Die Justinuskirche in Frankfurt Höchst.

Im Westen Frankfurts treffen verschiedene Kulturen, Religionen und Milieus aufeinander. Der Ausländeranteil ist verhältnismäßig hoch und es wohnen besonders viele junge Menschen hier. Wer ein Auto hat, hat ein Problem - beim Parken.

So lebt man hier

Hier im Westen von Frankfurt am Main treffen verschiedene Kulturen, Religionen und Milieus aufeinander. Am Rande der Großstadt, umrahmt von den großen Autobahnen A66 und A5, gibt es wichtige Gewerbegebiete und Industrie wie zum Beispiel die Industrieparks Griesheim oder Höchst - aber auch noch viel Natur, weite Felder und den Blick auf den Taunus. Mancher Ortsteil hat einen geradezu dörflichen Charakter bewahrt, mancherorts findet man noch Kopfsteinpflaster und alte Fachwerkhäuser, im nächsten dominieren Siedlungsbauten aus den 60er und 70er Jahren. Der Frankfurter Westen gilt als jung und multikulturell. Der Ausländeranteil ist verhältnismäßig hoch, und es wohnen besonders viele junge Menschen hier. Die Arbeitslosenquote ist eher hoch, genauso wie die Zahl der Geringverdiener. Von den gut 106.000 Einwohnern sind knapp 57.000 wahlberechtigt. Der Wahlkreis 34 umfasst die Ortsteile Griesheim, Höchst, Nied, Sindlingen, Sossenheim, Unterliederbach und Zeilsheim.

Das sind die Probleme

Die Themen im Frankfurter Westen sind so verschieden wie seine Ortsteile: Die wachsende Stadt wird zum Beispiel im dörflichen Zeilsheim kritisch beobachtet. Die Sorge ist, dass neue Wohngebiete auf den angrenzenden weitläufigen Feldern und Wiesen geplant werden könnten. Andere Gegenden gelten als soziale Brennpunkte, so nannte man Griesheim jahrelang die "Bronx von Frankfurt“. Hier spielt Integration und Jugendarbeit eine wichtige Rolle. Ein großes Thema ist auch die anhaltende Verkehrs- und Parkproblematik. Die Kritik der Anwohner: Die Stadt schaffe zwar neuen Wohnraum, plane aber nicht ausreichend Parkplätze mit ein.

Das sind die Chancen

Hier sitzt viel Industrie, der Industriepark Höchst ist einer der größten Pharma- und Chemiestandorte in Europa. Außerdem wird viel Geld investiert. Es gibt viele Projekte der Jugend- und Integrationsarbeit, die soziale Probleme entschärfen und jungen Menschen eine Perspektive bieten sollen. Hoffnung setzt man in der Region auch auf die Sanierung des barocken Bolongaro-Palastes. Es entstehen unter anderem ein Museum, Theater-Räume, ein Kino und ein Restaurant. Allerdings verzögern sich die Bauarbeiten an dem prunkvollen Palast und der Gartenanlage derzeit. Und das Höchster Schlossfest ist jedes Jahr ein Highlight, das Besucher auch von außerhalb anzieht.

Das ist die politische Ausgangslage

Bei der letzten Landtagswahl wurde Uwe Serke von der CDU direkt in den Landtag gewählt. Er tritt auch bei dieser Wahl wieder an. Die Bundestagswahl im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass die AfD im Westen von Frankfurt den größten Zulauf hat: Sie kam auf mehr als 14 Prozent. Bei der bevorstehenden Landtagswahl kommt noch der Bezirk von Schwanheim dazu. Der Hessische Strafgerichtshof hatte entschieden, dass der Wahlkreis zu klein sei und neu zugeschnitten werden müsse.

Das sind die Direktkandidaten

Uwe Serke von der CDU ist bereits im Landtag, 2013 holte er das Direktmandat. Für die SPD geht die Stadtverordnete Petra Scharf ins Rennen. Die Grünen schicken Martina Feldmayer ins Rennen, die bereits seit 2012 Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende ist. Die Linke setzt auf Axel Gerntke, die FDP auf Claudius Swietek, die AFD auf den Stadtverordneten Markus Fuchs, die PARTEI auf Jan Steffen. Freie-Wähler-Kandidat Michael Weingärtner trat auch bei der Oberbürgermeisterwahl im Frühjahr an.

Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

Die CDU verspricht vor allem, sich um Sicherheit in den Stadtteilen und bezahlbaren Wohnraum zu kümmern. Die SPD setzt einen Schwerpunkt auf das Thema Bildung. Grundsätzlich beschäftigen aber alle großen Themen der Stadt auch die Parteien im Frankfurter Westen: gute und genügend Schulen und Betreuungsplätze für Kinder, Schaffung von bezahlbaren Wohnungen, Auto- und öffentlicher Nahverkehr. AfD-Direktkandidat Markus Fuchs wird von Kritikern besonders beobachtet: Er soll 2016 im Stadtparlament einmal den verbotenen Hitler-Gruß gezeigt haben. Er selbst sprach von einem Karnevalsgruß.