Der Sprudelhof in Bad Nauheim.

"Kornkammer Hessens" - so wird die Wetterau immer noch genannt. Aber die Zukunftsmusik spielt vor allem auf neueren Geschäftsfeldern. Und Investoren haben mit verkehrsgünstig gelegenen Äckern längst anderes im Sinn.

So lebt man hier

Etwa 1.000 Bauernhöfe gibt es im Wetteraukreis und sie prägen das Bild besonders im Wahlkreis 27: mit kleineren Ortschaften wie Münzenberg, Ober-Mörlen, Echzell, Reichelsheim und Rockenberg, aber auch mit den Städten Butzbach und Bad Nauheim, einem Aushängeschild der Region. Die Kurstadt zieht neben Kurgästen, mit seinen Jugendstilbauten viele Touristen an.

Das sind die Probleme

Der Wahlkreis 27 zählt zum boomenden Westen der Wetterau. Was an sich positiv klingt, stellt die Politik vor Herausforderungen. So ist Butzbach seit 2011 an Einwohnern um 8,4 Prozent gewachsen. Aber auch die anderen Ortschaften boomen - und die Grundstückspreise klettern nach oben. Straßen und Bahnen sind überlastet, Kindergarten und Schulplätze werden knapp. In Wölfersheim gibt es Streit, weil der Handelskonzern Rewe ein neues Logistikzentrum auf fruchtbaren Ackerboden bauen will. Das geht der Kirche, Bauern und auch manchen Anwohnern gegen den Strich.

Das sind die Chancen

Aktuell liegen Probleme und Chancen in der westlichen Wetterau nah zusammen. Die Region ist beliebt und wird immer beliebter. Immer mehr junge Familien zieht es zum Beispiel nach Bad Nauheim oder Butzbach. Der Wahlkreis trumpft mit der guten Anbindung. Sogar kleinere Ortschaften wie Ober-Mörlen oder Münzenberg liegen nah an der Autobahn und sind für Pendler deswegen attraktiv. Gleichzeitig laufen Bemühungen um neue Arbeitgeber. In Butzbach gibt es bereits seit einigen Jahren Start-Ups.

Das ist die politische Ausgangslage

Wie auch in den beiden anderen Wahlkreisen, hat die CDU in der westlichen Wetterau zuletzt stets die Nase vorn. Die SPD folgte mit deutlichem Abstand, konnte bei der letzten Wahl aber aufholen. Allerdings wird auch hier besonders auf die AfD geschaut.

Das sind die Direktkandidaten

Die CDU setzt noch einmal auf Norbert Kartmann, seit 2003 Präsident des Landtags. Die SPD nominierte Karl-Otto Waas, Zimmermann und Gewerkschafter. Die Grünen hoffen auf Brigitta Nell-Düvel. Sie war bis zum Herbst 2017 erste Stadträtin in Bad Nauheim. Ebenfalls aus der Bad Nauheimer Stadtpolitik kommt Tillmann Weber als Direktkandidat der FDP. Die AfD hat Klaus Herrmann aufgestellt, einen ehemaligen Kriminalbeamten. Der stellvertretende Sprecher im Landesvorstand gilt als gemäßigt und hat den aussichtsreichen Platz drei der Landesliste. Fatma Demirkol ist die Kandidatin der Linken, Ronald Berg tritt für die Freien Wähler an.

Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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