Der Hexenturm in Idstein.

Aus der landschaftlichen Idylle pendeln im Wahlkreis viele zur Arbeit nach Frankfurt oder Wiesbaden. Zuwachs haben daher vor allem die Städte in A3-Nähe. Manchem Einwohner bereitet eine ganz andere Autobahn Sorgen.

So lebt man hier

Der Wahlkreis 29 umfasst sieben Städte und Gemeinden im Untertaunus (Aarbergen, Hohenstein, Hünstetten, Idstein, Niedernhausen, Taunusstein und Waldems). Taunusstein hat als größte Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis gerade die 30.000 Einwohner-Marke geknackt. Doch auch die Gemeinde Aarbergen stemmt sich erfolgreich gegen den prognostizierten Bevölkerungsrückgang, mit Gewerbeflächen, preiswertem Bauland für junge Familien und guter Kinderbetreuung.

Das sind die Probleme

Trotz massiver Proteste hat der Helios-Konzern das ehemalige Kreiskrankenhaus in Bad Schwalbach geschlossen, weil es zu schwach ausgelastet war. Geblieben sind ein Medizinisches Versorgungszentrum sowie eine Intensivstation mit sechs Betten in Idstein. Viele sorgen sich nun, ob sie im Notfall tatsächlich innerhalb von 30 Minuten in einer Klinik in Wiesbaden, Idstein oder Nastätten sind. Im Untertaunus fehlen Ortsumgehungen, zum Beispiel an der B8 bei Waldems-Esch, und viele Landesstraßen sind so verrottet, dass Ortsvorsteher sie als "Kartoffelacker“ bezeichnen. Idstein, Niedernhausen und Hünstetten wehren sich gegen die geplante Strom-Autobahn, die Windstrom von der Nordsee nach Bayern bringen soll. Das Problem: Netzbetreiber Amprion will eine vorhandene Trasse nutzen, ein zusätzliches Gleichstromkabel anhängen. Anwohner und Kommunen fordern eine Erdverkabelung oder eine andere Trasse in ausreichendem Abstand zu Wohnhäusern und Schulen - von mindestens 400 Metern. 

Das sind die Chancen

Der Citybahn-Anschluss nach Wiesbaden: Der Rheingau-Taunus-Kreis beteiligt sich an den Plänen für eine Citybahn in Wiesbaden. Geplant ist ein Anschluss über die stillgelegte Aartalbahn-Strecke von Bad Schwalbach über Taunusstein nach Wiesbaden und Mainz. Das würde den Untertaunus für Pendler noch attraktiver machen.

Das ist die politische Ausgangslage

Der Wahlkreis gilt als Hochburg der CDU, der frühere CDU-Generalsekretär und jetzige Innenminister Peter Beuth hat hier seit 1999 sein Direktmandat verteidigt. Im Wahlkampf trifft er auf seine Landtagskollegen Marius Weiß (SPD), Kai Klose (Grünen-Landesvorsitzender und Staatssekretär) und Stefan Müller (FDP) wie schon in den Jahren 2009 und 2013. Weil sie aussichtsreiche Listenplätze haben, ist zu vermuten, dass der Wahlkreis 29 auch in der nächsten Legislaturperiode ungewöhnlich breit im Landtag vertreten sein wird.

Das sind die Direktkandidaten

  • Peter Beuth (CDU)
  • Marius Weiß (SPD)
  • Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Jan Beyersdörfer (Die Linke)
  • Stefan Müller (FDP)
  • Klaus Gagel (AfD)
Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

In den Themen spiegelt sich vielfach die landespolitische Auseindersetzung: Bezahlbarer Wohnraum, Straßenbau und Ganztagsschulen zum Beispiel. Lang geforderte Umgehungsstraßen und der Streit um die Stromautobahn kommen hinzu.

Darüber wird am 28.10. noch entschieden

Bürgermeisterwahlen in Hohenstein, Hünstetten und Niedernhausen.