Das Rathaus in Michelstadt (Odenwald).
Das Rathaus in Michelstadt (Odenwald). Bild © picture-alliance/dpa

Der Odenwaldkreis im Südosten Hessens besticht mit wunderschöner Natur, günstigen Mieten und flächendeckendem Glasfasernetz. Doch die Zahl der Einwohner schrumpft - und Pendler haben Stress.

So lebt man hier

Der Wahlkreis liegt zwischen den Flüssen Main und Neckar an der Landesgrenze zu Bayern und Baden-Württemberg. Ihn bilden die Städte und Gemeinden Bad König, Breuberg, Erbach, Michelstadt, Oberzent, Brensbach, Brombachtal, Fränkisch-Crumbach, Höchst im Odenwald, Lützelbach, Mossautal und Reichelsheim. Etwas weniger als 100.000 Menschen leben hier. Der Odenwald ist damit der kleinste Wahlkreis in Hessen. Von den Einwohnern pendelt etwa die Hälfte zu Arbeitsplätzen außerhalb des Kreises. Die Verkehrsanbindungen über Straßen und die Odenwaldbahn spielen daher eine wichtige Rolle.

Das sind die Probleme

Landflucht, Arbeitslosigkeit und damit verbunden die Erhaltung der Infrastruktur. Die geographische Lage lässt die Region gerade im Vergleich mit dem pulsierenden Rhein-Main-Gebiet oft hinterher hinken. Als Wirtschaftsstandort hat es der Odenwald schwer. Und lange Wege, verstopfte Landstraßen und fehlendes Bahnangebot erschweren die Lage. Die Zahl der Einwohner ist rückläufig. Vor allem im südlichen Odenwaldkreis verschärft der demografische Wandel die Infrastrukturprobleme. Vier Kommunen haben sich deshalb am 1. Januar 2018 schon freiwillig zur Stadt Oberzent zusammengeschlossen.

Das sind die Chancen

Günstige Mieten, schnelles Internet durch flächendeckendes Glasfasernetz und der Tourismus. Für Unternehmen und Menschen heißt das: erschwingliches Wirtschaften und Leben an der Schnittstelle von zwei Metropolregionen. Der Ausbau von Bundesstraßen und Schienennetzen könnte die Attraktivität der Region steigern. Bei Wanderern und Radfahrern ist die Region besonders beliebt. Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald wurde beispielsweise 2015 in das "International Geoscience & Geoparks" Programm der UNESCO aufgenommen und trägt seither die Auszeichnung UNESCO Global Geopark.

Das ist die politische Ausgangslage

Im Odenwaldkreis wechselten die Gewinner des Direktmandats in den vergangenen Landtagswahlen recht regelmäßig zwischen CDU und SPD. Bei der letzten Landtagswahl 2013 erhielt die CDU-Kandidatin Judith Lannert 42 Prozent der Erstwahlstimmen. Sie tritt nicht mehr an. Rüdiger Holschuh, der auch 2018 für die SPD antritt, unterlag damals knapp mit 38,9 Prozent.

Das sind die Direktkandidaten

  • CDU: Sandra Funken
  • SPD: Rüdiger Holschuh
  • Grüne: Frank Diefenbach aus Michelstadt
  • DIE LINKE: Anton Stortchilov aus Michelstadt, will den sozialen Wohnungsbau vorantreiben.
  • FDP: Moritz Promny
  • AfD: Karl-Ludwig Kunstein. Er fiel unter anderem auf, als er ein Video der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck teilte. Davon distanzierte er sich später wieder.
Weitere Informationen

Die Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises im hr-Kandidatencheck

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Darum geht es im Wahlkampf

Neben den landespolitischen Themen genießen die Lösung der Verkehrsprobleme mit der Anbindung über Straße und Schiene, sowie der Streit um den weiteren Ausbau der Windkraft im Odenwald besondere Aufmerksamkeit.

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