Foto von Schloss Wilhelmshöhe und Bergpark in Kassel.

Kassel hat in den zurückliegenden Jahren einen starken Aufschwung erlebt. Im Westen ist das besonders spürbar. Für Ärger sorgen regelmäßig Neubauprojekte, die in bislang grüne Baulücken gesetzt werden.

So lebt man hier

Der Wahlkreis ist bürgerlich geprägt, bekannte Kasseler Firmen wie der Salz- und Düngemittelhersteller K+S oder der Öl- und Erdgasförderer Wintershall haben hier ihren Sitz und große Verwaltungszentralen. Das Jugendstilviertel Vorderer Westen ist ein angesagtes Quartier bei jungen Akademikern. Auch der Tourismus ist ein starker Faktor geworden. Schloss und Bergpark Wilhelmshöhe liegen hier, mit dem Herkules als Kasseler Wahrzeichen. Seit der Bergpark Wilhelmshöhe 2013 zum Weltkulturerbe erklärt wurde, kommen im Sommer jede Woche tausende Besucher, um dort die historischen Wasserspiele zu erleben.

Das sind die Probleme

Wohnraum wird immer knapper, besonders bezahlbare Wohnungen und Häuser für junge Familien und Menschen mit geringen Einkommen. Die Kasseler Bevölkerung wächst seit ein paar Jahren wieder und hat inzwischen die 200.000-Einwohner-Marke geknackt. Die westlichen Stadtteile wie Harleshausen, Kirchditmold oder Wilhelmshöhe sind bevorzugte Wohngegenden, das treibt die Preise in die Höhe. Für Ärger sorgen regelmäßig Neubauprojekte, bei denen so genannte Stadtvillen in bislang grüne Baulücken gesetzt werden. Das schafft zwar neuen Wohnraum, aber meist sehr teuren.

Das sind die Chancen

Seit der Bergpark Wilhelmshöhe Weltkulturerbe ist, hat der Tourismus hier spürbar angezogen. Das Potenzial gilt allerdings noch als ausbaufähig, weil viele Besucher nur als Tagestouristen anreisen. Die nah gelegene Stadthalle sorgt dafür, dass Kassel als deutschlandweit zentral gelegener Kongress-Standort immer beliebter wird. Das schillernste Ereignis hier ist die jährliche Connichi-Messe, bei der tausende bunt verkleidete Fans japanischer Comics aufmarschieren.

Das ist die politische Ausgangslage

Kassel gilt als sozialdemokratische Hochburg. Allerdings haben sich die Gewichtungen in den zurückliegenden Jahren deutlich verschoben. Besonders im Kasseler Westen hat die SPD keine sichere Bank mehr, dieser Wahlkreis wurde auch schon von der CDU gewonnen.

Das sind die Direktkandidaten

  • Für die CDU kandidiert erneut Eva-Kühne Hörmann. Sie ist bereits seit 1995 Landtagsabgeordnete und vor fünf Jahren über die Landesliste eingezogen. Seit 2014 ist sie zudem hessische Justizministerin, davor war sie Ministerin für Wissenschaft und Kunst.
  • Die SPD schickt Patrick Hartmann ins Rennen, bislang Geschäftsführer der SPD im Kasseler Stadtparlament. Hartmann folgt als Kandidat auf den langjährigen Landtagsabgeordneten Uwe Frankenberger, der den Wahlreis vor fünf Jahren gewonnen hat und nicht erneut antritt.
  • Die Grünen haben ihre Kasseler Vorsitzende Vanessa Gronemann nominiert, die Linken Torsten Felstehausen, die FDP Thorsten Schneider, die Freien Wähler haben Christian von Klobuczynski und die AfD Manfred Mattis.
  • Außerdem bewerben sich als Direktkandidaten Robin Geddert für die Piraten,
  • Sören Magerkort für "Die PARTEI" und
  • Nora von Decken für "Demokratie in Bewegung" (DiB).
Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

Die SPD fordert einen bildungspolitischen Neuanfang und will besonders Unterrichtsausfall bekämpfen. Im Hortbereich soll auch die Betreuung von Kindern unter drei Jahren beitragsfrei sein. Außerdem fordert die SPD einen bessere touristische Erschließung des Bergparks Wilhelmshöhe, besonders für gehbehinderte Menschen. Die FDP setzt auf einen Ausbau der Infrastruktur und will die Digitalisierung voranbringen, außerdem will sie die Verkehrssituation in und um Kassel verbessern und fordert die bislang fehlende Nordumgehung Kassels. Die Zukunft des documenta-Obelisken ist nicht im engeren Sinn eine Thema des Landtagswahlkampfes, wird aber derzeit heftig diskutiert. Während Grüne und Linke den Erhalt auf dem Königsplatz fordern, sind SPD und CDU für eine Umsetzung an einen anderen Standort. Die AfD fordert die Beseitigung der 18 Meter hohen Säule, die für einen offenen Umgang mit Flüchtlingen steht, und hat sie als "entstellende Kunst“ bezeichnet.

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