Frachtschiff an der Staustufe Offenbach.

Trotz der bekannten sozialen Probleme: Offenbach ist im Aufschwung und tritt immer mehr aus dem Schatten der größeren Nachbarstadt. Das Wachstum sorgt für neue Herausforderungen.

So lebt man hier

Aktuell hat Offenbach 137.000 Einwohner. Die Bevölkerung wächst rasant und ist deutlich jünger als in den meisten anderen Regionen des Bundeslands. Früher war Frankfurts Nachbarstadt industriell geprägt, doch im Zeichen des Strukturwandels ist das produzierende Gewerbe nach und nach verschwunden. Vier von zehn Offenbachern sind Ausländer, sechs von zehn stammen aus Zuwanderer-Familien.

Das sind die Probleme

Offenbach hat für manch einen noch immer einen schlechten Ruf. Tatsächlich gibt es dort im Durchschnitt immer noch mehr arme Menschen und mehr Arbeitslose als in den anderen hessischen Großstädten. Das größte Problem ist die Wohnungsnot. Mit der S-Bahn ist man in wenigen Minuten in der Frankfurter Innenstadt. Folgerichtig sind auch die Mieten in Offenbachs bevorzugten Wohnlagen auf ein Niveau gestiegen, das sich selbst Normalverdiener kaum leisten können. Und das, obwohl fast die ganze Stadt stark von Fluglärm betroffen ist. Bei der Ansiedelung neuer Firmen tut sich die einstige Industriestadt trotz ihrer günstigen Lage im Herzen des Rhein-Main-Gebiets schwer.

Das sind die Chancen

Auch dank der Hochschule für Gestaltung ist die Stadt für junge Kreative besonders attraktiv. Wenn man so will, ist Aschenputtel zwar noch keine Prinzessin, aber immerhin erstaunlich hip geworden. Das viel gelobte neue Hafenviertel und aktuelle Bauprojekte wie das Goethequartier ziehen eine bürgerliche Klientel an, das früher einen großen Bogen um die Stadt gemacht hätte. Das gewerblich genutzte Kaiserleigebiet an der Stadtgrenze zu Frankfurt ist eine Art Zukunftslabor, das zeigen könnte, wie die ungleichen Nachbarn gemeinsam erfolgreich Standortpolitik betreiben.

Das ist die politische Ausgangslage

Offenbach war mal eine rote Hochburg. Übrig ist davon nur noch, dass die SPD den Oberbürgermeister stellt. Felix Schwenke hat 2017 in der Stichwahl klar gegen CDU-Mann Peter Freier gewonnen. Die CDU führt aber eine Vier-Parteien-Koalition im Stadtparlament an – und zwang die einst allmächtigen Sozialdemokraten in die Opposition. Bei der Kommunalwahl 2016 waren CDU und SPD zuletzt fast gleichauf. Das Direktmandat bei der Landtagswahl 2013 hatte mit solidem Vorsprung CDU-Kandidat Stefan Grüttner geholt der hessische Sozialminister.

Das sind die Direktkandidaten

Grüttner tritt wieder für die CDU an. Er ist nicht der einzige Promi unter den Kandidaten im Wahlkreis 43.  Auch Tarek Al-Wazir (Grüne), stellvertretender Ministerpräsident, bewirbt sich in seiner Heimatstadt ums Direktmandat. Eine Chance gegen Grüttner hat wohl am ehesten SPD-Kandidatin Nadine Gersberg. Die übrigen Kandidaten: Sven Malsy (Linke), Oliver Stirböck (FDP), Christin Thüne (AfD), Dennis Lehmann (Freie Wähler) und Helge Herget (Piraten).

Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

Grüttner und vor allem Al-Wazir ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Was sich viele Offenbacher sicher genau anschauen werden, sind die Aussagen der Kandidaten zum Themenkomplex Wohnraummangel, Mieten und Wohnungsbau. Auch wer klare Kante gegen Fluglärm verspricht, kann in Offenbach punkten.

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