkreis auf ein besonders gutes Ergebnis.