Wir für Bouffier
"Wir für Bouffier": Auch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (2.v.l.) warb Anfang September mit den Schildern der angeblichen Bürgerinitiative. Bild © picture-alliance/dpa

"Wir für Bouffier" ist eine Initiative, die sich für den Ministerpräsidenten bei der hessischen Landtagswahl im Oktober einsetzt. Sie gibt sich als unabhängige Bürgerbewegung - dabei ist sie Teil der CDU-Wahlkampagne.

Bürgernah soll der Wahlkampf der CDU in Hessen sein: Geplant sind Happenings auf denen der Ministerpräsident "Auf eine Currywurst mit Bouffier" durchs Land reist. Ins Gespräch mit dem Bürger wollen die Christdemokraten kommen. Die Partei setzt vor der Landtagswahl am 28. Oktober auf Straßenwahlkampf, will an Haustüren um Stimmen werben.

Gut, wenn da vom Bürger auch etwas zurückkommt: "Wir für Bouffier", heißt eine Wahlinitiative, die sich für die Wiederwahl des Landesvaters stark macht. Die Initiative gibt sich unabhängig, "getragen von Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Hessen", wie es auf ihrer Internetseite heißt. "Uns eint das Gefühl, dass Volker Bouffier der Mann ist, dem wir vertrauen."

Eine "Bürgerinitiative" von der CDU für die CDU

Dass die Bürger-Initiative eigentlich Teil der CDU-Wahlkampagne ist, findet auf der Internetseite nur, wer es bis zur Lektüre der Datenschutzerklärung schafft: Da heißt es, die "Wählerinitiative WIR FÜR BOUFFIER (Teil der CDU-Hessen), vertreten durch Isabelle Sartor". Isabelle Sartor ist auch im Impressum angegeben. Dort fehlt allerdings der Hinweis auf die Partei.

"Teil der CDU Hessen" - Datenschutzerklärung der Internetseite der Initiative.
"Teil der CDU Hessen" - Datenschutzerklärung der Internetseite der Initiative. Bild © Screenshot: wirfürbouffier.de/datenschutz/

Sartor ist Mitarbeiterin der CDU und Teil des Wahlkampfteams. Das lässt sich schnell mit einer Internetsuche zu ihrem Namen herausfinden. Am Telefon versucht sie zunächst noch den Eindruck zu erwecken, es handele sich bei "Wir für Bouffier" um eine spontane Idee, wie sie in netter Gesellschaft bei einem Glas Wein entsteht.

Auf den Hinweis auf ihre Tätigkeit bei der CDU, sagte sie, sie sei nur "die Schnittstelle" zur Partei, sie halte den Kontakt und koordiniere die Aktionen. Ziel sei es gewesen, ein "Sprachrohr" zu entwickeln, das Bürgern helfe, die sich für Bouffier einbringen wollen, sagt sie. Unabhängig von der Parteizugehörigkeit.

Spenden auf CDU-Unterkonto

Die Intitiative organisiere sich durch Spenden. Wohin diese fließen? Die Spenden würden auf einem Unterkonto der CDU eingehen, sagt Sartor. Mit dem Geld würden Aktionen finanziert: Schilder, Snacktüten, Getränke.

Auf der Internetseite kann jeder ein Bild von sich mit Bouffier-Werbespruch hochladen, 13 Bilder sind bisher zu sehen, darunter Sartor selbst, CDU-Politiker aus Hanau, eine Social-Media Mitarbeitern der CDU. Eine ähnliche Aktion mit Unterstützer-Fotos hatte es für Merkel gegeben, die Seite nannte sich "I love Raute" - nur war hier eindeutig die CDU als Urheber erkennbar.

Pressesprecher: "Unabhängige und ehrenamtliche Initiative"

Noch einmal Nachfrage bei der CDU-Hessen: Handelt es sich bei "Wir für Bouffier" nun um eine Bürgerinitiative oder eine CDU-Initiative mit Bürger-Label? "Wir für Bouffier" sei eine "unabhängige und ehrenamtliche Initiative, die sich selbst organisiert", beharrt Parteisprecher Christoph Weirich.

Lediglich die CDU-Mitarbeiterin Isabelle Sartor stehe der Initiative als Unterstützung zur Verfügung. Die nötige Transparenz sei hergestellt, das könne man schon daran erkennen, dass die CDU zur Auftaktveranstaltung von "Wir für Bouffier" Mitte August Presseverteter geladen habe, sagt Weirich.

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