Ein Wähler wirft seinen Stimmzettel in eine Urne.

Marburg, Wetzlar, Oberursel, Dietzenbach und Limburg: In fünf Städten haben sich am Sonntag bei OB- und Bürgermeisterwahlen Sozialdemokraten durchgesetzt. Gewählt wurde auch noch in vier weiteren Kommunen.

Zwei Wochen nach dem ersten Wahlgang standen am Sonntag gleich neun Stichwahlen in Hessen an. In Limburg, Marburg, Wetzlar, Oberursel, Dietzenbach konnten sich Sozialdemokraten durchsetzen. Siege, die die Landes-SPD jubeln ließ. "5x Stichwahlen in Hessen, 5x Sozis vorne", twitterte der stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion Marius Weiß. Und die Parteivorsitzende Nancy Faeser gratulierte dem wiedergewählten Marburger Oberbürgermeister Thomas Spies: "Die ganze Hessen-SPD freut sich mit Dir".

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Hahn bleibt Bürgermeister von Limburg

In Limburg geht Bürgermeister Marius Hahn (unabhängig) in seine zweite Amtszeit. 53,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten in der Stichwahl für ihn, 46,1 Prozent für seinen Gegenkandidaten Stefan Laux (unabhängig).

Damit bestätigte sich das Ergebnis des ersten Wahlgangs: Vor zwei Wochen hatte Hahn mit 44,9 Prozent ebenfalls vor den anderen Kandidatinnen und Kandidaten gelegen. Birgitte Geis (Grüne) und Maximilian Acht (FDP) waren mit 9,6 und 5,1 Prozent ausgeschieden.

Hahn trat bei der Wahl als unabhängiger Kandidat an, ist allerdings seit vielen Jahren SPD-Mitglied. Die Partei hatte seinen Wahlkampf laut seiner eigenen Webseite mit 8.000 Euro unterstützt.

Dietzenbachs Bürgermeister abgewählt

Dietzenbach hat dagegen einen neuen Bürgermeister: In der Stichwahl am Sonntag bekam Dieter Lang (SPD) 60,1 Prozent der Stimmen. Der amtierende Bürgermeister Jürgen Rogg (unabhängig) musste sich mit 39,9 Prozent geschlagen geben.

Dabei hatte es nach dem ersten Wahlgang noch so ausgesehen, als würde Rogg im Amt bestätigt. Mit 36,2 Prozent hatte er knapp mehr Stimmen erhalten als Lang, der nur auf 34,8 Prozent kam. Der dritte Kandidat, René Bacher von den Grünen, war im ersten Wahlgang mit 28,9 Prozent ausgeschieden.

Die Wahlbeteiligung lag in der Stichwahl nur noch bei 39,3 Prozent. Vor zwei Wochen waren 46,4 Prozent der stimmberechtigten Dietzenbacher zur Wahl gegangen.

In Oberursel setzt sich die SPD-Kandidatin durch

Die neue Bürgermeisterin von Oberursel (Hochtaunus) heißt Antje Runge. Die Sozialdemokratin kam in der Stichwahl auf 51,5 Prozent der Stimmen und erhielt damit etwas mehr Stimmen als ihr CDU-Gegenkandidat Carsten Trumpp (48,5 Prozent). Dabei hatte dieser im ersten Wahlgang mit 28,0 Prozent vor Runge gelegen, die 24,2 Prozent erhielt.

Sechs Kandidatinnen und Kandidaten waren in der ersten Runde ausgeschieden. Die Wahlbeteiligung sank mit 50,8 Prozent im Vergleich zum ersten Durchgang um knapp zehn Prozentpunkte. Runges Vorgänger Hans-Georg Brum (SPD) stand nach drei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl.

Friedrichsdorf: Grün folgt auf Grün

Friedrichsdorf (Hochtaunus) bleibt grün: In der Stichwahl setzte sich Lars Keitel (Grüne) gegen seine Mitbewerberin Katja Gehrmann (CDU) durch. Keitel erhielt im zweiten Wahlgang 52,7 Prozent, Gehrmann 47,3 Prozent.

Bereits im ersten Durchgang hatte Keitel knapp vor Gehrmann gelegen. Er folgt nun auf seinen Parteikollegen Horst Burghardt, der nach vier Amtszeiten nicht mehr als Bürgermeisterkandidat angetreten war.

CDU-Kandidat schlägt Glashüttens Bürgermeisterin

Brigitte Bannenberg (unabhängig), die amtierende Bürgermeisterin von Glashütten (Hochtaunus), musste sich in der Stichwahl geschlagen geben. CDU-Mann Thomas Ciesiekski lag mit 50,9 Prozent der Stimmen vorn, Bannenberg bekam nur 49,1 Prozent der Stimmen. Sie war seit 2015 im Amt. Bereits im ersten Durchgang hatte sich ein Wechsel abgezeichnet: Mit 47,8 Prozent war Ciesielski knapp vor Bannenberg gelandet.

Bürgermeister von Kelkheim bestätigt

Der neue und alte Bürgermeister von Kelkheim (Main-Taunus) heißt Albrecht Kündiger. Seit 2015 ist der Kandidat der Unabhängigen Kelkheimer Wählerinitiative (UKW) im Amt, am Sonntag bestätigten ihn die Kelkheimer mit 53,9 Prozent. CDU-Mann Dirk Hofmann erhielt 46,1 Prozent. Im ersten Wahlgang hatte Kündiger die absolute Mehrheit mit 49,2 Prozent nur knapp verpasst. Die Kandidaten von SPD, FDP und Freien Wählern schieden aus.

Siegbach hat wieder einen Bürgermeister

Nach knapp einem Jahr hat Siegbach (Lahn-Dill) wieder einen Bürgermeister. In der Stichwahl am Sonntag konnte der unabhängige Bewerber Maik Trumpfheller mit 79,8 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen auf sich vereinen. Gegenkandidat Denis Heinrich (unabhängig) erhielt 20,2 Prozent der Stimmen.

Das Amt des Bürgermeisters war in Siegbach lange vakant: Trumpfhellers Vorgänger Berndt Happel (unabhängig) war wegen schwerer Krankheit im Mai 2020 vom Gemeindeparlament abgewählt worden. Der frühere Bürgermeister Eckhard Förster führte die Amtgeschäfte anschließend nach Rücksprache mit dem Kreis als "Staatsbeauftragter" weiter.

OBs von Marburg und Wetzlar wiedergewählt

Außerdem fanden am Sonntag zwei Oberbürgermeister-Stichwahlen statt. In Wetzlar bleibt SPD-Mann Manfred Wagner Oberbürgermeister. Er setzte sich in der Stichwahl mit 59,4 Prozent gegen seinen Herausforderer Michael Hundertmark von der CDU (40,6 Prozent) durch.

Mit einem hauchdünnen Vorsprung setzte sich Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) durch. 50,2 Prozent der Stimmen erhielt er in der Stichwahl, während seine Gegenkandidatin Nadine Bernshausen (Grüne) mit 49,8 Prozent knapp unterlag.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 28.03.2021, 19.30 Uhr