Ein Wandmosaik, dass zwei sich kuessende Menschen zeigt - ein Detail der Jugendstilarchitektur der Mathildenhöhe in Darmstadt.

Zum Wahlkreis gehören die Mitte und die nördliche Hälfte Darmstadts. Vor allem der Ausbau des Wissenschaftsstandorts macht die Stadt attraktiv - und das Leben hier teuer.

So lebt man hier

Rund 62.000 Wahlberechtigte leben im Wahlkreis, in zum Teil sehr urbanen Stadtteilen, zum Teil aber in eingemeindeten Ortschaften, die auch heute noch dörflich geprägt sind. Darmstadt wächst rasant, und gerade die Bewohner der nördlichen Stadtteile pendeln aufgrund der guten Anbindung oft in den Frankfurter Raum. Aber auch im Wahlkreis selbst sind viele moderne Unternehmen ansässig, darunter Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen.

Das sind die Probleme

Grundstückspreise und Mieten schießen in die Höhe, bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Zwar versucht die Politik gegenzusteuern: verdichten, aufstocken, Gewerbegebiete in Mischgebiete umwandeln. Die ganz große Entlastung ist bisher aber nicht eingetreten. Wo viele Menschen wohnen, wird es auch im Verkehr eng: Die Straßen sind verstopft, die Luft ist schlecht. In einigen Darmstädter Straßen werden seit Jahren mit die höchsten Stickoxidwerte Hessens gemessen. Dieselverbote und Mobilitätskonzepte sind Dauerthema. Im Norden kommen zudem noch die startenden Flugzeuge vom Frankfurter Flughafen hinzu, die vor allem Lärm bringen.

Das sind die Chancen

Im Wahlkreis ist eine hohe Zahl an Wissenschafts- und Forschungsunternehmen angesiedelt: Merck, die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), die Technische Universität Darmstadt, die Evangelische Hochschule Darmstadt, das Kontrollzentrum der Europäischen Wettersatellitenorganisation EUMETSAT, drei Fraunhoferinstitute und das europäische Satellitenkontrollzentrum ESOC. Das bedeutet: Viele Studierende, ein überdurchschnittlich hohes Angebot an hochqualifizierten Arbeitsplätzen und damit auch gute Verdienstmöglichkeiten. Die Stadt hat 2017 den Bitcom-Wettbewerb um die Digitalstadt gewonnen und so kommt auch auf diesem Weg vieles in Gang: Plattformkonzepte für den lokalen Handel, digitale Verkehrsleitsysteme oder intelligente Mülltonnen.

Das ist die politische Ausgangslage

Der Wahlkreis ist hart umkämpft, zum Teil ging es hier nur um Nachkommastellen. Die Direktmandate gingen bis 2003 stets an die SPD. Seit dem hatte mal CDU-Kandidat Rafael Reißer, mal SPD Kandidat Michael Siebel die Nase vorn. Siebel tritt nicht mehr an. Den Grünen, bisher dritte Kraft, werden diesmal bessere Chancen eingeräumt. Den Oberbürgermeister stellen sie in der Stadt schon.

Das sind die Direktkandidaten

  • CDU: Irmgard Klaff-Isselmann (61) ist seit 2011 im Landtag vertreten. Sie ist für Rafael Reißer nachgerückt, der in Darmstadt den Bürgermeister-Posten übernommen hat.
  • SPD: Tim Huß (25) war Landesschulsprecher, Vorsitzender der Jusos Darmstadt und ist seit 2014 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung.
  • Grüne: Hildegard Förster-Heldmann (60) ist 2017 in den Landtag nachgerückt. Dort ist sie tätig als Fraktionssprecherin für Armutsbekämpfung, Demografie, Recht, Senioren und Wohnen.
  • Die Linke: Dennis Eckold (37) ist 2016 in die Partei DIE LINKE eingetreten, um dem Rechtsruck entgegenzutreten.
  • FDP: Felix Letkemann (23) gehört der Partei seit einigen Monaten an.
  • AfD: Siegfried Elbert (62) ist Fraktionsvorsitzender der AfD im Stadtparlament.
  • Die Partei: Mandy Kleiber (32) ist stellvertretende Kreisvorsitzende der Satirepartei.
  • ÖDP: Falk Neumann
Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

Zwar sind die Themen Wohnen und Verkehr in diesem Wahlkreis die zentralen Punkte. Die Bewerber setzen aber durchaus individuelle Schwerpunkte: Medizin, Digitalisierung im Bildungsbereich oder den Umgang mit Windkraft.  Auffällig: In diesem Wahlkreis treffen zwei "Altgediente“ von CDU und den Grünen auf zwei "junge Wilde“ (SPD und FDP).